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Tennis: Manipulationsvorwurf wie ein "Schlag in die Magengrube"

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Haben Top-Stars manipuliert?  

Tennis-Welt unter Schock: "Schlag in Magengrube"

18.01.2016, 18:57 Uhr | sid

Tennis: Manipulationsvorwurf wie ein "Schlag in die Magengrube". Wer hat manipuliert? Das Profi-Tennis gerät ins Zwielicht. (Quelle: Reuters)

Wer hat manipuliert? Das Profi-Tennis gerät ins Zwielicht. (Quelle: Reuters)

Der Manipulationsvorwurf im Tennis hat die Sport-Welt erschüttert. Haben selbst Top-Stars ihre Spiele verschoben? "Das wäre ein weiterer Tiefschlag", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann: "Ich empfinde solche Nachrichten als Schlag in die Magengrube für alle die, die sich für den Sport engagieren".

Nach Informationen der BBC und "BuzzFeed News" sollen in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 16 Spieler aus den Top 50 - darunter auch Grand-Slam-Sieger - in Match-Manipulationen involviert gewesen sein. Namen nannten beide Quellen nicht.

"Bankrotterklärung für den Sport"

Sollten sich die Berichte bestätigen, "müssen diese Dinge in aller Klarheit und Brutalität aufgeklärt und behoben werden", forderte Hörmann: "Wenn das Spiel oder der sportliche Wettbewerb manipuliert wird, dann ist das die Bankrotterklärung für den Sport."

Allerdings warnte Hörmann gleichzeitig vor schnellen Schlüssen. "Ich bin noch vorsichtig, es lohnt sich, ein paar Stunden abzuwarten, bis die Nachrichten klarer sind", sagte der 55-Jährige.

Djokovic: "Reine Spekulation"

"Ich würde gerne die Namen wissen. War es ein Spieler oder seine Entourage? Wann? Ein Einzel- oder Doppelspieler? In welchem Grand Slam?", zeigte sich Roger Federer entrüstet und fügte hinzu: "Es gibt keinen Platz für dieses Verhalten in unserem Sport, ich habe kein Verständnis dafür."

Novak Djokovic rechnet ungeachtet der Situation nicht mit negativen Auswirkungen auf das Profitennis. "Ich glaube nicht, dass das einen Schatten auf unseren Sport wirft. Es gibt bislang keine klaren Beweise, dass aktive Spieler betroffen sind. Solange ist es reine Spekulation", sagte der ATP-Weltranglistenerste.

Auch Wimbledon-Spiele angeblich betroffen

Dabei hatte Djokovic selbst bereits vor Jahren berichtet, dass ihm 2007 rund 200.000 Dollar angeboten worden seien, damit er beim ATP-Turnier in St. Petersburg ein Match verliert. "Natürlich sind wir nicht darauf eingegangen", sagte der Serbe.

Schiebung sei im Tennis "weitverbreitet", berichtete die BBC, die nach eigenen Angaben im Besitz belastender und bislang geheimer Berichte ist. Auch drei Partien in Wimbledon sollen offenbar verschoben worden sein. Es gibt Spekulationen, dass einige der beschuldigten Aktiven auch bei den Australian Open 2016 am Start sind.

"Wir brauchen Beweise"

Zudem wurden die Profispielervereinigung ATP und die "Korruptions-Polizei", eine 2008 gegründete Task Force mit dem offiziellen Namen "Tennis Integrity Unit (TIU)", indirekt beschuldigt, Verdachtsfälle nicht zielstrebig genug zu untersuchen.

ATP-Präsident Chris Kermode sah sich deshalb veranlasst, eine spontane Pressekonferenz abzuhalten. "Ich weise die Beschuldigungen zurück, dass wir irgendwelche Dinge zurückhalten oder nicht gründlich untersuchen. Wir sind wachsam", sagte der Brite und forderte: "Wir brauchen Beweise."

"Wettbetrug gibt es in jeder Sportart"

Kermode wollte allerdings nicht abstreiten, dass es wohl auch im Tennis zu Manipulationen komme und diese schwer nachzuweisen seien: "Wir sind uns bewusst, dass es wie in anderen Sportarten auch im Tennis diesbezügliche Risiken gibt. Aber die Verschiebungen bewegen sich auf einem unglaublich niedrigen Niveau", sagte Kermode.

Die deutsche Nummer eins Philipp Kohlschreiber sagte zu den Vorwürfen: "Wettbetrug gibt es leider Gottes in jeder Sportart. Man darf aber jetzt nicht alle Spieler und die Tour schlecht machen." Der 32-Jährige lobte die Vorgehensweise der TIU: "Man arbeitet positiv dagegen, es gibt für uns Spieler viele neue Regeln."

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