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Zur Biathlon-WM 2016: Das müssen Sie wissen

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Biathlon-WM 2016  

Hintergrund: Das Biathlon-ABC

01.03.2016, 11:38 Uhr | dpa

Zur Biathlon-WM 2016: Das müssen Sie wissen. Selten aber für den Biathleten peinlich: Crossfire, wenn der Schütze auf die falsche Scheibe schießt.

Selten aber für den Biathleten peinlich: Crossfire, wenn der Schütze auf die falsche Scheibe schießt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand. (Quelle: dpa)

Oslo (dpa) - Von "A" wie Anschießen bis "Z" wie Zusatzmunition - die wichtigsten Termini und andere Schlagwörter beim Biathlon:

A - wie Anschießen: Eine Stunde vor Wettkampfstart testen die Athleten die Bedingungen am Schießstand und stellen ihre Waffe ein. Diese Einstellung wird während des Rennens an die sich ggf. verändernden Windbedingungen und nach Auswertung des Trefferbildes durch das Drehen am Diopter angepasst.

B - wie Biathlon:  Aus dem Griechischen, bedeutet so viel wie "Doppelkampf" - Skilaufen und Schießen im Wechsel. 1960 wurde es mit dem Männer-Einzel olympisch. Erst 1992 folgten die Frauen.

C - wie Crossfire: Ein seltenes und für den Schützen peinliches Missgeschick. Selbst Stars wie Magdalena Neuner, Uschi Disl oder Darja Domratschewa haben schon auf die falschen Scheiben geschossen. Die Treffer zählen nicht, es müssen Strafrunden gelaufen werden.

D - wie Doping: Immer wieder ein Thema. Oft Athleten aus der zweiten Reihe. Der russische Verband musste nach mehreren Sperren zuletzt die Höchststrafe von 100 000 Euro zahlen. Bei Olympia 2014 war bei Evi Sachenbacher-Stehle eine verbotene Stimulanz nachgewiesen worden. Sie führte ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel als Grund an.

E - wie Entfernung: Je fünf Scheiben müssen pro Schießeinlage auf 50 Meter Entfernung abgeräumt werden. Der Scheibendurchmesser beträgt beim liegenden Anschlag 4,5 Zentimeter, stehend 11,5 Zentimeter.

F - wie Fehlschuss: Im Sprint, Massenstart und der Verfolgung muss der Athlet pro Fehler eine Strafrunde laufen. Im Einzel gibt es dagegen pro Fehler eine Strafminute. In den Staffeln kann man mit drei Nachladern pro Schießen Fehler kompensieren. Reicht das nicht, geht es für jeden Fehler einmal in die Strafrunde.

G - wie Groß: Ricco Groß, früherer deutscher Damen-Co-Trainer, trainiert seit dieser Saison die russischen Herren. Der 45-Jährige, der zwischen 1990 und 2007 für Deutschland 28 Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gewann, soll mit Blick auf Olympia 2018 ein schlagkräftiges Team aufbauen.

H - wie Holmenkollen: Hoch über der norwegischen Hauptstadt Oslo befindet sich das Mekka des nordischen Wintersports. Sieger eines Rennens dürfen sich oft auch über eine Audienz bei König Harald freuen. Letzter deutscher Sieger war Arnd Peiffer am 14. Februar 2015 im Sprint. In Oslo fanden schon mehrere Weltmeisterschaften statt, die letzte im Jahr 2002.

I - wie IBU: Die Internationale Biathlon-Union ist der Weltverband mit Sitz in Salzburg. Präsident seit 1992 ist der Norweger Anders Besseberg, Generalsekretärin die deutsche Juristin Nicole Resch. Derzeit sind 58 nationale Verbände (davon mit Andorra und Kenia zwei sog. "provisional") als Mitgliedsverbände in der IBU organisiert.

J - wie Jachymov: In dem Ort in der ehemaligen Tschechoslowakei fanden 1981 die ersten internationalen Wettkämpfe für Biathletinnen statt. Erst elf Jahre später wurde Damen-Biathlon olympisch.

K - wie Kaliber: Seit 1978 wird mit Kleinkaliberwaffen (5,6 mm) ohne Ladeautomatik geschossen. Das Waffengewicht liegt zwischen 3,5 und 6 Kilogramm. Jeder Sportler hat ein auf ihn und seine Körpermaße abgestimmtes Gewehr. Manche Athleten geben ihren Waffen sogar Namen.

L - wie Lizenz: Um auf internationaler Bühne Wettkämpfe durchführen zu können, müssen Stadien eine A- oder B-Lizenz des Weltverbandes IBU vorweisen. Für die Ausrichtung eines Weltcups oder einer Weltmeisterschaft benötigt man die A-Lizenz.

M - wie Massenstart: Seit 1998 im Weltcup-Programm. Starterfeld mit 30 Athleten. Die Laufstrecke beträgt 12,5 bzw. 15 Kilometer mit viermal Schießen. Alle Athleten starten auf einmal. Der Erste im Ziel gewinnt.

N - wie Nähmaschine: Die fürchten die Biathleten beim Stehendschießen. Bei großer Erschöpfung oder wenn die Skijäger zu lange warten und der Puls unter eine bestimmte Frequenz fällt, zittern die Beine. Es kommt vermehrt zu Fehlschüssen und Strafrunden.

O - wie Ole Einar Bjørndalen: Keiner stand so oft auf dem Podest ganz oben wie der Norweger. Der achtfache Olympiasieger und 19-fache Weltmeister gewann 94 Weltcups. Auch im Langlauf konnte der mit 42 Jahren älteste Skijäger ein Rennen gewinnen. Spitzname: Der Kannibale.

P - wie Pulsschlag: Beim Laufen kommen die Athleten auf einen Puls von bis zu 180 Schlägen pro Minute. Am Schießstand beruhigen sie innerhalb von Sekunden ihren Herzschlag, schießen bei ca. 150 bis 160 Schlägen. Ein zu niedriger Puls ist schlecht, überträgt sich auf das Gewehr und erschwert das Zielen. Q - wie Quartett: Vier Athleten kämpfen in der Staffel um die Podestplätze. Seit 2005 gibt es auch WM-Medaillen in der Mixed-Staffel aus zwei Frauen und zwei Männern. Bei der letzten WM in Kontiolahti holten sowohl die deutschen Damen als auch die Herren Staffel-Gold. Im Mixed reichte es nur zu Rang sechs.

R - wie Ringkorn: Sitzt am vorderen Ende des Gewehrlaufes und bildet zusammen mit dem Diopter das Visier der Schützen. Bei schlechter Sicht kann ein Nebelkorn mit einer größeren Öffnung eingesetzt werden. Dadurch fällt mehr Licht ein und die Sicht ist besser.

S - wie Strafrunde: Diese wollen die Biathleten unbedingt vermeiden, schaffen es aber oft nicht. Sie ist 150 Meter lang und muss pro Fehler einmal gelaufen werden. Dafür brauchen die Athleten rund 23 Sekunden.

T - wie Temperatur: Laut Wettkampfregel 6.6.1 dürfen Rennen nicht gestartet werden, wenn die am kältesten Teil der Anlage 1,5 Meter über dem Boden gemessene Lufttemperatur unter minus 20 Grad liegt.

U - wie Unterstützungsriemen: Den benötigen die Biathleten beim Liegendschießen. Ein Rechtsschütze trägt den Lederriemen am linken Oberarm, ein Linksschütze am rechten. So wird die Waffe stabilisiert.

V - wie Verfolger:  Auch Jagdrennen genannt. Der Sprint-Sieger geht als Erster in die Loipe. 10 bzw. 12,5 Kilometer (Frauen/Männer) mit vier Schießeinlagen sind zu absolvieren. Wer als Erster ankommt, gewinnt.

W - wie Wachstruck: Ein LKW für die Skitechniker. Seit 2012 hat auch die deutsche Mannschaft diese mobile Skiwerkstatt, 400 PS stark. Vorreiter waren die Norweger, nur finanzstarke Nationen können sich das leisten. Die anderen haben nach wie vor kleine Wachskabinen.

X - wie Xianying Liu:  Eine von drei Chinesinnen, die bisher eine WM-Medaille gewonnen hat. Sie holte 2005 in Hochfilzen Silber hinter Uschi Disl in der Verfolgung.

Y - wie Yu Shumei: Ist die erfolgreichste Biathletin Chinas. Holte bei der WM 2000 in Oslo Silber im Einzel, gewann 2001 beim Weltcup am Homenkollen den Massenstart. Holte im Weltcup zudem drei weitere Podestplätze.

Z - wie Zusatzmunition: Auch Nachlader genannt. Gibt es nur bei den Staffeln. Jeder Staffelläufer hat maximal drei Extra-Patronen pro Schießeinlage. Bei weiteren Fehlschüssen geht's ab in die Strafrunde.

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