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Andrea Petkovic im Interview: "Gefreut wie ein Honigkuchenpferd"

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Vor Fed-Cup-Halbfinale  

Andrea Petkovic: "Eine absolute Spitzenleistung ist gefragt"

17.04.2014, 23:04 Uhr | t-online.de

Andrea Petkovic im Interview: "Gefreut wie ein Honigkuchenpferd". Andrea Petkovic: "Habe mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd" (Quelle: imago/PanoramiC)

Andrea Petkovic: "Habe mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd" (Quelle: PanoramiC/imago)

Nach mehreren schweren Verletzungen hat sich Tennisprofi Andrea Petkovic zurückgekämpft und feierte jüngst mit dem Turniersieg von Charleston den größten Erfolg ihrer Karriere. Den Schwung will die 26-Jährige mitnehmen, wenn es dieses Wochenende mit dem deutschen Fed-Cup-Team zum Halbfinale gegen Australien geht. Im Interview mit T-Online.de spricht Petkovic über die Arbeit mit ihrem neuen Trainer, berufsbedingte Reisestrapazen und Duelle gegen Landsleute.

T-Online.de: Vor Ihnen liegt das Fed-Cup-Halbfinale gegen Australien. Was rechnen Sie sich aus?

Andrea Petkovic: Wir müssen den Blick auf Weltranglistenpositionen vermeiden, denn das ist ein trügerisches Bild. Eine absolute Spitzenleistung ist gefragt. Die Australierinnen haben mit Samantha Stosur eine Spielerin in ihren Reihen, die bereits die US Open gewonnen hat. Für mich persönlich kommt dazu, dass ich mich auf Hartplatz umstellen muss, da ich gerade vom Sand komme. Ein weiterer Faktor sind die australischen Fans, die für ihre Tennisbegeisterung bekannt sind. Die werden ihr Team nochmal ordentlich nach vorne peitschen. Wir werden natürlich alles daran setzen, mit einem Sieg zurückkommen. Deutschland steht zum ersten Mal seit 19 Jahren in einem Fed-Cup-Halbfinale. Wir sind nun so dicht dran an unserem Traum, den Titel zu holen. Allein das ist Motivation genug.

Turniersieg!  
Andrea Petkovic tanzt in Charleston

Die Highlights der Finalpartie in Charleston gegen Jana Cepelova. Video

Die beschwerliche An- und Abreise nach Australien wurde häufig thematisiert. Ist es wirklich so schlimm?

Die Anreise ist ja für alle gleich beschwerlich, es gibt nur einen Unterschied: Die Australierinnen sind teilweise schon 2-3 Wochen hier. Wir haben nur fünf Tage, um uns einzugewöhnen. Das ist selbst für einen Körper, der es gewohnt ist, durch alle erdenklichen Zeitzonen zu reisen, eine Herausforderung. Auch im Anschluss wird es heftig. Wir fliegen gleich noch am Sonntag wieder Richtung Stuttgart, um das Turnier dort zu spielen. Da sind wir dann im Nachteil gegenüber den Spielerinnen, die sich ohne Fed-Cup-Einsatz in Ruhe vorbereiten können. Aber so ist es eben. Das häufige Reisen gehört dazu, wenn man Tennisprofi ist.

Der Triumph in Charleston war der größte Turniersieg Ihrer Karriere. Dennoch wirkten Sie nach dem verwandelten Matchball relativ gefasst. Sind Sie vorsichtig geworden?

Ich habe während meiner Karriere nun inzwischen schon viele schöne Hochs erlebt – und auch Tiefs. Es ist ein natürlicher Prozess, dass man Erfolge und Misserfolge für sich selbst etwas relativieren muss, damit es einen nicht zu sehr aus dem Rhythmus bringt. Konstanz ist im Tennis eine der wichtigsten Komponenten. Ich will nicht den Fehler machen, mein Soll nun erfüllt zu sehen und mich innerlich zurückzulehnen. Die Tour ist lang. Ich versuche, am Saisonende zu schauen, ob das Jahr nach meinen Vorstellungen war. Aber seien Sie sicher, dass ich mich über den Sieg in Charleston gefreut habe wie ein Honigkuchenpferd.

Haben Sie sich selber überrascht?

Ehrlich gesagt ja. Obwohl ich eigentlich weiß, was ich kann, zweifle ich auch häufig an mir. Es gab gerade im Zuge der ganzen Verletzungen Phasen, in denen ich nicht wusste, ob ich meine Karriere fortsetze. Ich habe mich sogar in meinem Umfeld nach Job-Möglichkeiten umgehört – und das war nur halb im Scherz. Man kann schwer in Worte fassen, wie schwierig es zu akzeptieren ist, dass man Dinge erst wieder neu lernen muss, die man schon einmal konnte. Häufig denkt man, der schlimmste Moment ist der, in dem die Verletzung passiert. In Wahrheit ist es aber der Moment, in dem man erstmals wieder auf dem Platz steht. Man fühlt sich wie ein blutiger Anfänger und denkt, man hätte alles verlernt. Dass ich so schnell einen so großen Turniersieg einfahre, hätte ich nicht erwartet.

Welchen Anteil hat Ihr neuer Trainer Eric van Harpen an dem Erfolg?

Während ich früher den Fokus eher auf die Fitness und Kondition gelegt habe, arbeite ich mit Eric verstärkt an meiner Technik. Wenn man die Schlägerführung optimiert, kann man die gleiche Schlaghärte mit weniger Krafteinsatz erreichen. Ich habe jetzt schon etwa vier Kilogramm Muskelmasse abgebaut. Das wiederum hilft mir, mich auf dem Platz besser zu bewegen und die Gelenke werden weniger belastet. Am Anfang war das für mich eine ziemliche Umstellung, aber inzwischen trägt die Arbeit mit Eric Früchte.

Sie haben Sabine Lisicki im Achtelfinale von Charleston deutlich mit 6:1 und 6:0 besiegt. Ist es nicht komisch, gegen eine Landsmännin zu spielen, die man so gut kennt?

Das Verrückte war ja, dass es unser erstes Aufeinandertreffen auf der Tour überhaupt war. Es war schon ein sehr besonderes Match, zumal man sich ja eigentlich immer wünscht, dass die anderen deutschen Spielerinnen möglichst weit kommen. Wir haben schon unzählige Male zusammen trainiert. Die Herausforderung ist dann, die ganzen Erkenntnisse aus den Trainingssessions in der Matchsituation wieder abzurufen und sich klar zu machen, dass Training und Match zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Das ist mir glücklicherweise etwas besser gelungen. Sabine war superfair und kollegial. Sie hat mir im Anschluss auch nochmal abseits des Platzes gratuliert und sich mit mir über den Turniersieg gefreut.

Haben sich Ihre Saisonziele nun geändert?

Für mich ist das Abschneiden bei den Grand Slams immens wichtig. Bisher steht da in diesem Jahr ein Erstrunden-Aus bei den Australian Open zu Buche. Das ist nicht das, was ich mir vorstelle. Ich versuche, den Schwung von Charleston für den Rest der Saison mitzunehmen. Aber ich denke jetzt gewiss nicht, dass ich schon wieder da bin, wo ich 2011 schon einmal war. Da fehlen noch ein paar Prozent.

Das Interview führte Nils Tittizer

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