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Miriam Gössner zwischen Genie und Wahnsinn

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Auf dem Weg zum "Shooting-Star"

07.01.2013, 17:15 Uhr | sid

Miriam Gössner zwischen Genie und Wahnsinn. Ob sie doch noch Freunde werden? Miriam Gössner und ihr Gewehr. (Quelle: imago/Sportnah)

Ob sie doch noch Freunde werden? Miriam Gössner und ihr Gewehr. (Quelle: Sportnah/imago)

Nach Miriam Gössners katastrophalem Start in die Verfolgung von Oberhof hatte ihr Chef einen Geistesblitz. Biathlon-Bundestrainer Uwe Müssiggang schnappte sich sein Fernglas, sprintete die 30 Meter zum Schießstand und schaute seiner derzeit besten Athletin beim zweiten Anschlag penibel über die schmale Schulter.

Nach bereits fünf Fehlschüssen im ersten Schießen nun zwei weitere Fehler. Durch die 300 Extrameter macht sich Ernüchterung bei Müssiggang breit - und eine Erklärung hatte er am Ende auch nicht parat. "Das ist einfach verdammt ärgerlich, ich kann mir so einen Start nicht erklären", sagte Müssiggang mit ratlosem Blick auf das völlig verkorkste erste Liegendschießen: "Man hat ja gesehen, dass Miri nach dem zweiten Fehler reagieren wollte. Aber sie wusste einfach nicht, wie sie an der Raste zu drehen hatte."

Phänomenale Laufleistung stimmt Gössner zufrieden

Die Sekunden beim ersten Schießen bewiesen einmal mehr, dass Gössner immer noch viel zu häufig zwischen Genie und Wahnsinn pendelt. Fünfmal flackerte das rote Licht auf, die Partystimmung in der Skiarena am Grenzadler war ein bisschen gedrückt, der Traum vom dritten Weltcup-Sieg frühzeitig geplatzt.

"Gleich zu Beginn tut das natürlich weh. Aber ich habe schon bewiesen, dass ich schießen kann. Und mit dem zehnten Platz kann ich zufrieden sein", sagte Gössner. Mit einer erneut phänomenalen Laufleistung hielt Gössner den Schaden zumindest in Grenzen.

Interesse im Langlauf-Lager geweckt

Zehn Extrarunden musste sie drehen - wenn man bedenkt, dass eine gute Läuferin für eine Runde etwa 25 Sekunden benötigt, war Gössners finaler Rückstand von einer Minute auf die russische Siegerin Olga Saizewa durchaus bemerkenswert. "Das war dann wieder fantastisch", sagte auch Müssiggang.

Weil Gössner mit der Waffe hin und wieder patzt, in der Loipe aber regelmäßig die mit Abstand beste Laufzeit in den Schnee brennt, dürften auch im Lager der Langläufer Begehrlichkeiten entstehen. "Wir können für die Staffel bei der WM noch eine Verstärkung brauchen", sagte DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller.

"Wir werden Miri nicht verheizen"

Das Objekt der Begierde nahm dankend an. "Natürlich ist Langlauf immer ein Thema. Es macht mir Spaß, und ich kann mir das gut vorstellen", sagte Gössner. Dass die Blondine sich mit einem WM-Intermezzo bei den Langläufern übernimmt, befürchtet Müssiggang nicht. "Für einen WM-Start müsste sie den Weltcup in Oslo auslassen, daher ist das alles noch reine Spekulation. Ich will aber klarstellen, dass wir Miri nicht verheizen werden", sagte der Bundestrainer.

Gössner kann sich nur glücklich schätzen, dass ihr ein erfahrener und erfolgreicher Mann wie Müssiggang zur Seite steht. Denn noch ein zweites Mal irrte sie am nichtsdestotrotz erfolgreichen Wochenende im Thüringer Wald - im Sprint hatte Gössner ihren zweiten Weltcup-Sieg gefeiert - gewaltig. "Also, da bin ich mir sicher, dass wir im Weltcup nur die Patronen von einem Hersteller schießen dürfen und an diesen auch gebunden sind", sagte sie überzeugt.

Drei Zentimeter können den Unterschied ausmachen

Energisch schritt Müssiggang ein und stellte klar, dass die Athleten die freie Auswahl haben: "Man muss das alles nur in der Kältekammer testen und justieren, denn wenn das nicht geschieht, kann es Abweichungen von bis zu drei Zentimetern geben." Drei Zentimeter - die können schon mal den Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn ausmachen.


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