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Roger Federer will Einzel-Gold bei Olympia

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Nach Wimbledon: Federer will Einzel-Gold bei Olympia

09.07.2012, 14:44 Uhr | dpa

Roger Federer will Einzel-Gold bei Olympia. Gerade Wimbledon gewonnen nimmt Roger Federer eine olympische Goldmedaille ins Visier.

Gerade Wimbledon gewonnen nimmt Roger Federer eine olympische Goldmedaille ins Visier. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Roger Federer hat eigentlich alles. Der Schweizer ist Vater der Zwillinge Charlene und Myla (fast 3), kassierte bislang 73 Millionen US-Dollar Preisgeld, gewann sieben Mal Wimbledon und steht wieder auf Platz eins der Weltrangliste. Doch ihm fehlt eine olympische Einzelmedaille.

Der nimmersatte fast 31-Jährige hätte diese Medaille gern in Gold. Wimbledon war die perfekte Generalprobe für die nächste Mission auf dem "Heiligen Rasen". "Hier schon einmal in diesem Jahr gewonnen zu haben, gibt mit Extra-Motivation und noch mehr Selbstbewusstsein für Olympia - es wird wohl einen Hype um mich bei Olympia geben", sagte Federer.

Der Schweizer Perfektionist überlässt nichts dem Zufall: Er hat für die Spiele in London dasselbe noble Mietshaus reserviert - in der Nähe des All England Clubs. Er will nun eine Woche pausieren und seinen Ü-30-Körper pflegen, an dem sein Physiotherapeut die vorigen 90 Tage bereits im Dauereinsatz zugange war. Und dann beginnt seine Trainingsvorbereitung auf die "Wimblympics" ("The Times"). Er hätte sogar ein drittes Mal nach 2004 und 2008 Schweizer Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier sein können. "Es wurde mir angeboten, aber ich denke, dass ich einem anderen Sportler diese Chance geben werde", sagte Federer.

Federers Dauerrivalen Novak Djokovic (Serbien) und Rafael Nadal (Spanien) tragen dagegen ihre Nationalflaggen. Die beiden Tennisprofis, in deren Schatten er zuletzt immer stand und die ihm zweieinhalb Jahre lang alle Grand-Slam-Titel weggeschnappt haben.

Doch in Wimbledon zeigte es "King Roger" noch mal allen Zweiflern: mit seinem 4:6, 7:5, 6:3, 6:4-Finalsieg gegen Andy Murray und der Rückkehr auf den Tennis-Thron. Er geht jetzt in seine 268. Woche als Nummer eins und egalisiert damit Pete Sampras' Rekord - außerdem stellte er Sampras' Wimbledon-Bestmarke mit sieben Triumphen ein. Mit seinem 17. Grand-Slam-Titel baute er seinen eigenen Rekord weiter aus.

Federer stehe auf einer Stufe mit Pelé und Muhammad Ali als "einer der größten Sportler aller Zeiten", sagte der unterlegene Murray - und witzelte: "Gar nicht so schlecht für einen 30-Jährigen."

Für Federer war es ein sehr emotionaler Sieg - auch, weil seine Zwillingstöchter in blau-weißen Festtagskleidchen erst zum zweiten Mal überhaupt bei einem Finale ihres Papas zuguckten. "Die Leute vergessen manchmal, dass ich Zwillingsmädchen habe. Das hat einen massiven Einfluss auf mein Leben gehabt. Ich glaube, dass hat meinem Spiel mehr als alles andere geholfen, weil ich derzeit mein bestes Tennis seit einer langen Zeit spiele", sagte der Familienvater. "Aber das alles zu jonglieren war auch eine Herausforderung."

Aber der Mann aus Basel ist noch hungrig. Zwar betont er gern, dass er ja schon eine Goldmedaille zu Hause habe - nämlich aus Peking 2008 im Doppel mit Stanislas Wawrinka ("eine Medaille ist eine Medaille"). Aber man nimmt ihm nicht ab, dass ihm die reicht.

Wenn es mit Einzel-Gold auf dem "Heiligen Rasen" klappt, auf dem er sich so "einzigartig und speziell" fühlt: Tritt er dann ab? Von wegen. Kürzlich äußerte Federer, der am 8. August 31 wird, sogar: "Warum sollte London der Schlusspunkt sein, warum sollte ich mir Rio nicht vornehmen können? Dann wäre ich knapp 35. Und in dem Alter haben schon ganz andere Spieler erstaunliche Leistungen vollbracht. Siehe Andre Agassi. Er hat Maßstäbe gesetzt."

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