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Hymnen-Eklat beim Fed-Cup - Andrea Petkovic: "Das absolut Allerletzte"

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Hymnen-Eklat bei Fed Cup in USA  

Andrea Petkovic: "Das war das absolut Allerletzte"

12.02.2017, 17:45 Uhr | dpa, sid

Hymnen-Eklat beim Fed Cup auf Maui. (Screenshot: Perform/ePlayer) (Quelle: (Screenshot: Perform/ePlayer))
Hymnen-Eklat beim Fed Cup auf Maui

Solist hat die erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen.

Hymnen-Eklat beim Fed Cup auf Maui. (Screenshot: Perform/ePlayer)


Andrea Petkovic hat mit großer Wut und Fassungslosigkeit auf den Hymnen-Eklat von Hawaii reagiert. Bei der Eröffnungszeremonie vor der Erstrundenpartie des deutschen Fed Cup-Teams gegen Gastgeber USA auf Maui hatte ein Solist die erste Strophe des Deutschlandliedes ("Deutschland, Deutschland über alles") gesungen.

"Das war eine absolute Unverschämtheit und Frechheit, das absolut Allerletzte. Es war das mit Abstand Schlimmste, was mir im Leben, aber speziell im Fed Cup passiert ist. Wir haben das Jahr 2017 - dass so etwas in Amerika passiert, darf einfach nicht passieren. Es ist peinlich und spricht für die Ignoranz", schimpfte Petkovic nach ihrer 6:7 (10:12), 2:6-Niederlage gegen Alison Riske im ersten Einzel über die Vorkommnisse im Royal Lahaina Resort.

Petkovic relativiert ihre Aussage

Nach einer Nacht Abstand relativierte sie allerdings ihre emotionale Einschätzung. "Mit etwas mehr Rationalität kann ich es so einordnen, wie es war: Ein Fehler, für den die Amerikaner sich entschuldigt haben. Und noch mal: Es ist nicht das Schlimmste, das mir im Leben je passiert ist", sagte die 29-Jährige kurz vor Beginn des zweiten Tages der Erstrundenpartie der deutschen Fed-Cup-Mannschaft gegen Gastgeber USA auf Hawaii (0:1)

"Es ist das Schlimmste, was mir in meinem Fed-Cup-Leben je passiert ist", relativierte die Weltranglisten-51. aus Darmstadt und meinte: "Das Ganze passierte unmittelbar vor meinem Match. Wir waren vor allem überrumpelt und fassungslos und wussten nicht, wie wir reagieren sollten. Wir befürchteten, das Ganze könne auf uns zurückfallen. Das erklärt die emotionale Ausdrucksweise vielleicht etwas besser."

Rittner: "Das ist unentschuldbar"

Auch Teamchefin Barbara Rittner war entsetzt: "Das ist echt ein Skandal und unentschuldbar, eine respektlose Nummer. Ich hätte heulen können, denn es ist im Fed Cup immer ein heiliger Moment, ein Gänsehaut-Moment, die Hymne zu hören", sagte die 43-Jährige und meinte: "Was passiert ist, trifft einen tief."

Petkovic wollte vom Platz gehen

Die deutsche Mannschaft um Rittner, die DTB-Delegation mit Verbandspräsident Ulrich Klaus an der Spitze sowie die rund 20 deutschen Fans verfolgten sichtlich geschockt das Geschehen.

"Jule Görges hat sofort zu heulen angefangen, als sie die ersten Worte des Sängers gehört hat. Und ich hatte auch Tränen in den Augen und war wütend. Das Schlimme ist, dass das auf uns zurückfällt und nicht auf die Amis", sagte Petkovic, die den Gastgebern große Vorwürfe machte: "Dass das im 21. Jahrhundert passiert, in Amerika und nicht irgendwo in Timbuktu, das ist bezeichnend. Es kam so überraschend und war entsetzlich."

Die Darmstädterin wähnte sich sogar kurz "bei der Sendung 'Versteckte Kamera'", wie sie sagte und spielte nach dem "schockierenden Moment" mit dem Gedanken, den Court zu verlassen: "Ich wollte vom Platz gehen."

US-Tennisverband kündigt "lückenlose Aufklärung" an

Mannschaft und Anhänger hatten zusammen versucht, mit "Einigkeit und Recht und Freiheit" gegen den Solisten anzusingen. "Aber das war schwierig, denn er hat so laut gesungen. Die Fans haben aber super reagiert", lobte Petkovic.

Der US-amerikanische Tennisverband (USTA) zeigte sich peinlich berührt von dem Eklat. "Wir wollen uns aufrichtig bei der deutschen Mannschaft und deren Fans entschuldigen. Es war in keinster Weise respektlos gemeint. Dieser Fehler wird sich nicht wiederholen, die richtige Hymne wird am Sonntag zu hören sein", hieß es in einer eilig verbreiteten Pressemitteilung der USTA.

Verbandspräsidentin Katrina Adams hatte sich sofort bei Rittner persönlich für die Vorkommnisse entschuldigt. Adams kündigte eine "lückenlose Aufklärung" des "schlimmen Vorfalls" an.

Görges' Match wegen Regens abgebrochen

Im zweiten Einzel zwischen Julia Görges und Coco Vandeweghe konnte beim Stand von 3:6, 1:3 nicht mehr weitergespielt werden. Gegen 17.45 Uhr Ortszeit entschieden die Veranstalter, dass das Match wegen der einbrechenden Dunkelheit und des noch nicht getrockneten Platzes nicht wieder aufgenommen werden könne.

Stattdessen soll die Partie nun am Sonntag früher als geplant (20.30 Uhr MEZ) mit der Wiederaufnahme des Einzels zwischen Görges und Vandeweghe fortgesetzt werden. Anschließend stehen sich die Spitzenspielerinnen Andrea Petkovic und Vandeweghe gegenüber. Das vierte Einzel sollen Görges und Alison Riske bestreiten.

Görges allerdings verletzte sich kurz vor der Regenunterbrechung am linken Knie, als sie auf einer bereits feuchten Linie ausrutschte. Die 28-Jährige musste lange behandelt werden, ihr Einsatz ist mehr als fraglich.

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