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Australian Open 2014: Rafael Nadal weist Roger Federer in die Schranken

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Kein Schweizer Finale  

Nadal weist Federer deutlich in die Schranken

24.01.2014, 15:03 Uhr | dpa

Australian Open 2014: Rafael Nadal weist Roger Federer in die Schranken. Rafael Nadal steht zum dritten Mal in seiner Tennis-Karriere im Finale der Australian Open. (Quelle: AP/dpa)

Rafael Nadal steht zum dritten Mal in seiner Tennis-Karriere im Finale der Australian Open. (Quelle: AP/dpa)

Rafael Nadal warf den Kopf in den Nacken und streckte triumphierend die Arme in den Nachthimmel über Melbourne. Wenige Meter weiter packte Roger Federer seine Sachen zusammen - geschlagen, enttäuscht, frustriert. Nach dem Halbfinale der Australian Open lagen Gefühlswelten zwischen den beiden Superstars, und in den zweieinhalb Stunden zuvor hatte sie schon beinahe eine ganze Tennis-Klasse getrennt.

Beim 7:6 (7:4), 6:3, 6:3 dominierte Nadal seinen großen Rivalen fast nach Belieben und gewann die 33. Auflage des ewig jungen Klassikers. Der Weltranglistenerste aus Spanien stürmte mit einer brillanten Vorstellung ins Finale am Sonntag (9.30 Uhr MEZ). Sein Gegner, Federers Schweizer Landsmann Stanislas Wawrinka, muss Nadals Demonstration mit einem flauen Gefühl im Magen verfolgt haben.

23. Sieg über Federer

Der Spanier ist in herausragender Form und in zwölf Begegnungen mit Wawrinka noch ohne einen einzigen Satzverlust. Sein 23. Sieg über Rekordmann Federer dürfte Nadals Selbstvertrauen zusätzlich in unermessliche Höhen steigern. "Heute Abend habe ich das beste Match im gesamten Turnier gespielt", sagte der 27-Jährige: "Ich bin sehr, sehr glücklich, dass mir das ausgerechnet im Halbfinale gegen Roger geglückt ist."

Federer: "Rafa hat kaum Fehler gemacht"

Zwei Stunden lang ließ Nadal nicht einen Breakball zu, erst bei 2:1 im dritten Satz wackelte er bei seinem Aufschlag. Es war die einzige Nachlässigkeit des Linkshänders, der sich von einer offenen Wunde in der Handfläche nicht beeindrucken ließ. Federer gab sich angesichts der Überlegenheit zerknirscht: "Rafa war stark, wie so oft gegen mich. Er hat kaum Fehler gemacht. Frustrierend war, dass ich mir so wenig Chancen bei seinem Aufschlag erarbeitet habe", sagte der 32-Jährige.

Nach seinen Erfolgen über Jo-Wilfried Tsonga und Wimbledonsieger Andy Murray hatte sich der 17-malige Grand-Slam-Champion auch gegen Nadal Chancen ausgerechnet, wurde jedoch wieder einmal enttäuscht.

Federer genervt von Nadals Stöhnen

Wie sehr ihn der Klassenunterschied getroffen hatte, zeigte sich schon auf dem Platz. Der sonst so beherrschte Tennis-Gentleman meckerte über Nadals Stöhnen und die langen Pausen, die sich sein Gegenüber zwischen den Ballwechseln nahm. "Ich beschwere mich ja nicht so oft, aber ich meine: Entweder man hat Regeln oder nicht", sagte Federer ungewohnt genervt. Der ewige Schlaghagel auf seine Rückhand hatte ihn merklich aus der Balance gebracht.

Als Entschuldigung für seine Niederlage wollte er Nadals Verhalten allerdings nicht verstanden wissen: "Ich habe das Match nicht deshalb verloren. Ich wollte es nur einmal erwähnt haben."

Nadal vor 14. Grand-Slam-Sieg

Trotz der Demontage reist Federer nicht "zu enttäuscht" aus Melbourne ab. "Das war insgesamt ein Schritt in die richtige Richtung. Ich glaube daran, dass es ein gutes Jahr für mich wird", sagte er. Nadal könnte die Saison am Sonntag mit einem Paukenschlag beginnen und seiner glanzvollen Karriere eine feine historische Note hinzufügen. Mit einem Sieg über Wawrinka wäre der Mallorquiner der erste Spieler in der Open Era (seit 1968), der alle Grand-Slam-Turniere zweimal gewonnen hätte.

Es wäre gleichzeitig sein 14. Major-Titel, Nadal würde mit dem großen Pete Sampras gleichziehen. Da passt es doch perfekt, dass der Amerikaner bei der Siegerehrung den Pokal überreicht.

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