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Tennis-Oldie Haas verpasst in Paris das Achtelfinale

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Tennis-Oldie Haas trotz Aus: "Es hat sich gelohnt"

02.06.2012, 18:13 Uhr | dpa

Tennis-Oldie Haas verpasst in Paris das Achtelfinale. Tommy Haas hatte gegen den Franzosen Richard Gasquet keine Chance.

Tommy Haas hatte gegen den Franzosen Richard Gasquet keine Chance. (Quelle: dpa)

Paris (dpa) - Der Siegeszug von Qualifikant Tommy Haas bei den 82. French Open ist gestoppt. Der 34 Jahre alte Weltranglisten-112. musste sich erwartungsgemäß dem Franzosen Richard Gasquet mit 7:6 (7:3), 3:6, 0:6, 0:6 geschlagen geben.

Bei schwül-heißem Wetter am Bois de Boulogne schwanden bei dem ältesten verbliebenen Teilnehmer Anfang des zweiten Satzes die Kräfte, ein kurzer "Schmerz im Knie aus dem Nichts" brachte ihn aus dem Konzept - und der an Nummer 17 gesetzte Gasquet drehte furios auf. Er erteilte Haas am Ende eine Lehrstunde und vereitelte dessen ersten Achtelfinaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier seit Wimbledon 2009. Da halfen auch die "Auf geht's, Tommy!"-Rufe eines deutschen Fan-Grüppchens nichts mehr.

"Alles in allem bin ich mit den zwei Wochen sehr zufrieden", bilanzierte Haas nach seiner bereits 48. Teilnahme an einem der vier "Majors" des Jahres. "Wenn man hier ankommt, um 10 Uhr Quali spielt vor zwanzig Leuten und sich fragt "Was mache ich hier überhaupt?" - und wenn man dann in der dritten Runde auf dem Court Suzanne Lenglen gegen Gasquet spielt, hat sich das auf jeden Fall gelohnt."

Zunächst schien die Sensation durch den Oldie noch möglich gegen den acht Jahre jüngeren Gasquet, der allerdings der bessere Sandplatzspieler ist. Wie bei seinem Zweitrunden-Erfolg im Eiltempo gegen den Ukrainer Sergej Stachowski legte Haas bei 27 Grad Celsius im Stade Roland Garros wieder los wie die Feuerwehr. Sofort nahm er Gasquet den Aufschlag ab, brachte sein Service zum 2:0 durch. Vor 10 000 Zuschauern in Feierlaune auf dem zweitgrößten Court kassierte er dann zwar postwendend das Rebreak, ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. In einem Match zweier Ästheten mit einhändiger Rückhand erreichte Haas den Tiebreak, den er konzentriert für sich entschied.

Beim Stande von 2:2 in Durchgang zwei fasste sich der frühere Weltranglisten-Zweite dann allerdings mehrfach ans rechte Bein, dehnte sich, einmal schlug er mit dem Schläger frustriert dagegen. Dann lief nicht mehr viel zusammen bei dem in Kalifornien lebenden gebürtigen Hamburger. Er fing ein "dummes Break" (Haas), Gasquet wurde immer stärker und quälte den körperlich gehandicapten Deutschen nun umso mehr mit hohen Topspin-Schlägen auf die Rückhand. Der resigniert wirkende Haas versuchte, noch schneller als zuvor auf den Punkt zu gehen und machte zu viele leichte Fehler. Zudem kam sein Aufschlag nicht mehr.

"Wenn einer erst einmal so einen Lauf schiebt - und dann noch vor heimatlichem Publikum - kann man nicht viel machen", sagte Haas anerkennend. Nach 2:25 Stunden verwandelte Gasquet seinen zweiten Matchball und machte damit seinen Achtelfinaleinzug perfekt, dort wartet nun die Nummer vier der Setzliste: der Schotte Andy Murray. Während das französische Publikum ihren Liebling mit "La Ola" feierte, erlebte Haas bei seiner elften - und möglicherweise letzten - Teilnahme in Roland Garros zwei ganz bittere Abschlusssätze. Haas, der inklusive Qualifikation fünf Matches in der französischen Hauptstadt gewann und nach dieser Woche wieder unter den Top 100 der Weltrangliste steht, schied als letzter deutscher Akteur aus.

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