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Pilic: Chance für DTB-Team im Davis Cup gegen Spanien

13.12.2013, 11:27 Uhr | dpa

Pilic: Chance für DTB-Team im Davis Cup gegen Spanien. Niki Pilic sieht für Deutschland Chancen im Davis Cup gegen Spanien.

Niki Pilic sieht für Deutschland Chancen im Davis Cup gegen Spanien. Foto (2005): Pavel Neubauer Foto: epa Pavel Neubauer. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Den ersten deutschen Davis-Cup-Triumph hat Niki Pilic noch gut in Erinnerung. Im Interview der Nachrichtenagentur dpa spricht Tennis-Trainer Pilic über die Atmosphäre in Göteborg vor 25 Jahren.

An einem Samstag im Advent 1988 sicherte sich der damalige Teamkapitän mit Spitzenspieler Boris Becker, Überraschungsmann Carl-Uwe Steeb, Doppelspezialist Eric Jelen und Ersatzmann Patrik Kühnen in Schweden den begehrten Pokal, auch liebevoll die "hässlichste Salatschüssel der Welt" genannt.

Frage: Welche Erinnerungen kommen Ihnen als Erstes in den Kopf, wenn Sie an den ersten deutschen Davis-Cup-Sieg denken?

Pilic: Schweden war absoluter Favorit. Aber unser Teamgeist war fantastisch. Wir haben uns fast 14 Tage in Neuss vorbereitet. Fast niemand hat gedacht, dass wir eine Chance haben. Aber mit unglaublichem Willen und mit dem Stolz, für das Land zu spielen, haben wir es geschafft. Das war eine große Überraschung. Denn wir hatten nur einen Weltklassespieler.

Frage: Das erste Einzel von Carl-Uwe Steeb gegen Mats Wilander verlief mit einem abgewehrten Matchball besonders dramatisch.

Pilic: Mats Wilander war Nummer eins der Welt, wir haben auf Sand gespielt, wo er Roland Garros (French Open - Red.) gewonnen hat. Er hat 1988 kein Match in fünf Sätzen verloren, er hatte Matchball... Es gab viele Komponenten zu sagen, dass Charly keine Chance hat. Aber im Davis Cup weißt du nie, was passiert.

Frage: Wie war die Stimmung nach dem Sieg?

Pilic: Es waren viele Deutsche mit Fahnen da. Ich habe gedacht, Göteborg ist eine deutsche Stadt. Da war eine fantastische Stimmung. Ich war nach dem Abendessen in meinem Zimmer und wollte schlafen, und dann kamen die Spieler und haben mich aus dem Pyjama gerissen, und wir sind in eine Disco gegangen.

Frage: Wie schwierig ist es, in solchen Spielen auf der Bank zu sitzen. Ist es schwieriger, als selbst zu spielen?

Pilic: Hundertmal schwieriger ist es, auf der Bank zu sitzen. In Amerika zum Beispiel war das erste Match vier Stunden 50 Minuten lang. Das zweite Match sechs Stunden. Ich war elf Stunden auf dem Platz, und jeder Punkt war wichtig. Ein Trainer braucht einen starken Willen. Um jeden Tag darüber zu reden, wie wichtig es ist, im Davis Cup zu spielen und über den Unterschied zu einem Helden.

Frage: Boris Becker war damals der Star im Team. Hatte er eine Sonderrolle?

Pilic: Nein. Sie waren Freunde. Boris war ein Megastar, aber wenn wir am Tisch gesessen haben, waren alle gleich. Aber natürlich habe ich mit Boris mal unter vier Augen gesprochen, wenn es wichtig war. Das waren Kleinigkeiten, zum Beispiel, wenn wir den Trainingsplatz von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr hatten. Dann wollten alle um 10.30 Uhr, dass er dann auch mal um 9.00 Uhr dran ist.

Frage: Haben Sie noch Kontakt zu Becker, Steeb, Jelen und Kühnen?

Pilic: Wir treffen uns ein-, zweimal pro Jahr, bei einem Turnier oder bei einem Abendessen.

Frage: Ende Januar trifft Deutschland in der Erstrundenpartie auf Spanien. Was trauen Sie dem deutschen Davis-Cup-Team zu?

Antwort: Wenn Nadal und Ferrer spielen und Verdasco im Doppel, dann hat Deutschland keine große Chance. Aber wenn die Spanier ohne Nadal spielen, dann haben die Deutschen eine Chance. Kohlschreiber, Mayer sind gute Spieler, dann muss Spanien aufpassen.

Frage: Was fehlt Deutschland, um mal wieder den Davis Cup zu gewinnen?

Antwort: Da müsste noch ein Boris Becker oder ein Michael Stich kommen. Deutschland ist ziemlich gut, aber nicht in der Becker-Qualität oder Stich-Qualität.

Zur Person: Der mittlerweile 74-jährige Nikola Pilic gewann 1988, 1989 und 1993 als deutscher Teamchef den wichtigsten Mannschaftswettbewerb im Tennis. 2005 führte der ehemalige Weltklasse-Spieler auch das kroatische Team zum Davis-Cup-Sieg. 1991 war er einige Monate lang der private Coach von Boris Becker, zudem formte er Weltklasse-Spieler wie den Serben Novak Djokovic. Noch immer steht er jeden Tag als Trainer auf dem Tennisplatz.

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