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US Open 2016: Venus Williams ist und bleibt ein Phänomen

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US Open 2016  

(Fast) wie im letzten Jahrtausend: Phänomen V. Williams

04.09.2016, 10:55 Uhr | dpa

US Open 2016: Venus Williams ist und bleibt ein Phänomen . Venus Williams steht bei den US Open im Achtelfinale.

Venus Williams steht bei den US Open im Achtelfinale. Foto: Justin Lane. (Quelle: dpa)

New York (dpa) - Bei ihrem US-Open-Debüt im Jahr 1997 erreichte sie als ungesetzte Spielerin sensationell das Finale gegen Martina Hingis. Ihren ersten Grand-Slam-Titel feierte sie vor 16 Jahren im Wimbledon-Finale gegen Lindsay Davenport.

Die 18. US Open sind ihr 72. Grand-Slam-Turnier. Keine Spielerin in der Geschichte des Profitennis trat häufiger bei einem der vier Majors an. Venus Williams darf man ohne jede Übertreibung als Phänomen bezeichnen.

Und mit 36 Jahren hat die älteste Spielerin in New York jetzt souverän das Achtelfinale erreicht. In der ersten Runde gab Venus Williams zwar einen Satz ab, doch dann schickte sie nacheinander die bemitleidenswerten Deutschen Julia Görges (6:2, 6:3 in Runde zwei) und Laura Siegemund (6:1, 6:2 in Runde drei) nach Hause.

"Sie hat wunderschön ihr Ding runtergespielt", sagte Siegemund nach der 78-minütigen Lehrstunde in der Night Session im Arthur-Ashe-Stadium. Die Schwäbin ist als Weltranglisten-27. mit Abstand die klare deutsche Nummer zwei hinter Angelique Kerber, war gegen die Wucht und Präzision ihrer Kontrahentin aber chancenlos.

"Ich habe nicht so schlecht gespielt, aber dann kommt einfach immer ein unfassbarer Ball zurück", sagte Siegemund und betonte: "Sie hat fast keine Fehler gemacht in ihrem Grundlinienspiel. Wenn sie so spielt wie heute, ist es extrem schwer, etwas dagegen zu machen."

Dass Venus Williams überhaupt noch Tennis spielt, ist schon erstaunlich genug. Dass sie ihrem Beruf aber mittlerweile wieder fast so erfolgreich nachgeht wie im vergangenen Jahrzehnt, ist phänomenal. In der Weltrangliste ist sie die Nummer sechs, in Wimbledon unterlag sie erst im Halbfinale der Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber. Bei den Olympischen Spielen gewann sie Silber im Mixed. Und das, obwohl sie seit einigen Jahren am Sjögren-Syndrom leidet, einer Autoimmunkrankheit, die zu Gelenkschmerzen und Müdigkeit führt.

"Ich spiele im Moment zu gut, als dass ich ans Aufhören denken könnte", hatte Venus Williams nach ihrem Erstrunden-Sieg gegen die Ukrainerin Katherina Koslowa gesagt. Tatsächlich sorgt die fünfmalige Wimbledonsiegerin und zweimalige US-Open-Gewinnerin in diesen Tagen nicht nur wegen ihres bunten Blumenkleidchens für Aufsehen.

"Ich freue mich über jeden Sieg. Ich bin immer auf der Suche nach Perfektion", sagte die 36-Jährige und nannte den Sieg gegen Siegemund "unkompliziert, aber nicht perfekt". Sie arbeite an der Perfektion.

Diese Einstellung hat Venus Williams bislang 49 Titel im Einzel, ein Preisgeld von rund 34 Millionen US-Dollar und weltweiten Respekt beschert. "Es ist auch eine Frage des Willens", sagte sie über ihren Kampf zurück in die Weltspitze. Im Achtelfinale wartet nun die zwölf Jahre jüngere Tschechin Karolina Pliskova. "Wir haben ein ähnliches Spiel", sagte Venus Williams über die aufschlagstarke Nummer elf der Welt und fügte fast schon philosophisch an: "Also muss eine von uns an dem Tag das Spiel besser spielen als die andere." Auf ihre jüngere Schwester Serena könnte Venus erst im Halbfinale treffen.

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