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Federer nach Aus bei US Open 2014: "Niederlage wird mich nicht nach unten ziehen"

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Federer nach Aus bei US Open  

"Niederlage wird mich nicht nach unten ziehen"

07.09.2014, 12:03 Uhr | dpa

Federer nach Aus bei US Open 2014: "Niederlage wird mich nicht nach unten ziehen". Viele Tennisfans hätten lieber Roger Federer im Finale gegen Nowak Djokovic gesehen.

Viele Tennisfans hätten lieber Roger Federer im Finale gegen Nowak Djokovic gesehen. Foto: Daniel Murphy. (Quelle: dpa)

Nach dem Halbfinal-Schock bei den US Open wollten Roger Federer und Novak Djokovic vom Ende einer Ära nichts wissen. Erstaunlich gefasst kommentierten die zwei zu Statisten degradierten Tennis-Größen ihr krachendes Scheitern.

"Diese Niederlage wird mich nicht nach unten ziehen", sagte Federer nach dem 3:6, 4:6, 3:6 gegen den Kroaten Marin Cilic. "Er war heute der bessere Spieler, ich war nicht ich selbst", erklärte Djokovic in New York nach dem 4:6, 6:1, 6:7 (4:7), 3:6 gegen den Japaner Kei Nishikori.

Statt des selbsternannten "Super Saturday" erlebten die Fans einen "Shocking Saturday". Fast schon bedrückt schlichen sie aus dem Arthur-Ashe-Stadium, als die nur 105-minütige Demontage Federers besiegelt war. Vor allem den Schweizer Publikumsliebling sehnten sich die Fans als Final-Protagonisten herbei. Doch statt nun nach der 18. Grand-Slam-Krone zu greifen (Federer) oder zum fünften Mal nacheinander im US-Open-Endspiel zu stehen (Djokovic), mussten die zwei top-gesetzten Profis kurzfristig ihre Flüge umbuchen.

Alles, aber auch wirklich alles schien angerichtet für die Wiederholung des spektakulären Wimbledon-Endspiels zwischen dem Boris-Becker-Lehrling Djokovic und dem Stefan-Edberg-Schüler Federer. "Ich habe wirklich dran geglaubt, dass ich das Turnier gewinnen kann", sagte der fünfmalige US-Open-Champion Federer.

Ihre aufmüpfigen Gegner aber ließen den Respekt vor den großen Namen einfach im Garderobenschrank. Sie lösten zwar noch kein Beben, aber ein vernehmbares Zittern im Herren-Tennis aus: Zum ersten Mal seit fast zehn Jahren stehen weder Djokovic noch Federer noch der aktuell verletzte Rafael Nadal im Finale eines Grand Slams - was zuletzt 2005 bei den Australian Open im Endspiel zwischen dem zurückgetretenen Marat Safin und dem alternden Lleyton Hewitt der Fall war.

36 von 38 Major-Titeln haben die Big Four Nadal, Federer, Djokovic und Andy Murray seit den French Open 2005 unter sich aufgeteilt, unterbrochen nur von Juan Martin del Potro (US Open 2009) und Stan Wawrinka (Australian Open 2014). Nun wird sich am Montagabend im Flushing Meadows Corona Park ein Neuling zum Grand-Slam-Champion krönen. Für Cilic und Nishikori ist es das erste große Finale.

Und dennoch ist es zu früh, das Ende einer Epoche zu beschwören oder die Götterdämmerung heraufziehen zu sehen. "Ihr schreibt eure Geschichten. Das Gleiche habt ihr schon in Australien gesagt, und wir wissen ja, was bei den French Open und in Wimbledon passiert ist", sagte Federer, als er sich eine Stunde nach der Niederlage den Fragen stellte. "Schreibt, was ihr wollt, aber ich glaube es nicht."

Der 33 Jahre alte doppelte Zwillingsvater klang bei den Worten weder genervt noch vorwurfsvoll. Die blaue Kappe mit dem weißen RF-Schriftzug hatte er zwar tief ins Gesicht gezogen, so dass die Augen immer etwas vom Schatten des Scheinwerferlichts verdeckt wurden. Desillusioniert oder deprimiert wirkte er aber ganz und gar nicht. "Ich werde es in Australien wieder versuchen. Ich hoffe, dass ich dort wieder eine Chance bekommen werde", sagte der Schweizer.

Er und Djokovic erwischten beide einen schlechten Tag, Cilic und Nishikori gingen ihrer Arbeit hochmotiviert und konstant bis zum letzten Ballwechsel nach. Längst ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, dass sich die Großen in den großen Matches am Ende schon durchsetzen werden. Nishikori ist in der kommenden Woche die Nummer acht der Welt, hat sich kontinuierlich nach vorne gearbeitet und scheint seit der Zusammenarbeit mit dem früheren French-Open-Champion Michael Chang reif zu sein für den letzten Schritt zum Titel.

Cilic zählt seit Jahren zur erweiterten Weltspitze, verpasste wegen einer Dopingsperre vier Monate der vergangenen Saison, kämpfte aber mit Hilfe des ehemaligen Wimbledonsiegers Goran Ivanisevic um den Anschluss. "Es ist doch aufregend für unseren Sport, von Zeit zu Zeit unterschiedliche Gesichter zu sehen. Es ist auch erfrischend", resümierte Federer und verabschiedete sich mit den Worten: "Macht's gut, wir sehen uns. Ciao zusammen." Am kommenden Wochenende kämpft er mit der Schweiz gegen Italien um den Einzug ins Davis-Cup-Endspiel.

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