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Kerber ringt Lisicki in Wimbledon nieder

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Kerber ringt Lisicki in Wimbledon nieder

03.07.2012, 20:29 Uhr | dpa

Kerber ringt Lisicki in Wimbledon nieder. Angelique Kerber ballt in dem emotionsgeladenen Match die Faust und zieht ins Halbfinale ein.

Angelique Kerber ballt in dem emotionsgeladenen Match die Faust und zieht ins Halbfinale ein. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Angelique Kerber riss stolz die Arme hoch, Sabine Lisicki verließ geknickt den Centre Court: In einem hochdramatischen deutschen Wimbledon-Duell rang die Kielerin ihre Rivalin aus Berlin mit 6:3, 6:7 (7:9), 7:5 nieder.

Die Weltranglisten-Achte machte gegen die Vorjahreshalbfinalistin nach exakt zweieinhalb Stunden Spielzeit ihren ersten Halbfinaleinzug bei den All England Championships perfekt. "Ich bin so froh, dieses unglaubliche Match gewonnen zu haben", freute sich Kerber. "Wahnsinnskampf, es ging hin und her, schade, dass eine verlieren musste", kommentierte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner. Lisicki war geknickt. "Es ist sehr enttäuschend, besonders, weil ich im dritten Satz zum Matchgewinn aufgeschlagen habe", sagte sie. "Daraus werde ich lernen. Ich komme immer stärker heraus aus solchen Matches."

Das mit Spannung erwartete Aufeinandertreffen auf dem ehrwürdigen Centre Court war erst ab Ende es zweiten Satzes hochklassig - zu schwankend spielte Lisicki zunächst. Die Nummer 15 der Tenniswelt konnte nur zeitweise an ihre Weltklasse-Leistung aus dem Vormatch anknüpfen, als sie sensationell die Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa geschlagen hatte.

"Das war so ein hartes Match - Sabine hat unglaublich gespielt und ich bin so glücklich, hier erstmals im Semifinale zu stehen", meinte Kerber im Anschluss.

Am Ende erwies sich die 24 Jahre alte, so enorm laufstarke Linkshänderin als nervenstärker als die eineinhalb Jahre jüngere Fed-Cup-Kollegin. Auch im dritten Hauptfeld-Vergleich mit ihrer voraussichtlichen Olympia-Doppelpartnerin ging sie schließlich als Siegerin vom Platz. Kerber erreichte damit erst als vierte Deutsche in der Profi-Ära der Grand-Slam-Turniere die Vorschlussrunde von Wimbledon - nach Bettina Bunge (1982), Steffi Graf und Lisicki.

Kerber trifft in ihrem zweiten Grand-Slam-Semifinale - nach den US Open 2011 - auf ihre gute Freundin Agnieszka Radwanska. Die Polin schaltete die Russin Maria Kirilenko mit 7:5, 4:6, 7:5 aus. Kerber feierte bereits ihren 45 Matchgewinn in dieser Saison - das ist Spitze auf der WTA-Tour.

Gegen die gewohnt variabel und hochkonzentriert spielende Kerber aber wirkte sie zunächst verunsichert bei ihrem Lieblingsturnier und längst nicht so vor Selbstbewusstsein strotzend - nach dem ersten Satz ließ sie sich am linken Daumen behandeln. Danach kämpfte sie sich in die Partie. Im zweiten Satz wehrte sie bei 4:5 und im Tiebreak insgesamt drei Matchbälle ab. Mit viel Mut und starken Aufschlägen rettete sie sich in den dritten Satz.

Bei einer 5:3-Führung schien sie dann plötzlich auf der Siegerstraße zu sein, aber dann setzte sich die mental derzeit so starke Kerber, die schon im Achtelfinale Kim Clijsters deklassiert hatte, doch noch durch. Nach einem Rückhandfehler der Kontrahentin nutzte die Kielerin Matchball Nummer fünf.

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