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Biathlon-WM 2015: Eisige Erinnerungen an die WM 1999

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Biathlon-WM 2015  

Eisige Erinnerungen: WM 1999 wird zum Kälte-Fiasko

03.03.2015, 17:12 Uhr | dpa

Biathlon-WM 2015: Eisige Erinnerungen an die WM 1999. Die US-Biathletin Cara Salmela hatte sich gut gegen die Kälte gewappnet.

Die US-Biathletin Cara Salmela hatte sich gut gegen die Kälte gewappnet. Foto: Jussi Nukari. (Quelle: dpa)

Kontiolahti (dpa) - Simon Schempp hofft, dass es nicht ganz so kalt wird in Kontiolahti wie vor 16 Jahren. "Diejenigen die damals dabei waren, erzählen ja noch heute Horrorgeschichten. Und ich habe eh immer tendenziell kalte Finger", sagt die große deutsche Medaillen-Hoffnung.

Nicht nur für Sven Fischer ist die Biathlon-WM 1999 in Finnland aufgrund ihrer teils skurrilen Ereignisse unvergesslich. "Die anhaltende Kälte war brutal, die täglichen Verschiebungen nervraubend", erinnert sich der viermalige Olympiasieger an die WM vor 16 Jahren im Osten Finnlands.

Denn aus dem erhofften Sportfest wurde ein Fiasko. Schuld war die arktische Kälte in der Mitte Kareliens. Eisige Temperaturen von bis zu minus 34 Grad Celcius lösten eine Absage-Orgie der Wettkämpfe, hilflose Organisatoren und entnervte Athleten aus. Erst mit sechstägiger Verspätung starteten die Rennen und nicht mehr alle konnten in der "Bärenbucht" ausgetragen werden. So erkor der Weltverband IBU das Weltcup-Finale in Oslo zur Ersatz-WM und trug dort nachträglich die Einzel und Massenstarts aus.

Weil die Erinnerungen vom Februar 1999 noch präsent waren, wurde bei der WM-Vergabe durch den Biathlon-Weltverband IBU der Termin diesmal nach hinten verlegt. In der Hoffnung, dass vom 5. bis 15. März keine eisige Temperaturen über den Höytiäinen-See ziehen - und so sieht es momentan aus. Laut Reglement darf bei Temperaturen unterhalb der Grenze von minus 20 Grad nicht gestartet werden, um Gesundheitsschäden vorzubeugen.

Die damals schon zur Routine gewordene tägliche Absage und Verschiebung der Auftakt-Sprints um jeweils 24 Stunden hatte einen knallharten finanziellen Hintergrund. Die Organisatoren saßen in der Versicherungsfalle. Denn hätten sie die WM komplett abgesagt und es wäre dann doch noch ein Start möglich gewesen, hätten sie von ihrem Versicherer die Ausfallprämie nicht erhalten und wären auf Kosten von fast zwei Millionen Mark sitzen geblieben.

Deshalb nahmen sie lieber den steigenden Unmut der Aktiven in Kauf und entwickelten täglich neue, in der Hilflosigkeit schon fast wieder charmante Ideen, wie sie der Kälte ein Schnippchen schlagen können. Die Kuriositäten begannen mit der Idee des IBU-Präsidenten Anders Besseberg, rund um die Laufstrecke Lagerfeuer anzuzünden. Schnell stellte man jedoch fest, dass es zwei Meter daneben zwar warm wurde, doch der Rauch Gift für die Lungen der Skijäger war.

Tags darauf sollte die Luft mit Hubschraubern über der Strecke verwirbelt werden, umso die Kälteglocke aufzureißen. "Das hat die gleiche Wirkung wie eine Stubenfliege als Ventilator", befand der damalige deutsche Mannschaftsleiter Martin Löchle.

Als das nicht funktionierte, kam die finnische Armee mit 40 Gasheizkörpern, die entlang der Strecke warme Luft erzeugten. Mit Plastikplanen über den Gebläsen sollte die Wärme am Boden gehalten werden. Was als Werbegag für die Findigkeit der Armee gedacht war, wurde zur Blamage. "Langsam friert hier einigen wohl das Gehirn ein", kommentierte damals ein IBU-Funktionär.

Abgesehen von den ganzen Kuriositäten war die WM für Deutschland ein voller Erfolg. Rund um den "Eisschrank" Kontiolahti und dann in Oslo heimsten Sven Fischer & Co zehn Medaillen ein und avancierten zur erfolgreichsten Nation. Herausragend war der Dreifach-Triumph in der Verfolgung durch Ricco Groß, Frank Luck und Fischer. Dadurch wurde auch das Staffel-Debakel mit Rang vier überdeckt.

Beigetragen zum überragenden Abschneiden nahe der russischen Grenze hatte die Entscheidung, im Skitunnel von Vuokatti bei moderaten Temperaturen zu trainieren statt im "Kälteloch" Kontiolahti nach Alternativen zu suchen. "Nach zwei Tagen des Wartens sind wir in den gut 200 Kilometer entfernten Skitunnel nach Vuokatti gefahren, saßen dafür täglich rund fünf Stunden im Auto, konnten aber gut trainieren. Die Entscheidung war genial", erzählt Fischer.

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