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Doping-Fall im Biathlon: IBU sperrt verdächtige Sportler provisorisch

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Biathlon  

IBU sperrt die verdächtigen Sportler provisorisch

05.02.2009, 15:07 Uhr | sid

Schlägt hohe Wellen: Doping-Affäre im Biathlon (Foto: imago)Schlägt hohe Wellen: Doping-Affäre im Biathlon (Foto: imago) Die Biathlon-Welt zittert vor dem großen Doping-Skandal. Nach Bekanntwerden der positiven A-Probe sind die Verdächtigen Sportler vom Weltverband IBU provisorisch gesperrt worden. Mit dem Ergebnis der von den Betroffenen beantragten Öffnung der B-Probe wird noch vor Beginn der WM in Pyeongchang/Südkorea (14. bis 22. Februar) gerechnet.

"Die B-Proben sollen am 9. Februar in Österreich geöffnet werden, erst dann können wir sagen, was weiter passiert", erklärte der in der IBU als Vizepräsident für den Leistungssport zuständige Olympiasieger Wladimir Smirnow.

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Unabhängige Spezialisten sollen Sportler befragen

Sollten die Ergebnisse ein Dopingvergehen bestätigen, dann werde, so erläuterte IBU-Generalsekretärin Nicole Resch das weitere Prozedere, "die provisorische Sperre bis zu einer Anhörung durch ein unabhängiges Hearing-Panel verlängert". Das Gremium besetzt die IBU mit unabhängigen Spezialisten. Es soll innerhalb von vier Wochen zusammentreten, um die betroffenen Sportler zu befragen.

Weltcup Ergebnisse Biathlon Herren
Weltcup Ergebnisse Biathlon Damen

Resch: "Haben betreffenden Verband informiert"

Die in verschiedenen russischen Medien unter Verdacht gestellten Team-Stars Jekaterina Jurjewa, Albina Achatowa und Dimitri Jaroschenko blieben auf Tauchstation und bereiten sich offenbar weiter in Südkorea auf den WM-Einsatz vor. Russlands Biathlon Union RBU behauptete auf ihrer Homepage unverdrossen, keine Kenntnis von Dopingvergehen (Resch: "Wir haben den betreffenden Verband informiert") zu haben.

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Saizewa bedauert die positiven Dopingfälle

Einzig WM-Starterin Olga Saizewa äußerte sich in einem von der Agentur Allsports zitierten Tagebuch-Eintrag: "Immer wieder hören wir Doping, Doping. Ich kann dazu nichts sagen. Jeder versucht, auf seine Weise sein Ziel zu erreichen. Leider." Der deutsche IBU-Vizepräsident Alfons Hörmann sprach dagegen von einer "im höchsten Maße unerfreulichen Situation. Dadurch wird die gesamte Erfolgsstory des Biathlon gefährdet. Im jetzigen Stadium von einer Krise zu sprechen, geht mir allerdings zu weit."

Weltverband hofft auf höhere Einnahmen

Der in der IBU für das Marketing zuständige Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV) bestätigte, dass die gerade verhandelten neuen Verträge "selbstverständlich Klauseln in Bezug auf Dopingfälle" beinhalten. Aktuell hofft der Weltverband angesichts von jüngsten Rekord-Einschaltquoten auf deutlich höhere Einnahmen durch den noch nicht perfekten neuen TV-Vertrag für den Zeitraum von 2010 bis 2014.

Hörmann: "Betrüger gnadenlos gegen die Wand laufen lassen"

Eine für den 20. Februar in Pyeongchang vorrangig zum Thema TV/Marketing einberufene Sitzung der IBU-Exekutive wird sich, so vermutet Hörmann, wahrscheinlich intensiv mit der Dopingproblematik beschäftigen. "Wir können nur Schaden vom Biathlon abwenden, wenn wir weiter konsequent kontrollieren und alle Betrüger gnadenlos gegen die Wand laufen lassen", sagte Hörmann.

Kein Krisengespräch innerhalb der ARD

Um die künftigen TV-Rechte bemüht sich maßgeblich auch die Vereinigung von Europas öffentlich-rechtlichen Sendern (EBU) mit ARD und ZDF, die bei einem Dopingskandal in der beliebtesten Wintersport-Disziplin der deutschen TV-Zuschauer in Zugzwang geraten würden. "Ein Krisengespräch zum Thema Doping im Biathlon gab es innerhalb der ARD nicht. Zunächst bleiben die weiteren Entwicklungen abzuwarten, doch wir werden das Thema natürlich intensiv beobachten und innerhalb unserer Übertragungen journalistisch kritisch damit umgehen", erklärte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky.

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