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Kohlschreiber: Nichts zu bedauern - Situation verfahren

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Davis Cup: Kohlschreiber hat "nichts zu bedauern"

06.09.2012, 09:20 Uhr | dpa

Kohlschreiber: Nichts zu bedauern - Situation verfahren. Philipp Kohlschreiber mühte sich bei den US Open Negativschlagzeilen zu vermeiden.

Philipp Kohlschreiber mühte sich bei den US Open Negativschlagzeilen zu vermeiden. (Quelle: dpa)

New York (dpa) - Philipp Kohlschreiber wollte möglichst schnell aus New York verschwinden, doch der Davis-Cup-Zoff mit Teamchef Patrik Kühnen wird ihn noch eine Weile verfolgen. Eine Lösung der verfahrenen Situation zwischen den beiden Streithähnen scheint derzeit nicht in Sicht.

Der beste deutsche Tennisprofi war zwar nach seinem Achtelfinal-Aus bei den US Open sichtlich darum bemüht, nicht noch mehr Negativ-Schlagzeilen für das deutsche Herren-Tennis zu produzieren. An seiner grundsätzlichen Kritik am fehlenden Teamgeist und der mangelnden Rückendeckung durch Kühnen aber hielt er fest.

"Was ich gesagt habe, da gibt es nichts zu bedauern", betonte der 28 Jahre alte Augsburger nach seiner am Ende klaren 3:6, 6:7 (5:7), 2:6-Niederlage gegen den Serben Janko Tipsarevic. Auf die Frage, ob er sich eine gemeinsame Zukunft mit Kühnen im deutschen Davis-Cup-Team vorstellen könne, sagte der Weltranglisten-20.: "Solche Sachen werde ich beantworten, wenn es an der Zeit ist."

Die Vorkommnisse bei der Davis-Cup-Partie gegen Argentinien im Februar, als Tommy Haas die mangelnde Unterstützung durch den krank fehlenden Kohlschreiber öffentlich kritisierte, die Ausbootung des Bundestrainers für den World Team Cup in Düsseldorf im Mai und schließlich die kurzfristige Olympia-Absage Kohlschreibers haben beide Seiten in eine verfahrene Situation manövriert.

"Das ist eine traurige Geschichte, dass wir es nicht schaffen, unsere besten Spieler zu überzeugen, Davis Cup und Olympia zu spielen oder spielen zu wollen", sagte Altstar Boris Becker in New York und schlug eine eigentlich naheliegende Lösung vor: "Vielleicht sollten sich beide Seiten im Oktober mit ein bisschen Abstand auf ein Bier treffen und alles in Ruhe besprechen."

Er glaube schon, "dass es eine gemeinsame Zukunft geben kann. Beide haben sich bis an ihre Grenzen gereizt und wissen, wie weit sie gehen können", sagte der dreimalige Wimbledonsieger. Für Becker wäre es am Chef des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Karl-Georg Altenburg, in dem Streit zu schlichten. "Ich hoffe, dass der neue Präsident ein Machtwort sprechen kann", sagte Becker. Ob er nicht sogar selber als Vermittler auftreten könne? "Wenn Herr Altenburg mich fragen würde, würde ich es mir überlegen", sagte Becker.

Altenburg stellte sich am Donnerstag an die Seite von Kühnen. "Das Präsidium des Deutschen Tennis Bundes steht voll und ganz hinter der Nominierung für den Davis Cup gegen Australien", sagte der DTB-Präsident. "Wir haben nun ein Team, das alles geben wird, um für Deutschland zu gewinnen, und das hierfür alle Unterstützung braucht." Auf Beckers Vorschlag, als Vermittler aufzutreten, ging der Verbandschef aber nicht ein.

Und Kohlschreiber? Der wollte sich noch überlegen, ob und wie er die Mannschaft unterstützt. Bevor er sich aus New York verabschiedete, kündigte er an: "Jetzt ist Entspannen angesagt." Vor dem wichtigen Abstiegsduell gegen Australien vom 14. bis 16. September in Hamburg wollte sich der ausgebootete Kohlschreiber aber jetzt erst einmal etwas aus der Schusslinie nehmen.

"Alles, was ich jetzt sage, ist Gift. Ich hätte gerne geholfen und will jetzt überhaupt keine Unruhe mehr reinbringen", erklärte er in einer Mischung aus Trotz und Einsicht. "Die Jungs können jetzt keine Nebenschauplätze gebrauchen."

Auch Kühnen zeigt weiter Kompromissbereitschaft. "Ich habe kein grundsätzliches Problem mit Philipp. Die Tür ist immer offen, und ich bin jederzeit gesprächsbereit. Es ist jetzt an ihm, das Angebot anzunehmen, denn offensichtlich bestehen von seiner Seite noch Differenzen", sagte der 46-Jährige "Welt online".

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