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Cedrik-Marcel Stebe schlägt Lleyton Hewitt: DTB-Team bleibt in Weltgruppe

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Team schafft Wende - Stebe sorgt für Klassenverbleib

17.09.2012, 10:38 Uhr | dpa

Cedrik-Marcel Stebe schlägt Lleyton Hewitt: DTB-Team bleibt in Weltgruppe. Cedrik-Marcel Stebe sicherte dem deutschen Davis-Cup-Team den Klassenverbleib.

Cedrik-Marcel Stebe sicherte dem deutschen Davis-Cup-Team den Klassenverbleib. (Quelle: dpa)

Hamburg (dpa) - Stebe gut, Ende gut: Tennis-Nothelfer Cedrik-Marcel Stebe hat sich zum großen Retter für das deutsche Davis-Cup-Team aufgeschwungen und gemeinsam mit dem neuen Führungsspieler Florian Mayer den dritten Weltgruppen-Abstieg verhindert.

Im wichtigsten Match seiner Karriere sorgte Stebe am Sonntag für den 3:2-Erfolg in der Relegation gegen Australien und ein Happy End nach einer Saison voller Querelen. "So ein Sieg muss gefeiert werden", sagte der erleichterte Teamchef Patrik Kühnen.

Auf dem Center Court am Hamburger Rothenbaum bildeten die Gastgeber am Sonntag nach Stebes unerwartet klarem 6:4, 6:1, 6:4 gegen den früheren Weltranglisten-Ersten Lleyton Hewitt eine Jubeltraube und begossen mit einer Magnum-Flasche Champagner den schwer erkämpften Sieg. Dann absolvierte Stebe, der für den verletzten Philipp Petzschner im entscheidenden Match einspringen musste, in eine Deutschland-Fahne gehüllt eine Ehrenrunde.

"Was er heute geleistet hat, ist sensationell. Das zeigt, aus welchem Holz er geschnitzt ist", meinte Kühnen. Der Matchwinner gab zu: "Am Anfang war ich ein bisschen nervös. Ich habe versucht, nicht zu verkrampft zu spielen. Das ist der größte Erfolg meiner Karriere."

Auch Mayer ging noch auf eine Ehrenrunde. Der Bayreuther hatte mit 6:4, 6:2, 6:3 gegen Bernard Tomic den 1:2-Rückstand vor dem Abschlusstag egalisiert und zum zweiten Mal am Wochenende überzeugt. "Klar stand ich auch heute unter Druck, aber das Publikum hat mich super unterstützt. Ich habe richtig gut gespielt", sagte Mayer.

Letztlich verkraftete die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes das Fehlen des nicht nominierten Philipp Kohlschreiber und des pausierenden Tommy Haas. "Mir ging es immer nur um den Erfolg der Mannschaft. Man hat gesehen, dass in einem intakten Team Kräfte frei werden", betonte Kühnen, dessen seit zehn Jahren laufender Vertrag auch im Fall des Abstiegs verlängert werden sollte.

Die Vorzeichen vor dem Sonntag waren schlecht, nachdem das Doppel am Samstag verloren gegangen war. Petzschner und vor allem Benjamin Becker fanden beim 3:6, 2:6, 6:2, 6:7 (4:7) gegen Hewitt und Chris Guccione zu spät ins Match. Zu allem Überfluss klagte Petzschner danach über eine Reizung der Quadrizepssehne im linken Knie. Der Bayreuther hätte eigentlich gegen Hewitt spielen sollen, doch die Schmerzen waren auch am Sonntag beim Einschlagen nicht verschwunden.

Damit musste Stebe nach seiner Auftaktniederlage gegen Tomic erneut auf den Platz. Immerhin hatte er Hewitt bei den Australian Open im Januar trotz seines Ausscheidens eine beherzte Partie geliefert. Allerdings verlor der 21-Jährige aus Vaihingen/Enz bei erstmals gutem Tennis-Wetter am Wochenende und milden Temperaturen gleich seine ersten beiden Aufschlagsspiele zum 0:3. Danach gelang ihm das erste Rebreak und der erste Spielgewinn bei eigenem Service. Von diesem Moment an stieg das Selbstvertrauen beim Linkshänder sprunghaft, und das Match nahm einen nicht für möglich gehaltenen Verlauf. Nach dem 2:4 holte sich Stebe neun Spiele in Serie.

Der 127. der Weltrangliste reduzierte die Zahl seiner Fehler in den vielen langen Ballwechseln, auf der anderen Seite gelang Altmeister Hewitt kaum noch etwas. Die Fehlerquote beim 31-Jährigen war bei zeitweiligem Sonnenschein erschreckend. In seinem dritten Match des Wochenendes wirkte der nur noch auf Rang 100 notierte einstige Wimbledon- und US-Open-Sieger selbst ratlos.

Die 4500 Zuschauer am Rothenbaum und das übrige deutsche Team fieberten dagegen begeistert mit Stebe mit. Der Blondschopf mit dem weißen Stirnband behielt bei seinem zweiten Davis-Cup-Einsatz die Nerven, schaffte ein Break zum 4:3 im dritten Satz und profitierte nach gut zwei Stunden beim ersten Matchball vom 49. leichten Fehler Hewitts, der eine Vorhand ins Netz setzte. Damit bleibt der 28-malige Cup-Sieger Australien, der 2007 abgestiegen war, erneut zweitklassig.

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