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US Open 2012: Angelique Kerber geht trotz Aus zu Tiffany

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US Open 2012: Angelique Kerber geht trotz Aus zu Tiffany

04.09.2012, 15:10 Uhr | dpa

US Open 2012: Angelique Kerber geht trotz Aus zu Tiffany. Angelique Kerber reagiert heftig auf die Zermürbungstaktik ihrer Gegnerin.

Angelique Kerber reagiert heftig auf die Zermürbungstaktik ihrer Gegnerin. (Quelle: dpa)

New York (dpa) - Die Vorfreude auf den Einkauf beim Nobel-Juwelier Tiffany ließ sich Angelique Kerber nicht nehmen. "Das mache ich bestimmt. Und dann entscheide ich spontan, was mir gefällt" sagte die 24-Jährige nach ihrem etwas zu frühen Aus bei den US Open in New York.

Trotz des Achtelfinal-Scheiterns gegen die Italienerin Sara Errani wollte sich Kerber am Dienstag bei einem Bummel in der Fifth Avenue für die Anstrengungen der vergangenen Monate belohnen - und nach dem Rückflug am Mittwoch endlich "ein paar Tage pausieren".

Gemessen an den immensen Erwartungen an die beste deutsche Tennisspielerin war das Aus im Achtelfinale eine Enttäuschung. Mit ihrem erstaunlichen Halbfinal-Einzug im vergangenen Jahr bei dem Grand-Slam-Turnier in Flushing Meadows hatte Kerbers Höhenflug bis auf den sechsten Platz in der Branchenrangordnung begonnen. Vor den US Open hatte die Fed-Cup-Spielerin aus Kiel zahlreiche Top-Ten-Spielerinnen bezwungen, darunter French-Open-Siegerin Maria Scharapowa und Wimbledongewinnerin Serena Williams.

Auf einmal zählte sie selber zu den Besten der Besten und bei den Offenen Amerikanischen Meisterschaften plötzlich zum erweiterten Kreis der Favoritinnen. Vor allem der beeindruckende Zweitrunden-Sieg gegen die zweimalige US-Open-Siegerin Venus Williams, als Kerber im dritten Satz schon 2:4 hinten lag, bescherte der blonden Norddeutschen noch einmal einen Motivationsschub.

Doch die ganz dezenten Hoffnungen auf die erste deutsche Grand-Slam-Siegerin seit Steffi Graf wurden an diesem trüben Montagnachmittag im New Yorker Stadtteil Queens zerstört. Völlig humorlos zermürbte die Weltranglisten-Zehnte Errani mit ihrem variablen Spiel, den hohen Mondbällen und den unorthodoxen Aufschlägen die am Ende nachlassende Kerber.

6:7 (5:7), 3:6 hieß es schließlich nach fast zwei Stunden Spielzeit im Louis Armstrong Stadium. "Natürlich bin ich enttäuscht", sagte Kerber später, als sie zum letzten Mal in diesem Jahr in dem großen Interviewraum 1 Platz nehmen durfte und auch den internationalen Pressevertretern ihr Aus erklären musste. Schnell schob sie aber in einer Mischung aus Trotz und Stolz hinterher: "Ich bekomme noch meine Chancen, so alt bin ich ja noch nicht."

Nach einer kurzen Auszeit in der Heimat steht schon der nächste kräftezehrende Trip nach Asien an. Sollte Kerber jetzt keinen sportlichen Einbruch erleiden, wird sie Ende Oktober in Istanbul bei der WTA-WM der besten acht Spielerinnen dabei sein. "Das wäre ein Highlight, und ich hoffe, dass es klappt. Aber es ist noch ein weiter Weg, und im Moment verschwende ich daran noch keinen großen Gedanken", sagte Kerber.

Weil wenig später auch noch ihre gute Freundin, die Weltranglisten-Zweite Agnieszka Radwanska, überraschend scheiterte, kommt es nun im Viertelfinale zu einem italienischen Duell zwischen Errani und der Radwanska-Bezwingerin Roberta Vinci. Kerber wird dann schon wieder in Deutschland sein und vermutlich einer verpassten Chance nachtrauern. Auch wenn sie zum Abschied tapfer sagte: "Ich reise sicher nicht mit hängendem Kopf nach Hause."

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