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Thomas Muster beendet Tennis-Karriere

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Muster: "Meine Familie braucht mich jetzt"

26.10.2011, 08:55 Uhr | sid, t-online.de

Thomas Muster beendet Tennis-Karriere. Thomas Muster hängt seinen Schläger endgültig an den Nagel. (Quelle: imago)

Thomas Muster hängt seinen Schläger endgültig an den Nagel. (Quelle: imago)

Thomas Muster hatte es sich noch einmal anders überlegt. "Das Ende einer Karriere ist nichts, was man feiert. Das ist Privatsache", hatte das österreichische Tennis-Idol einmal gesagt und war still und leise aus dem Profigeschäft verschwunden. Pompös, laut und kaum wehmütig endete am späten Dienstagabend Musters zweite Laufbahn auf der ATP-Tour: 8000 Zuschauer in der Wiener Stadthalle verneigten sich vor ihrem Idol und verabschiedeten einen der größten österreichischen Sportler endgültig in den Ruhestand.

44 Jahre alt ist der gebürtige Steiermarker Muster. Geschichten gibt es über die frühere Nummer eins der Welt im Überfluss zu erzählen. Einen dramaturgischen Höhepunkt hatte sich Muster jedoch für das Schlusskapitel aufgehoben. In einem Match, in dem er nicht wusste, "ob ich weinen oder spielen sollte", übergab er den Staffelstab an seinen Gegner. Mit 2:6, 3:6 unterlag Muster dem 18 Jahre alten Top-Talent Dominic Thiem aus Niederösterreich.

"Ich bin ein Steher"

Liebevoll wuschelte Muster seinem Bezwinger am Netz durch das dichte Haar. Sein eigenes ist licht geworden. Jahrzehntelang hatte er sich auf der Tour gequält, um sich jeden Erfolg aufs Neue zu erarbeiten. Muster war kein Ausnahmetalent. Der Linkshänder hatte kaum eine wirkungsvolle Waffe, um die Ballwechsel vorzeitig zu beenden. Dafür besaß er eine Gabe, die ihn zum Sandplatzkönig werden und den Grand-Slam-Thron in Paris erklimmen ließ. Muster beschrieb es so: "Ich bin ein Steher, ich kann in Leistungsgrenzen in meinem Körper vorstoßen, die nahe an die Bewusstlosigkeit herangehen. Diese Dimensionen erreichen wohl nur wenige."

Bangen um die Karriere

Diese Erbarmungslosigkeit gegen den eigenen Körper machte den Malocher Muster über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Nachdem er 1989 in Miami von einem betrunkenen Autofahrer angefahren worden war, bangte er um seine Karriere. Die Bilder, auf denen Muster mit geschientem Bein auf einer Trage Bälle übers Netz drischt, gingen um die Welt. Dabei waren sie nur für den ORF inszeniert - an Training dachte selbst Muster nach der schweren Knieverletzung lange nicht.

In Wimbledon nicht ein Match gewonnen

Doch der Wille trieb ihn auch fortan zu außergewöhnlichen Leistungen - allerdings nahezu ausschließlich auf Sand. 40 seiner 44 Turniersiege gelangen ihm auf dem langsamen Geläuf, 1995 feierte Muster gleich zwölf Triumphe in einem Jahr. Damit ist er gemeinsam mit Roger Federer Rekordhalter. In Wimbledon gewann Muster nie auch nur eine Partie und ist damit der einzige Weltranglistenerste, dem dieses zweifelhafte Kunststück gelang. 1999 zog sich Muster aus dem Profitennis zurück, ohne seinen Abschied offiziell bekannt zu geben.

Langweile mit Nebenbeschäftigungen

Er ging nach Australien und ergab sich erneut den Extremen. "60 Marlboro pro Tag, nächtelang unterwegs, Alkohol: Auf einmal hab ich 99 Kilo gehabt", erzählte Muster. Er langweilte sich mit seinen Nebenbeschäftigungen als Hobby-Winzer und -Golfer, Brillen-Designer und Luxus-Wasser-Produzent. Anfang 2010 dann das Comeback. "Meine zweite Karriere war für meinen Körper das Beste, was ich machen konnte", sagt er heute, auch wenn in 26 Spielen - zumeist auf der Challenger-Tour - nur zwei Siege heraussprangen.

"Bin nicht in der Midlife Crises"

Körperlich war Muster beinahe der Alte, nur das Spiel hatte sich verändert. Schnell widerlegte er mit seinen beherzten Auftritten jedoch die Stimmen, die seine Rückkehr als PR-Gag abgetan oder Muster finanzielle Probleme unterstellt hatten. Seine zweite Ehefrau Caroline Ofner beruhigte er: "Ich bin nicht in der Midlife Crisis."

"Meine Familie braucht mich jetzt"

Mit einer emotionalen Ansprache bedankte sich Muster in Wien bei seinen Fans für die Unterstützung und versprach: "Das war definitiv mein letztes Spiel auf der ATP-Tour. Meine Familie braucht mich jetzt mehr als das Tennis mich braucht." Es ist kaum auszuschließen, dass er es sich doch noch einmal anders überlegt.

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