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Tennis - Vom Dopingsünder zum Grand-Slam-Champ: "Wunder" Cilic

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Tennis  

Vom Dopingsünder zum Grand-Slam-Champ: "Wunder" Cilic

09.09.2014, 11:53 Uhr | dpa

Tennis - Vom Dopingsünder zum Grand-Slam-Champ: "Wunder" Cilic. Marin Cilic musste erst aufgefordert werde, den Pokal zu küssen.

Marin Cilic musste erst aufgefordert werde, den Pokal zu küssen. Foto: Justin Lane. (Quelle: dpa)

New York (dpa) - Nach seinem Meisterstück im Finale der US Open küsste Marin Cilic ein wenig schüchtern die silberne Henkeltrophäe. Die Fotografen mussten den fast zwei Meter großen kroatischen Tennis-Giganten erst zu der Geste auffordern.

InCilics Heimat fast 7000 Kilometer entfernt feierten die Menschen zu dem Zeitpunkt bereits mit Straßenpartys und Feuerwerk den historischen Coup und eine "wundersame Nacht", wie die Zeitung "Vecernji List" schrieb.

Als eine Rückhand des 25-jährigen Cilic unerreichbar für den demoralisierten Kei Nishikori im Feld landete, hatte sich der Dopingsünder des vergangenen Jahres endgültig in der Tennis-Historie verewigt: mit seinem ersten Titel bei einem der vier wichtigsten Turniere und als erster kroatischer Grand-Slam-Champion, seitdem Goran Ivanisevic vor 13 Jahren in Wimbledon triumphierte.

Nur Sekunden nach dem Matchball tauchten bereits erste Bildmontagen im Internet auf, Cilic als Triumphator in New York und sein jetziger Trainer Ivanisevic 2001 bei dessen Erfolg auf dem heiligen Rasen. "Es ist ein Wunder. Es fühlt sich komplett unrealistisch an, davon habe ich mein Leben lang geträumt", sagte Cilic, als er zwei Stunden nach dem 6:3, 6:3, 6:3 gegen Nishikori den 49 Zentimeter hohen und knapp 3,2 Kilo schweren Siegerpokal im Presseraum auf dem Tisch platzierte. Dreimal musste er seine Antworten unterbrechen, weil sein Handy klingelte und er vor lauter Aufregung den Lautlos-Modus nicht fand.

Novak Djokovic, Roger Federer, Rafael Nadal oder Andy Murray - die großen Vier des vergangenen Jahrzehnts waren längst aus New York abgereist oder wegen einer Verletzung gar nicht erst gekommen. Zum ersten Mal seit den Australian Open 2005 tauchte keiner aus dem Trio Djokovic, Federer, Nadal in der Finalkonstellation eines Majors auf.

"Der Hurrikan Cilic fegt über die US Open hinweg", schrieb das Internetportal Dalje.com am Dienstagmorgen. Die Zeitung "Jutarnji List" meinte: "Cilic steigt zu den Unsterblichen im Tennis auf."

Für dieses mit Volten und Überraschungen schon reichlich gesegnete Turnier in Flushing Meadows war das Endspiel zwischen der Nummer 16 (Cilic) und der Nummer elf (Nishikori) die passende Pointe. Mit einem humorlosen Dreisatzsieg pulverisierte der 1,98 Meter große Kroate die Hoffnungen seines 20 Zentimeter kleineren Gegners auf den ersten asiatischen Titelgewinn bei einer der vier Grand-Slam-Veranstaltungen.

"Das bedeutet mir so viel, es ist das Größte überhaupt", sagte Cilic, der noch auf dem Platz die ersten Telefonate mit der Heimat führen wollte, aber keinen Empfang hatte. "Es ist ein besonderer Tag für mich, aber auch für ganz Kroatien", sagte der Aufschlaghüne und berichtete von "WM-Atmosphäre" in seinem Land. Zum zweiten Mal nach 2001 darf das noch junge Land wieder einen Tennis-Helden feiern.

Und das taten die verzückten Fans noch in der Nacht, etwa auf dem zentralen Ban-Jelačić-Platz der kroatischen Hauptstadt Zagreb oder in Cilics bosnischer Geburtsstadt Medjugorje.

So wie Federer (mit Stefan Edberg), Djokovic (mit Boris Becker), Nishikori (mit Michael Chang) oder lange Zeit auch Murray (mit Ivan Lendl) holte sich Cilic im vergangenen Jahr die Hilfe und Expertise eines Altmeisters. Anfang Juli fragte er seinen Mentor Ivanisevic, ob der sich vorstellen könne, als Trainer für ihn zu arbeiten.

Zu dem Zeitpunkt war Cilic wegen eines Dopingvergehens gesperrt. Beim Turnier in München war er im Frühjahr positiv auf das Stimulans Nikethamid getestet worden und erklärte den positiven Befund mit der Einnahme von Glukosetabletten. "Ich glaube wirklich, dass er nicht absichtlich etwas Falsches getan hat. War er vielleicht ein bisschen dumm? Vielleicht", hatte Federer nach seiner Halbfinal-Niederlage gesagt und den Dopingsünder verteidigt. "Ich habe das Gefühl, dass ich ihn gut kenne, und glaube, dass er so etwas nicht tun würde."

Der Internationale Sportgerichtshof CAS reduzierte die Sperre von neun auf vier Monate, Ende Oktober 2013 kehrte Cilic in Paris-Bercy auf die Tour zurück - erstmals mit Ivanisevic in seiner Box. "Er hat eine entspannte Atmosphäre und enorme Kenntnis ins Team eingebracht. Er hat mir sehr geholfen", berichtete Cilic. In diesem Jahr gewann er die Turniere in Zagreb und Delray Beach. Am 15. September wird er erstmals seit April 2010 wieder unter den Top Ten stehen.

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