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Wimbledon 2014: Ende des Abenteuers für Tim Pütz und Benjamin Becker

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Wimbledon 2014  

Ende des Wimbledon-Abenteuers für Pütz - Becker raus

26.06.2014, 09:20 Uhr | dpa

Wimbledon 2014: Ende des Abenteuers für Tim Pütz und Benjamin Becker. Für Tim Pütz war nach der zweiten Runde das Abenteuer Wimbledon beendet.

Für Tim Pütz war nach der zweiten Runde das Abenteuer Wimbledon beendet. Foto: Tatjana Zenkowich. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Das Abenteuer von Tim Pütz bei Wimbledon 2014 ist vorbei. Trotz einer couragierten Vorstellung verlor der 26 Jahre alte Qualifikant mit 6:2, 4:6, 6:7 (6:8), 3:6 gegen den Weltranglisten-15. Fabio Fognini aus Italien und schied damit bei seiner Grand-Slam-Premiere in der zweiten Runde aus.

Auf eine fast märchenhaft anmutende Weise war der Frankfurter überhaupt erst Profi geworden und so beim berühmtesten Tennisturnier der Welt angetreten. Auch Runde drei war möglich.

Die Vorentscheidung fiel, als sich der Italiener den dritten Satz sicherte. Im Tiebreak führte der deutsche Nobody auch nach einem feinem Stoppball bereits mit 4:0. Der Vorsprung ging dahin, dennoch stand Pütz kurz vor einer 2:1-Satzführung. Zwei Satzbälle vergab er, einen bei eigenem Aufschlag. "Das war wie ein Stich ins Herz, das war demoralisierend", gab der Außenseiter zu. "Bei den Satzbällen kann ich mir nichts vorwerfen." Doch die Chance war vertan, Pütz musste am Ende als Verlierer die Tasche packen.

Eigentlich hatte sich Pütz gegen eine Profi-Laufbahn entschieden. Nur weil er an der Frankfurter Universität keinen Platz für ein Master-Studium abbekam, änderte er seinen Plan. Vor nicht einmal zwei Jahren ging er als Profi auf die Tour.

Eine Niederlage musste auch Benjamin Becker hinnehmen. Der 33-Jährige unterlag dem Ukrainer Alexander Dolgopolow gehandicapt von einer Verletzung 7:6 (7:4), 6:7 (0:7), 3:6, 4:6. Damit erreichte am dritten Turniertag an der Church Road kein Deutscher Runde drei.

In seinem erst sechsten Match auf Rasen überhaupt startete Pütz ruhig und konzentriert. Auf Court 16, der eingezwängt zwischen dem Centre Court und Court 1 liegt, offenbarte er gegen seinen launischen Rivalen anfangs kaum Emotionen. "Es ist schon teilweise ein bisschen langweilig", hatte der Newcomer über Rasen-Tennis gesagt und auch die kurzen Ballwechsel gemeint. An dem sonnigen Nachmittag im Londoner Südwesten durfte ihm das egal gewesen sein, wenn seine Aufschläge unerreichbar einschlugen oder Punktgewinne vorbereiteten - und er den Favoriten damit über weite Strecken mächtig ärgerte.

236 Plätze trennten die beiden in der Weltrangliste, das beeindruckte den unbekannten Deutschen aber nicht. Von einer Gruppe mit Mutter und Freunden angefeuert, holte er sich mit einem erlaufenen Stopp den ersten Satzball - und ballte wenig später die Faust. Nach Satz eins durfte der Rechtshänder noch an die Sensation glauben.

Seine Reise nach England bot eine wundervolle Geschichte. "Unreal" kam sie ihm selbst vor. Als Kind hatte er vor dem Fernseher gehockt, als Wimbledon lief. Nun spielte er selbst auf der berühmten Anlage. Erst zum dritten Mal probierte sich der Hesse und frühere College-Spieler in der Qualifikation zu einem der vier größten Turniere, erstmals erreichte er das Hauptfeld. Nach dem verlorenen Tiebreak konnte sich Pütz nicht mehr zurückkämpfen. Fünf Sätze habe er noch nie gespielt, vielleicht war auch das ein Grund, meinte er.

Noch hofft Pütz, in die Doppel-Konkurrenz nachzurücken. Ansonsten fliegt der spätberufene Profi am Donnerstag zurück, nimmt sich eine kleine Auszeit und will Anfang Juli in Stuttgart im Doppel antreten.

Unglücklich lief die Partie auf Platz acht für Becker, der sich nach dem gewonnen ersten Satz mehrfach behandeln lassen musste. Beim 1:0 im zweiten Durchgang ließ sich der Deutsche den Oberschenkel bandagieren und spielte anschließend gehandicapt weiter. Zwar rettete sich der Routinier erneut in den Tiebreak, gewann darin aber keinen Punkt. Kämpferisch hielt der 33-Jährige gegen die Nummer 21 der Setzliste weiter durch. Aber auch der Finalist von 's-Hertogenbosch konnte den bitteren Tag für die deutschen Tennis-Profis nicht verhindern.

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