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Boris Becker ätzt gegen Philipp Kohlschreiber

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Becker erneuert Kritik an Kohlschreiber

09.09.2012, 15:10 Uhr | sid, dpa

Boris Becker ätzt gegen Philipp Kohlschreiber. Stärkt Teamchef Patrik Kühnen den Rücken: Boris Becker. (Quelle: imago)

Stärkt Teamchef Patrik Kühnen den Rücken: Boris Becker. (Quelle: imago)

Boris Becker hat seine Kritik am derzeit besten deutschen Tennisprofi Philipp Kohlschreiber erneuert und dessen Nicht-Nominierung für das Davis-Cup-Relegationsspiel gegen Australien verteidigt. In der "Bild am Sonntag" stellte sich der dreimalige Wimbledonsieger vor Teamchef Patrik Kühnen.

Kohlschreibers Rauswurf aus dem Team für das Relegationsspiel im Hamburg gegen Australien (14. bis 16. September) sei "letztlich die Rechnung, die Philipp bezahlen muss für sein Nichterscheinen in Bamberg, sein Nichterscheinen bei Olympia und seine Aussagen, die er zuletzt getätigt hat. Irgendwann ist das Fass voll."

"Patrik ist 100-prozentig der richtige Mann"

Gleichzeitig wünschte sich die deutsche Tennis-Legende, dass die deutsche Nummer eins sich "in einer stillen Minute mal Gedanken macht, ob das alles so richtig war, weil wir nicht gerade mit Weltklassespielern gesegnet sind. Er ist wieder einer, spielt ein fantastisches Jahr. Er würde der Daviscup-Mannschaft guttun."

Kühnen hätte zwar zu spät das Gespräch mit Kohlschreiber gesucht, aber "das ist der einzige Kritikpunkt, den man haben könnte. Trotzdem: Diese Entscheidung stärkt ihn eher. Patrik ist 100-prozentig der richtige Mann. Er wird von den Entscheidungsträgern im DTB in keiner Weise infrage gestellt", sagte Becker.

Becker hofft bei Kohlschreiber auf Einsicht

Kohlschreibers Verzicht auf die Olympia-Teilnahme "ist sicher kein gutes Vorbild für die jungen Spieler. Die sagen dann: Wenn unser Klassenbester das macht, dann können wir uns das auch erlauben. Das ist das Problem", sagte Becker, der 1992 mit seinem Erzrivalen Michael Stich in Barcelona Gold im Doppel gewonnen hatte.

Becker glaubt, Kohlschreiber "interpretiert seine Rolle anders, als er sollte. Er soll über 45 Wochen Unternehmer sein, aber es gibt ein paar Wochen im Jahr, in denen man über den Tellerrand hinausschauen muss. Wo man sich fragen muss: Wo komme ich her? Wem habe ich etwas zu verdanken? Ist es gut für mein Image?", sagte Becker: "Wenn ich gut für Deutschland spiele, bekomme ich auch Sponsoren, kann mir dann das eine oder andere Turnier schenken. Ich weiß nicht, ob er optimal beraten ist. Ich rede vom großen Bild, das sieht er anscheinend nicht wirklich. Ich hoffe, dass der Philipp ein bisschen erwachsener wird und dann das Ganze etwas besser versteht."



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