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French Open 2015: Wawrinka triumphiert über Topfavorit Djokovic

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Triumph bei den French Open  

Wawrinka zerstört Djokovics Titeltraum

07.06.2015, 18:46 Uhr | sid

French Open 2015: Wawrinka triumphiert über Topfavorit Djokovic. Stan Wawrinka küsst den Coupe des Mousquetaires. (Quelle: Reuters)

Stan Wawrinka küsst den Coupe des Mousquetaires. (Quelle: Reuters)

Das Sandplatzreich Roland Garros hat einen neuen König - und der heißt nicht Novak Djokovic. Im mitreißenden Finale der French Open bezwang Stan Wawrinka den Branchenführer aus Serbien mit 4:6, 6:4, 6:3, 6:4 und krönte sich selbst zum Nachfolger des Seriensiegers Rafael Nadal. Djokovic scheiterte in Paris dagegen zum dritten Mal kurz vor der Erfüllung seines Titeltraums.

Nach 3:12 spannenden und hochklassigen Tennisstunden verwandelte der Schweizer seinen zweiten Matchball und trat mit seinem zweiten Grand-Slam-Erfolg nach den Australian Open 2014 endgültig aus Roger Federers langem Schatten. Für Djokovic, den nahezu unbezwingbaren Dominator dieser Saison, endete eine Serie von 28 Matches ohne Niederlage.

Djokovic droht Schicksal wie Becker

Wie 2012 und 2014 gegen den Spanier Nadal unterlag Djokovic im Endspiel auf dem Court Philippe Chatrier einem besseren Kontrahenten. Dem 28-Jährigen, der sich selbst auf dem Zenit seines Könnens wähnt, droht das gleiche Schicksal wie seinem Trainer Boris Becker. Der Ex-Profi war Zeit seiner Karriere vergeblich dem Coupe des Mousquetaires nachgejagt.

Einen Satz brauchte Wawrinka, um sich an Djokovics variables Spiel zu gewöhnen, dann setzte er seine Ankündigung in die Tat um. "Wenn ich mein Spiel durchziehe", hatte Wawrinka gesagt, "ist er nicht glücklich. Das weiß ich." Sein Spiel besteht aus präzisen Geschossen, abgefeuert von der Grundlinie mit Vorhand und Rückhand gleichermaßen kraftvoll.

Publikum treibt Wawrinka an

Wawrinka, der im Viertelfinale seinen Landsmann Federer erstmals bei einem Grand Slam bezwungen hatte, hielt sich nicht eine Sekunde mit dem Satzverlust auf. Seit seinem Sieg in Melbourne sei er gelassener geworden, er wisse nun, dass er auch die besten Spieler auf der Welt schlagen könne. Das Pariser Publikum trieb Wawrinka zusätzlich an.

Der 30-Jährige dankte es mit Zauberschlägen, im dritten Satz feuerte er eine Rückhand am Netzpfosten vorbei ins Feld. Djokovic schien angezählt, er versuchte sogar mit der ungeliebten Aufschlag-Volley-Kombination die achte Niederlage in seinem 16. Majorfinale abzuwenden.

"Match meines Lebens"

Verzweifelt blickte Djokovic in seine Box, suchte den Kontakt zu Becker, als Wawrinka nach einem epischen Ballwechsel von 30 Schlägen Djokovics Vorteil im vierten Satz geraubt hatte. Zum entscheidenden Break bei 4:4 schlug eine Rückhand die Linie entlang neben Djokovic ein. Als der Sieg vollbracht war, platzte es aus Wawrinka heraus: "Das war das Match meines Lebens."

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