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Australian Open 2015: Dem Damen-Desaster müssen Konsequenzen folgen

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Kommentar zu den DTB-Damen  

Ein Desaster, dem Konsequenzen folgen müssen

25.01.2015, 13:49 Uhr | t-online.de

Australian Open 2015: Dem Damen-Desaster müssen Konsequenzen folgen. Tränen flossen bei den deutschen Tennis-Damen auch nach dem verlorenen Fed-Cup-Finale. (Quelle: imago/Sven Simon)

Tränen flossen bei den deutschen Tennis-Damen auch nach dem verlorenen Fed-Cup-Finale. (Quelle: Sven Simon/imago)

Ein Kommentar von Nils Tittizer

Jetzt ist mit Julia Görges also auch die letzte deutsche Tennis-Dame bei den Australian Open ausgeschieden. Mit ihrem Einzug ins Achtelfinale sorgte sie zumindest für einen Lichtblick, wenn auch nur für einen ganz kleinen. Denn zum ersten Mal seit acht Jahren hat keine der drei besten Tennisspielerinnen Deutschlands die Auftaktrunde in Melbourne überstanden. Nach Angelique Kerber und Sabine Lisicki musste auch Andrea Petkovic früh ihre Koffer packen.

Für den Deutschen Tennis Bund ist das ein Desaster! Eine ganze Sportart ist wieder auf dem harten Boden der Tatsachen angelangt. Wurde das deutsche Team im letzten Jahr noch überschwänglich für das Erreichen des Fed-Cup-Finals gelobt, gelingt es den DTB-Damen momentan nicht einmal, die Auftakthürde eines Grand-Slam-Turniers zu meistern. Eine wichtige Rolle spielen Lisicki, Kerber, Petkovic und Co. derzeit eher auf Promi-Partys und in den sozialen Netzwerken, als auf dem Tennisplatz.

Wenn es darauf ankommt, gibt es Probleme

An spielerischer Qualität mangelt es den deutschen Profis eigentlich nicht, vielmehr zerbrechen die Damen an dem Druck, der auf ihnen lastet. Während sich viele Kolleginnen auf der WTA-Tour zusammenreißen können, wenn es darauf ankommt, mangelt es den drei Damen an Selbstvertrauen, um ihr Spiel auch in schwierigen Phasen durchzuziehen.

Petkovic gab gegen die Nummer 64 der Welt nach gewonnenem ersten Satz eine 5:3-Führung aus der Hand und verlor im Anschluss vollkommen die Kontrolle über das Spiel. Auch Kerber wird seit jeher ein labiles Nervenkostüm attestiert. Gegen ihre Gegnerin ging sie nach einem souverän gewonnenen zweiten Satz (6:0) mit 1:6 unter.

Jämmerliche Erklärungsversuche

Die verschiedensten Erklärungsversuche klangen geradezu jämmerlich: "Mir hat in den entscheidenden Momenten das Selbstvertrauen gefehlt", analysierte Petkovic. "Sie war total verkrampft. Sie hat sich unter Druck gesetzt, war teilweise wie gelähmt", erklärte Teamchefin Barbara Rittner Kerbers Niederlage.

Sicher stehen die gesetzten Spielerinnen bei solch einem großen Turnier unter Druck, aber daran sollten sie gewohnt sein! Wir reden hier von der ersten Runde – wie sollten sie denn bitte ihre Nerven bewahren, wenn sie im Finale gegen eine topgesetzte Spielerin antreten müssen, wenn es nicht einmal gegen die Nummer 64 der Welt reicht?

Wenn die ehemalige Nummer eins im Herren-Tennis Mats Wilander sagt, dass die deutschen Damen momentan nicht in der Lage sind, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, dann liegt er goldrichtig. Also Mädels, hört auf zu zaudern, konzentriert euch auf euren Job und arbeitet an der mentalen Stärke.

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