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Kohlschreiber: Thema Davis Cup nicht abgehakt

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Davis-Cup-Zoff: Kohlschreiber gesprächsbereit

05.09.2012, 09:01 Uhr | dpa

Kohlschreiber: Thema Davis Cup nicht abgehakt. Für Philipp Kohlschreiber ist das Thema Davis Cup nicht abgehakt.

Für Philipp Kohlschreiber ist das Thema Davis Cup nicht abgehakt. (Quelle: dpa)

New York (dpa) - Philipp Kohlschreiber hat nach seinem Rauswurf aus der Tennis-Nationalmannschaft im Streit mit Teamchef Patrik Kühnen Gesprächsbereitschaft signalisiert.

"Philipp spielt gerne für Deutschland. Das Thema Davis Cup ist nicht abgehakt. Die Tür ist nicht zu", sagte sein Manager Stephan Fehske am Dienstag in New York. Das US-Open-Achtelfinale zwischen dem ausgebooteten Augsburger und Janko Tipsarevic war kurz zuvor wegen Regens beim Stand von 2:5 unterbrochen und auf Mittwoch vertagt worden.

Kohlschreiber selbst wollte sich nach dem Abbruch der Partie nicht zu der Nicht-Nominierung durch Kühnen für das Relegationsspiel gegen Australien vom 14. bis 16. September am Hamburger Rothenbaum äußern. "Das war nicht der schönste Tennis-Tag heute", sagte Kohlschreiber - bezog sich dabei aber auf die nervige Warterei an einem total verregneten Tag im Stadtteil Queens.

Seit zehn Uhr morgens war er auf der Anlage in Flushing Meadows und musste wie alle anderen Spieler auch immer wieder das berühmte "play suspended" auf den Anzeigetafeln lesen. Dann wurde sein Match gegen den serbischen Weltranglisten-Achten vom Louis Armstrong Stadium auf den Grandstand verlegt, damit parallel Novak Djokovic gegen Stanislas Wawrinka im "Armstrong" spielen konnte.

Doch es folgte wieder eine Regenunterbrechung, die schließlich zur Absage aller Partien am Abend führte. Ob die Pause angesichts des Rückstandes und des vorherigen nächtlichen Einsatzes bis 2.26 Uhr in der dritten Runde gegen John Isner nicht von Vorteil sei, wollte Kohlschreiber aber nicht unterschreiben. Ob es in ihm nagte nach der Nicht-Nominierung für den Davis Cup, war ihm spät am Abend in der Eingangshalle der Players Lounge nicht anzumerken.

Am Tag vor seinem ersten US-Open-Achtelfinale hatte der Weltranglisten-20. laut Fehske durch einen Anruf von Kühnen von seinem Rauswurf erfahren. "Philipp akzeptiert die Entscheidung. Es wird von uns keine Vorwürfe geben, wir wollen kein Öl ins Feuer gießen", sagte Fehske. Der Manager des 28-Jährigen bestätigte, dass Kühnen in New York erneut das Gespräch gesucht habe, nachdem Kohlschreiber sich negativ über den Zusammenhalt im Team geäußert und mangelnde Rückendeckung durch den Bundestrainer beklagt hatte.

"Während des Turniers wollten wir das nicht. Allerdings sind wir nach dem Turnier natürlich gesprächsbereit", betonte Fehske. Auf die Frage, ob es in naher Zukunft einen klärenden Dialog zwischen den zerstrittenen Partien geben könne, antwortete der Kohlschreiber-Manager: "Das schließen wir nicht aus."

Eine für beide Seiten gesichtswahrende Lösung und damit eine gemeinsame Zukunft von Kühnen und Kohlschreiber im deutschen Davis-Cup-Team ist derzeit allerdings kaum vorstellbar. Zu zerstritten erscheinen beide Parteien, zu zerrüttet wirkt in der Öffentlichkeit das Verhältnis zwischen Trainer und bestem Spieler.

Dass Kühnens Zukunft als Teamchef vom Ausgang des Relegationsduells gegen Australien (die mit Lleyton Hewitt und Bernard Tomic über durchaus gefährliche Einzelspieler verfügen) abhängt, hat die DTB-Spitze erst einmal ausgeschlossen. "Das sehe ich definitiv nicht so", sagte Sportdirektor Klaus Eberhard. Das Präsidium und er stünden hinter Kühnens Entscheidung.

Die Halbwertszeit der Worte nach der riskanten Personalrochade des Bundestrainers wird sich zeigen müssen - sollten Florian Mayer, Philipp Petzschner, Benjamin Becker und Cedrik-Marcel Stebe den ersten Abstieg aus der Weltgruppe seit 2003 nicht verhindern können.

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