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Biathlet Andreas Birnbacher ist nicht mehr erste Wahl im Team

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Ungewohnte Situation  

Biathlet Birnbacher ist nicht mehr erste Wahl

30.09.2014, 14:25 Uhr | dpa

Biathlet Andreas Birnbacher ist nicht mehr erste Wahl im Team. Andreas Birnbacher muss sich erst noch für den Weltcup qualifizieren. (Quelle: imago/Sven Simon)

Andreas Birnbacher muss sich erst noch für den Weltcup qualifizieren. (Quelle: Sven Simon/imago)

Auf diese Herausforderung hätte Andreas Birnbacher gerne verzichtet. Nach einem Seuchenjahr mit vielen Verletzungen ist der Biathlet erstmals seit vielen Jahren für die Weltcup-Mannschaft nicht gesetzt. Er muss sich stattdessen in internen Ausscheidungsrennen für das Elite-Team qualifizieren. "Es hat sich für mich schon komisch angehört. Aber ich habe keine andere Wahl, als es anzunehmen und mich darauf zu fokussieren. Ich bin motiviert", sagte der 33-Jährige.

UMFRAGE
Andreas Birnbacher muss sich in internen Ausscheidungsrennen für das Elite-Team qualifizieren. Finden Sie das in Ordnung?

Die Misere Birnbachers, in den vergangenen Jahren eine der Konstanten im deutschen Team, begann im vergangenen Sommer. Beim Fußball zog sich der sechsfache Weltcupsieger einen Innenbandriss zu und musste mehrere Wochen pausieren.

Zu früh begonnen

Danach fing er zu schnell wieder mit dem Training an. "Ich habe zu wenig auf meinen Körper gehört, wollte mit Blick auf Olympia nichts verpassen", sagte Birnbacher. Danach schlichen sich Fußschmerzen ein, die der Bayer lange ignorierte.

Beim Saisonhöhepunkt war er deshalb nicht in Form und musste frustriert zuschauen, wie Daniel Böhm an seiner Stelle mit der Staffel Olympia-Silber holte. Im März beendete Birnbacher die Saison vorzeitig und ließ sich am rechten Sprunggelenk operieren. "Dass ausgerechnet die Olympia-Saison so schlecht lief, ist natürlich bitter, wenn man bedenkt, wie gut ich die Jahre davor drauf war. Aber ich habe das abgehakt", sagte Birnbacher.

"Wir schreiben ihn auf keinen Fall ab"

Im Juni, an einem Freitag, den 13., rutschte er beim Skirollern aus und brach sich die Schulter. Wieder Schmerzen, wieder Trainingsausfall. Wegen des Handicaps konnte er vor allem liegend längere Zeit nicht schießen. Birnbacher biss sich durch. Aufgrund seiner Verletzungen wählte er bewusst einen anderen Aufbau, konnte aber erst einen Monat später ins spezielle Training einsteigen.

In Absprache mit dem neuen Herren-Disziplintrainer Andreas Stitzl bereitete er sich individuell zu Hause vor. "So konnte ich mein Training besser auf mich abstimmen. Der Weg passt und ich bin optimistisch."

Ausgeglichener Kader

Für Birnbacher wird es nicht einfach, da sich - anders als bei den Damen - Herren-Bundestrainer Mark Kirchner über eine hohe Qualität und Ausgeglichenheit im Kader freuen kann.

Nur die vier olympischen Silbermedaillengewinner mit der Staffel - Arnd Peiffer, Simon Schempp, Erik Lesser und Böhm - sind gesetzt für die ersten Weltcups. Dahinter muss Birnbacher mit Konkurrenten wie Christoph Stephan, Florian Graf oder Benedikt Doll um die letzten beiden Startplätze kämpfen. "Wir schreiben ihn auf keinen Fall ab", sagte Kirchner.

Birnbacher hat keinen Plan B parat

Birnbachers Ziele sind klar. "Ich will mich natürlich für den Weltcup qualifizieren. Wenn ich dann meine Form abrufen kann, kann ich um die Podestplätze mitkämpfen, auch bei der WM. Wenn ich meine Werte und Trainingsleistungen sehe, kann ich immer noch ganz vorne in der Spitze mitlaufen. Aber dafür muss alles passen", so der Routinier. Einen Plan B hat er nicht: "Es wäre schlecht, wenn ich mich jetzt schon auf andere Sachen fokussiere als auf mein Ziel. Sollte es nicht klappen, gibt es auch andere Optionen für mich." Das Wort Karriereende nahm er nicht in den Mund.

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