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Niki Pilic: "Für Boris Becker sind die Australian Open entscheidend"

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Interview  

Pilic: "Für Becker sind die Australian Open entscheidend"

10.01.2014, 12:44 Uhr | t-online.de

Niki Pilic: "Für Boris Becker sind die Australian Open entscheidend". Auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft? Tennis-Superstar Novak Djokovic (li.) holt sich Ex-Weltklassespieler Boris Becker an seine Seite. (Quelle: dpa)

Auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft? Tennis-Superstar Novak Djokovic (li.) holt sich Ex-Weltklassespieler Boris Becker an seine Seite. (Quelle: dpa)

Das Interview führte Nils Tittizer

Das erste große Tennis-Highlight des Jahres steht kurz bevor. Wenn bei den Australian Open (13.-26.01.) die Weltelite auf Trophäenjagd geht, ist eine Legende wieder zurück auf großer Bühne. Boris Becker wird als neues Mitglied im Trainerstab versuchen, den Weltranglistenzweiten Novak Djokovic zu seinem fünften Titel in Melbourne zu coachen. Einer, der beide Protagonisten sehr gut kennt, ist Niki Pilic. Der 74-Jährige legte bei Djokovic den Grundstein für eine spätere Weltklasse-Karriere und führte Becker zu zwei Davis-Cup-Siegen.

Im Gespräch mit t-online.de spricht Pilic über die Brisanz von Beckers neuem Job, einen neuen deutschen Shooting-Star und warum auch Rafael Nadal sich einen ehemaligen Weltklassespieler an seine Seite holen sollte.

t-online.de: Zuletzt haben ein paar deutsche Spieler beim Turnier in Doha für mächtig Furore gesorgt: Im Viertelfinale standen vier Deutsche, ins Halbfinale schafften es dann noch zwei DTB-Profis. Ist das ein gutes Omen für die Australian Open?
Niki Pilic: Die deutschen Herren sind derzeit in einer guten Form. In Doha haben sie zwar sehr gut gespielt, aber in Melbourne wird es anders laufen. Da treffen sie dann auf die Besten der Besten. Einfach wird es nicht werden.

Peter Gowojczyk hat als Nummer 162 der Welt in Doha aufhorchen lassen. Nachdem er zuerst Philipp Kohlschreiber und dann Dustin Brown geschlagen hatte, nahm er Rafael Nadal im Halbfinale sogar einen Satz ab. Wo sehen Sie den 24-Jährigen in den nächsten Monaten und Jahren?
Ich kenne Peter sehr gut. Er hat auch in meiner Tennis-Akademie trainiert. In Doha hat er beeindruckt. Ich bin mir absolut sicher, dass er bald in den Top 40 zu sehen sein wird.

Aber mit 24-Jahren ist auch Gowojczyk bereits relativ alt.
Das kann man nicht pauschalisieren. Der eine Spieler braucht für seinen Durchbruch drei bis vier Jahre, der andere eben sieben bis acht. Bei ihm scheint das Eis jetzt gebrochen zu sein.

Kommen wir auf Boris Becker zu sprechen. Waren Sie überrascht, dass Djokovic ihn verpflichtet hat?
Absolut. Novak hat mich vorher nicht angerufen und nach meiner Meinung gefragt. Ich denke, dass das von seinem Management initialisiert wurde. Aber ich finde diesen Schritt richtig.

Der deutsche Davis-Cup-Kapitän Niki Pilic (Mi.) steht mit seinen Tennisstars (li-re) Boris Becker, Patrick Kühnen, Eric Jelen und Carl-Uwe Steeb 1988 in Göteborg hinter der Trophäe. (Quelle: dpa)Der deutsche Davis-Cup-Kapitän Niki Pilic (Mi.) steht mit seinen Tennisstars (li-re) Boris Becker, Patrick Kühnen, Eric Jelen und Carl-Uwe Steeb 1988 in Göteborg hinter der Trophäe. (Quelle: dpa)

Murray hat es vorgemacht und Ivan Lendl engagiert. Djokovic verpflichtet Becker und Roger Federer Stefan Edberg. Warum geht der Trend dahin, erfahrene Ex-Weltklassespieler zu verpflichten?
Endlich ist das eingetreten, was ich schon immer gepredigt habe. Sehr viele Trainer auf der Tour haben keine Ahnung. Diese Trainer haben nicht die Erfahrung, was es bedeutet, in einem Grand-Slam-Finale zu stehen, oder wie man sich auf ein Wimbledon-Finale mental vorzubereiten hat. Edberg oder Becker haben dieses Know-How. Als ich gehört habe, dass Murray Lendl verpflichtet hat, war ich absolut davon überzeugt, dass das fruchten wird. Und Murrays Siege bei den US Open und in Wimbledon geben mir recht.

Wäre es dann auch für Nadal der logische Schritt, einen erfolgreichen Ex-Spieler in sein Team zu holen?
Rafaels Onkel Toni ist als Familienmitglied mit Sicherheit etwas Besonderes. Aber glauben sie mir, es ist nochmal etwas anderes, wenn ich selbst einmal in einem Finale eines großen Grand-Slam-Turniers gestanden habe. Deshalb sollte auch er sich überlegen, einen Ex-Weltklassespieler an seine Seite zu holen.

Hätten Sie sich ein weiteres Mal gewünscht, mit Djokovic zusammenzuarbeiten?
Nein! Ich bin mittlerweile 74 Jahre alt. Ich habe über 50 Jahre zwischen Tennisplatz, Flughafen und Hotel gependelt. Ich habe sehr viele Leute trainiert und auch betreut. Novak hat unter meiner Leitung seine ersten ATP-Punkte gewonnen. Er war viereinhalb Jahre bei mir in der Akademie. Ich denke, dass dieser Job nichts mehr für mich ist. Egal wer mich fragen würde, ich würde ablehnen.

Was kann Becker bei Djokovic noch verbessern?
Mental ist Djokovic einer der Besten der Welt. In diesem Bereich braucht er keine Unterstützung. Aber zwei Leute wissen mehr, als einer. Becker kann mit seiner Erfahrung helfen und Djokovics Spielverlauf optimieren. Ob er in gewissen Situationen eher kurze Punkte spielen soll oder doch lange. Anschließend kann er mit seinem Team das Match analysieren und neue Impulse geben.

Was muss Becker an sich ändern?
Er muss seinen Lifestyle zu 100 Prozent ändern. Boris hat unglaublich viel Ahnung von Tennis. Er war ein genialer Spieler. Aber jetzt muss er hart arbeiten. Doch am allerwichtigsten ist, dass er jetzt lernt, sich in die zweite Reihe zu stellen. Sein ganzes Leben stand er im Rampenlicht. Das darf er in der Zusammenarbeit mit Novak nicht mehr. Jetzt muss Becker clever sein und seinen Schützling mehr reden lassen.

Was ist drin für das Team Djokovic/Becker bei den Australian Open?
Für Becker sind die Australian Open entscheidend. Es schauen nun sehr viele Kritiker auf seine Arbeit und das Abschneiden von Djokovic. Wenn er im Finale steht oder sogar gewinnt, kann Becker zufrieden sein. Sollte er aber vor dem Halbfinale scheitern, dann wird es schwierig für Becker. Trotzdem sollte man ihm auch etwas Zeit geben.


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