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Biathlon: Michael Greis tritt zurück

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Greis beendet seine Karriere

05.12.2012, 11:35 Uhr | dpa

Biathlon: Michael Greis tritt zurück. Michael Greis (Quelle: imago/GEPA pictures)

Michael Greis galt stets als großer Kämpfer in der Loipe. (Quelle: GEPA pictures/imago)

Hinterherlaufen wollte Michael Greis dann doch nicht. Überraschend, aber in jeder Hinsicht nachvollziehbar und auch konsequent hat der Biathlon-Olympiasieger seinen Rücktritt vom Leistungssport erklärt. "Ich beende meine sportliche Karriere", teilte der 36-Jährige auf "eurosport.yahoo.de" mit. "Im Leistungssport muss man den absoluten Glauben, den Willen und das Gewinner-Gen in sich tragen. Ist dies nicht mehr der Fall, hat man bei der Leistungsdichte, die heutzutage im Biathlon vorherrscht, keine Chance", erklärte Greis. Platz 67 im Einzel-Wettkampf beim Saisonauftakt in Östersund in der vergangenen Woche bleibt als letztes Resultat in der sportlichen Bilanz des Allgäuers stehen.

Für Spätstarter Greis, dessen Stern bei den Winterspielen 2006 in Turin mit seinen drei Olympiasiegen aufgegangen war, war es in seinem 265. Weltcup-Rennen das zweitschlechteste Ergebnis. "Schon in der ersten Runde habe ich gespürt, 'Hey Michi, hier fehlt was. Und zwar was ganz Entscheidendes.' Es war nichts mehr von dem Kampfgeist und dem Biss in mir vorhanden, der mich jahrelang als Leistungssportler ausgezeichnet und erfolgreich gemacht hat. Ich hab nur noch eine Leere in mir gespürt und mir wurde klar, das hier wird mein letztes Rennen sein. Ich wusste, dass ich auf der Zielgeraden meiner Karriere angekommen bin", sagte Greis auf der anschließenden Pressekonferenz..

Mit "Ach und Krach" zur Heim-WM

Schon einmal, im vergangenen Winter, hatte Greis an Rücktritt gedacht. Da hatte er beim Weltcup in Antholz die mittlerweile weitaus jüngere Konkurrenz vorbeiziehen lassen müssen. Zuvor war er nach einer Sprunggelenks-OP im Sommer und anschließender Krankheit zu früh in den Weltcup-Zirkus zurückgekehrt. In diesem Sommer schien der Altmeister jedoch auf einem guten Weg, erkämpfte sich einen Platz im deutschen Team. Doch zu Beginn seines 13. Weltcup-Winters ging es wieder bergab.

Und da der dreifache Weltmeister weiß, wie schwer es ist, im fortgeschrittenen Sportler-Alter aus dem Tief herauszukommen, zog er die Konsequenzen. Der dreifache Olympiasieger geht nun mit 21 Weltcup-Erfolgen, elf davon als Biathlon-Solist und zwölf WM-Medaillen in die hochverdiente Sport-Rente. Schon zur Heim-WM in Ruhpolding im letzten Winter hatte sich der Weltcup-Gesamtsieger von 2007 gequält. "Mit Ach und Krach habe ich mich gerettet. Dass ich dann doch noch bei der Heim-WM starten durfte und dort meine besten Saison-Ergebnisse geschafft habe, war für mich sensationell. Ebenso das Staffel-Bronze", sagte Greis. Bundes- und Heimtrainer Fritz Fischer hatte Greis immer wieder Mut gemacht. Doch diesmal reichten Fischers Motivationskünste nicht aus.

Nach Neuner geht der zweite Fixpunkt

Diese Qual, die ständigen Selbstzweifel und diesen andauernden Kampf - all das wollte sich der Bundeswehr-Hauptfeldwebel nicht noch einmal antun. Im vergangenen Winter war er im sportlichen Tief ausgebrannt. "Ich habe mich ein paar Wochen leer gefühlt. Wenn ich trainiert habe, ging nix, wenn ich nicht trainiert habe, bekam ich ein schlechtes Gewissen", sagte er unlängst in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Und so wird Greis nun neue Herausforderungen suchen.

"Ihr alle sollt wissen, ich bin glücklich mit der Entscheidung, die ich getroffen habe und ich freue mich immens auf den neuen, spannenden Lebensabschnitt. In den nächsten Wochen und Monaten will ich mein Studium (Internationales Management) intensivieren und die Dinge einfach mal nur auf mich zukommen lassen", sagte Greis mit. Der vierte Olympiastart bei den Winterspielen in Sotschi im nächsten Winter war sowieso nicht mehr so wichtig. "Ich hatte meinen großen Auftritt in Turin 2006." Doch der Skijagd wird der Altmeister fehlen. Genau wie Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner - lange Zeit neben Greis das Gesicht im deutschen Biathlon-Sport.

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