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Nach WM gilt bei Biathleten das Prinzip Hoffnung

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Nach WM gilt bei Biathleten das Prinzip Hoffnung

17.02.2013, 16:19 Uhr | dpa

Nach WM gilt bei Biathleten das Prinzip Hoffnung. Erik Lesser wollte in der Staffel zu viel, bewies aber Mut.

Erik Lesser wollte in der Staffel zu viel, bewies aber Mut. (Quelle: dpa)

Nove Mesto (dpa) - Der Warnschuss kam zur rechten Zeit. Ein Jahr vor Olympia waren die deutschen Biathleten bei einer Weltmeisterschaft so schwach wie schon lange nicht mehr. Nach den verpassten Gelegenheiten von Nove Mesto bemühte Skiverbandspräsident Alfons Hörmann das Prinzip Hoffnung.

"Das kann vielleicht auch ein wirksamer Fingerzeig oder Hallo-Wach-Effekt in Richtung Sotschi sein", sagte Hörmann. Besser machen müssen die Deutschen nach der ersten WM in Tschechien mit über 200 000 Zuschauern, einer der besten und stimmungsvollsten in der Biathlon-Geschichte, fast alles. Vor allem das Schießen. "Wir haben in den letzten Tagen beim letzten Schießen drei Medaillen aus der Hand gegeben", motzte Sportdirektor Thomas Pfüller. Letztmals hatte es 1986 in Oslo kein Gold für das sonst so erfolgsverwöhnte deutsche Team gegeben. Und auch sonst mussten Pfüller und Co. viele Enttäuschungen einstecken.

Lediglich die 35-Jährige Andrea Henkel wurde über 15 Kilometer in der topmodernen Vysocina Arena mit Silber dekoriert. Die Männer-Staffel gewann am Samstag wenigstens noch Bronze. Klar auf Silberkurs liegend hatte WM-Debütant Erik Lesser als Schlussläufer zwei Strafrunden drehen müssen. "Das darf nicht passieren. Das zieht sich durch diese Weltmeisterschaft wie ein roter Faden", sagte Pfüller. Dass es Lesser besser kann, zeigte er am Sonntag im Massenstart, wurde Fünfter und war damit der beste Deutsche bei diesen Titelkämpfen.

Im Showdown der besten 30, gab es wieder nichts. Miriam Gössner verlor die Medaille genau wie Andreas Birnbacher beim letzten Auftritt am Schießstand. "Ein Fehler weniger und es wäre der dritte Platz gewesen", sagte Gössner nach ihrem zweiten sechsten Platz bei dieser WM. "Wir sind nicht kaltschnäuzig und abgezockt genug beim letzten Schießen", analysierte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig.

Auch Birnbacher, amtierender Gesamtsieger im Massenstart-Weltcup, war auf Medaillenkurs. Doch mit dem viertletzten Schuß traf er nicht und wurde am Ende beim Sieg des Norwegers Tarjei Bö nach zwei Strafrunden Elfter. Bester war Lesser, der nur einmal kreiseln musste. "Es war ein geiles Rennen", sagte er. Fünf Sekunden fehlten auf Bronze. Pech hatte Arnd Peiffer, der mit einem Ersatzgewehr schießen musste und auf Rang 23 kam. Simon Schempp beendete das Rennen auf Platz 14. Fakt ist: Die deutschen Skijäger sind zwar in der Breite gut aufgestellt. Doch Ausnahme-Athleten wie einst Magdalena Neuner oder derzeit die Norweger Emil Hegle Svendsen und Tora Berger sowie der Franzose Martin Fourcade gibt es nicht. Nach der goldenen Ära um Sven Fischer, Ricco Groß, Kati Wilhelm und später Neuner und Michael Greis gilt der alte Trainerspruch nicht mehr: "Einer kommt durch."

Vielleicht auch, weil der Vorteil durch Material und Wachstechnik aufgebraucht ist. Andere Nationen haben mit hohem finanziellen Aufwand technisch massiv aufgerüstet und trainieren ebenfalls auf professionell allerhöchstem Niveau. "Wir sind nicht schlechter geworden, die anderen haben aufgeholt", versuchte Gössner ihre schwache WM zu rechtfertigen. Nun will die 22-Jährige bei der Langlauf-WM von Mittwoch an auf andere Gedanken kommen.

Zu unumstrittenen WM-Stars stiegen die beiden Norweger Berger und Svendsen auf. Die 31-jährige Berger schaffte das, was Magdalena Neuer sich im Vorjahr vorgenommen hatte. Sie holte mit viermal Gold und zweimal Silber bei einer WM in allen sechs Wettbewerben eine Medaille. Den fünften Erfolg verhinderte am Sonntag die Weißrussin Darja Domratschewa, die vom Altenberger Klaus Siebert betreut wird.

Svendsen glänzte ebenfalls als Titelhamster, holte viermal Gold und einmal Bronze. Bö kam seinem Landsmann mit dreimal Gold am nächsten. Acht von elf Titeln gewannen die Norweger. Der inzwischen 39 Jahre alte Ole Einar Björndalen holte mit der Staffel gar sein 19. WM-Gold. Von solchen Topstars können die Deutschen nur träumen - das war eigentlich schon klar nach den Rücktritten von Neuner und Greis. Trotzdem forderte Sportdirektor Pfüller vor dem ersten Schuss "fünf bis sechs Medaillen". Mit den drei Saisonerfolgen von Gössner und den zwei Siegen von Birnbacher waren Begehrlichkeiten geweckt worden.

Für einen Lichtblick in Nove Mesto sorgte die 19-jährige Laura Dahlmeier. Die dreimalige Junioren-Weltmeisterin schoss bei ihrem ersten WM-Einsatz null Fehler in der Staffel. Am Ende reichte es trotz Führung nur zu Rang fünf, weil Altmeisterin Henkel zu viele Nachlader benötigte. "Ich sehe", sagte Hörmann, "keine Delle, die Jungen werden den Anschluss schaffen und dann passt das. Die Dahlmeiers werden kommen, davon bin ich überzeugt."

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