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Roger Federer bei US Open 2014 mit großer Aufholjagd gegen Monfils

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US Open 2014  

Federers sagenhafte Aufholjagd in New York

05.09.2014, 14:15 Uhr | dpa

Roger Federer bei US Open 2014 mit großer Aufholjagd gegen Monfils. Roger Federer wehrte zwei Matchbälle ab und wurde für seinen Kampf belohnt.

Roger Federer wehrte zwei Matchbälle ab und wurde für seinen Kampf belohnt. Foto: Daniel Murphy. (Quelle: dpa)

New York (dpa) - Mit einem langgezogenen "Yeeeeeees"-Schrei feierte Roger Federer seine sagenhafte Aufholjagd. Noch nie hat der langjährige Herrscher über das Herren-Tennis bei einem Grand-Slam-Turnier einen Matchball abgewehrt und danach noch gewonnen.

Noch nie bis zu diesem denkwürdigen US-Open-Viertelfinale am 4. September 2014 gegen den französischen Artisten Gaël Monfils. Es war gegen 23 Uhr am Donnerstagabend, als der 33 Jahre alte Schweizer auf die Anzeigetafel blickte und in Gedanken schon die Pressekonferenz des Verlierers durchspielte.

4:6, 3:6, 6:4, 4:5 und 15:40 lag der fünfmalige US-Open-Champion zurück. Zwei Matchbälle für Monfils. "In dem Moment dachte ich nur: Geh wenigstens kämpfend unter", sagte Federer später. Wieder nix mit dem 18. Grand-Slam-Titel, wieder ein sportlicher Rückschlag für den doppelten Zwillingsvater, wieder eine vertane Chance. "Das ist ein sehr frustrierender Moment. Das ist nicht lustig, weil du so kurz davor stehst, den Platz verlassen zu müssen, den Kopf hängen zu lassen, eine Dusche zu nehmen und die Fragen zu beantworten, was so nervig ist, wenn du verloren hast", sagte Federer, als er eine halbe Stunde nach Mitternacht in den Katakomben des Arthur-Ashe-Stadiums von New York vor die Journalisten trat. Als Sieger. Als Halbfinalist.

Beim ersten Matchball wagte der 17-malige Grand-Slam-Champion bei eigenem Aufschlag einen Ausflug ans Netz, und der Passierschlag seines 28 Jahre alten Kontrahenten landete im Aus. Den Punkt zum 40:40 machte Federer mit einem Vorhand-Winner. Was auch immer sich in diesem Moment in den Köpfen der beiden Protagonisten abspielte - für Federer war es die Initialzündung, für Monfils der Anfang vom Ende.

Zum neunten Mal drehte der einstige Maestro eine Partie noch nach einem 0:2-Satzrückstand, zum neunten Mal steht er jetzt im Halbfinale der US Open. Dort trifft Federer am Samstag auf den Kroaten Marin Cilic, gegen den er zwar eine Bilanz von 5:0-Siegen hat, der nach seiner Dopingsperre im vergangenen Jahr aber derzeit so stark aufspielt wie nie zuvor. "Er hat sich wirklich verbessert. Ich erwarte ein schweres Match", sagte Federer über den Ranglisten-16.

Die Halbfinals am "Super Saturday" werden nun auch zum Klassentreffen der Altmeister. Federer wird von Stefan Edberg betreut, Cilic von Goran Ivanisevic trainiert. Im zweiten Semifinale stehen sich nicht nur der japanische Fünf-Satz-Spezialist Kei Nishikori und der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic gegenüber, sondern auch die charismatischen Trainerfiguren Michael Chang und Boris Becker.

Djokovic rauscht bislang mit fast schon beängstigender Sicherheit durch das Turnier und ließ auch im Viertelfinale Andy Murray trotz Satzverlustes keine reelle Siegchance. Der 27 Jahre alte Serbe geht als turmhoher Favorit in die Partie gegen die Nummer elf der Welt.

Und Federer? In seinem 60. Grand-Slam-Turnier in Serie erweiterte der Basler seine Rekord- und Bestenliste um ein paar Marginalien: Seine Bilanz in Night Sessions lautet jetzt 26:1, er ist der älteste Profi im Halbfinale der US Open seit André Agassi (35) im Jahr 2005, zog mit seiner neunten Halbfinal-Teilnahme in Flushing Meadows mit Pete Sampras und Ivan Lendl gleich und hat mit 72 Erfolgen in New York Sampras und Bill Tilden (je 71) überholt. Doch Federer will mehr.

Er will die Geister des vergangenen Jahres vertreiben, als er im Achtelfinale nach einer gespenstischen Leistung gegen Tommy Robredo verlor. Er will beweisen, dass die sportlichen Nachrufe zu früh verfasst wurden. Er will nochmals auf der größten Bühne triumphieren. Das letzte Mal, als Federer bei einem Grand-Slam-Turnier einen 0:2-Satzrückstand aufholte, war 2012 in Wimbledon gegen den Franzosen Julien Benneteau. Anschließend gewann er das Turnier.

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