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US Open Finale 2012: Andy Murray beendet den Fluch

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Murray beendet seinen Endspielfluch

11.09.2012, 08:48 Uhr | sid, dpa

US Open Finale 2012: Andy Murray beendet den Fluch. Der Schotte Andy Murray gewinnt erstmals bei den US-Open. (Quelle: dpa)

Der Schotte Andy Murray gewinnt erstmals bei den US-Open. (Quelle: dpa)

Tennis-Olympiasieger Andy Murray hat nach einem Fünf-Satz-Krimi im Finale der US Open den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere gefeiert. Der 25 Jahre alte Schotte setzte sich in New York gegen den serbischen Titelverteidiger Novak Djokovic nach einem teilweise hochklassigen Match über 4:54 Stunden mit 7:6 (12:10), 7:5, 2:6, 3:6, 6:2 durch. Murray krönte sich damit vor den Augen von James-Bond-Darsteller Sean Connery und Trainerlegende Sir Alex Ferguson von Manchester United zum ersten britischen Grand-Slam-Sieger seit Fred Perry im Jahr 1936.

"Es ist ein großartiges Gefühl", sagte Murray mehr erleichtert als euphorisch. Als bei seinem zweiten Matchball eine lange Vorhand von Djokovic im Aus landete, warf der neue US-Open-Champion seinen Schläger zu Boden, ging kurz in die Knie und schlug ungläubig die Hände vor den Mund. Murray kassierte für seinen Premieren-Triumph in Flushing Meadows ein Preisgeld in Höhe von 1,9 Millionen US-Dollar und verbessert sich im Ranking auf Platz drei.

Murray: "Bin sehr erleichtert"

Murray stand zum fünften Mal bei einem der vier wichtigsten Turniere im Endspiel. Bei den US Open 2008, den Australian Open 2010 und 2011 und in diesem Jahr in Wimbledon verlor er jeweils im Finale. "Ich bin sehr erleichtert. Ich weiß nicht, wie ich das am Ende noch geschafft habe. Novak hat so stark gespielt", sagte Murray nach dem Schlagabtausch im Arthur-Ashe-Stadium.

"Ich habe alles gegeben. Es hat nicht sollen sein. Glückwunsch an Andy zu seinem ersten Grand-Slam-Titel. Er hat es absolut verdient", sagte der geschlagene "Djoker" Djokovic, dessen Aufholjagd nach einem 0:2-Satzrückstand am Ende nicht belohnt wurde. "Ich bin enttäuscht, denn jede Niederlage ist bitter", sagte Djokovic weiter, der sich 65 unerzwungene Fehler leistete (Murray: 56).

Fast fünf Stunden Tennis der Extraklasse

Mit dem Sieg in 4:54 Stunden egalisierten Murray und Djokovic den Rekord für das längste US-Open-Finale, das bis dato Mats Wilander und der heutige Murray-Trainer Ivan Lendl 1988 bestritten hatten. Sie blieben aber noch deutlich hinter dem längsten Endspiel der Grand-Slam-Geschichte, das in diesem Jahr Djokovic und Rafael Nadal bei den Australian Open über 5:53 Stunden geboten hatten.

Längster Tiebreak der US-Open-Geschichte

Noch nie standen sich in einem Grand-Slam-Endspiel zwei Spieler gegenüber, die vom Alter her so dicht beieinanderliegen. Murray ist nur sieben Tage älter als Djokovic. Und ganz eng ging es auch im 87-minütigen ersten Durchgang zu. Nach dem mit 25 Minuten längsten Tiebreak, der je in einem US-Open-Finale gespielt wurde, nutzte Murray seinen sechsten Satzball zum 7:6 (12:10).

Im zweiten Durchgang führte der Schotte 4:0 und 5:2, ließ Djokovic aber nochmals auf 5:5 herankommen. Seinen zweiten Satzball nutzte Murray mit einem Break zum 7:5. Doch der Lendl-Schützling zeigte plötzlich Nerven, Djokovic wurde stärker und gewann den dritten und vierten Satz.

Vier verschiedene Grand-Slam-Sieger in einem Jahr

Obwohl Djokovic wegen des erst am Sonntag zu Ende gespielten Halbfinals gegen David Ferrer einen Tag weniger Pause hatte, war dem Australian-Open-Sieger lange kein Kräfteverschleiß anzumerken. Erst im fünften Satz beim 2:5-Rückstand musste sich der Serbe die Oberschenkel massieren lassen. Murray ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und machte schließlich den historischen Sieg perfekt. Sogar seinem Trainer Lendl huschte nach dem geschichtsträchtigen Erfolg seines Schützlings ein Lächeln über das Gesicht.

Erstmals seit 2003 (Andre Agassi bei den Australian Open, Juan Carlos Ferrero bei den French Open, Roger Federer in Wimbledon und Andy Roddick bei den US Open) gibt es damit wieder vier verschiedene Grand-Slam-Turniersieger in einem Jahr: 2012 siegte Djokovic in Melbourne, Nadal in Paris, Federer in Wimbledon und jetzt Murray in New York.


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