20.01.2013, 16:33 Uhr | sid
Nach seiner nervenaufreibenden Spätschicht riss sich Novak Djokovic sein Hemd vom Leib und schrie seine Erleichterung in den Nachthimmel von Melbourne. Erst nach 5:02 Stunden hatte der topgesetzte Titelverteidiger im Achtelfinale der Australian Open den zeitweise wie entfesselt aufspielenden Stanislas Wawrinka mit 1:6, 7:5, 6:4, 6:7 (5:7), 12:10 besiegt.
"Er hätte den Erfolg genauso verdient gehabt. Dieses Match bedeutet mir sehr viel. Es ist schwer, Worte zu finden", sagte Djokovic nach seinem Viertelfinal-Einzug: "Das war eines der aufregendsten Spiele meiner Karriere."
Nach dem Verlust des Auftaksatzes lag Djokovic im zweiten Durchgang bereits mit 2:5 in Rückstand. Auch im entscheidenden Satz hatte der fünfmalige Grand-Slam-Sieger in der Rod-Laver-Arena einige bange Momente zu überstehen. Djokovic musste beim Stand von 4:4 vier Breakbälle abwehren. Die Entscheidung fiel, als er Wawrinka zum Matchgewinn breakte und seinen dritten Matchball nutzte.
Djokovic musste wie auch Wawrinka insgesamt sieben Mal seinen Aufschlag abgeben. Der letzte Satz dauerte alleine 1:44 Stunden. Bei einem Grand-Slam-Turnier hatte der Weltranglistenerste zuletzt im Mai 2009 bei den French Open in Paris ein Viertelfinale verpasst. Djokovic schraubte seine Quote in Melbourne auf 36:5 Erfolge.
Sollte der 25-Jährige in Down Under mindestens das Halbfinale erreichen, würde er die Führung in der Weltrangliste definitiv behalten. Wenn Djokovic den Einzug in die Runde der letzten Vier allerdings nicht schafft und gleichzeitig Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer den Titel holt, wäre der Schweizer wieder die Nummer eins.
In der Runde der letzten Acht trifft Djokovic am Dienstag auf den tschechischen Davis-Cup-Gewinner Tomas Berdych, der Kevin Anderson (Südafrika) beim 6:3, 6:2, 7:6 (15:13) kaum eine Chance ließ.
Julia Görges und Angelique Kerber sind im Achtelfinale hingegen ausgeschieden. Kerber verlor gegen die Russin Jekaterina Makarowa mit 5:7, 4:6 und klagte danach über Beschwerden am Rücken. Görges unterlag der an Nummer sechs gesetzten Chinesin Li Na mit 6:7 (6:8), 1:6 und haderte danach vor allem mit einem leicht vergebenen Satzball im ersten Durchgang. Das erste Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison geht damit ohne deutsche Beteiligung in die zweite Woche.
Quelle: sid
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