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Eisschnelllauf: Zeitmess-Skandal von Calgary hat Nachwirkungen

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Eisschnelllaufen  

Zeitmess-Skandal mit Nachwirkungen

10.02.2010, 04:59 Uhr | dpa

Zeitmessung im Eisschnelllaufen (Foto: imago)Zeitmessung im Eisschnelllaufen (Foto: imago) Der Zeitmess-Skandal von Calgary erschüttert weiter die Eisschnelllauf-Welt und hat seine Nachwirkungen für die anstehenden Weltmeisterschaften. Beim Weltcup auf der kanadischen Hochgebirgsbahn hatte jeder TV-Zuschauer beim 1000-Meter-Einlauf des Duells von Simon Kuipers mit Olympiasieger Shani Davis deutlich gesehen, dass der Niederländer den Lauf vor dem US-Konkurrenten gewonnen hatte. Trotzdem platzierte der kanadische Schiedsrichter Jim McClements Davis mit besserer Zeit vor Kuipers.

Unterzeichnete Wettkampfprotokoll ist entscheidend

Nach sofortigem Protest der Niederländer setzte McClements Kuipers auf Rang drei, Davis auf vier und unterschrieb das Protokoll. Wütend protestierten daraufhin die Amerikaner, McClements gab nach, drehte das Ergebnis wieder um. Prompt legten wieder die Niederländer Protest ein und bekamen Recht, allerdings mit einer spitzfindigen juristischen Begründung: Entscheidend für das Ergebnis sei das vom Schiedsrichter unterzeichnete Wettkampfprotokoll, erklärte das Präsidium des Eissport-Weltverbandes ISU. Nachträglich darf dieses Dokument nicht mehr verändert werden.

Amateurhaftes und dilettantisches Regelwerk

Kuipers blieb damit Dritter, doch der Skandal war da und lässt die Sportart in ihren Grundfesten wanken. Der Weltverband musste eingestehen, dass er sein Regelwerk amateurhaft und dilettantisch gestaltet hatte. In einem Sport, in dem Hundertstel-Sekunden über den Sieg entscheiden, gab es bis dato keine Verpflichtung, den Einlauf mit einem Zielfoto festzulegen. Erst Ende Dezember beschloss nun die ISU, dass in Zukunft in Zweifelsfällen ein Zielfoto entscheidet und weltweit Zeiten nach den gleichen Regeln gemessen werden müssen.

Skandal ist kein Einzelfall

Nachforschungen ergaben, dass der Calgary-Skandal kein Einzelfall war. Eine Woche zuvor beim Weltcup in Salt Lake City hatte Davis durch einen Messfehler den Tagessieg gegen Jeremy Wotherspoon verpasst. Das Problem war schnell erkannt: Je nach Schlittschuhhaltung löste die Zeitmessanlage nicht sofort bei der Zielquerung aus. Der 1000-Meter-Olympiasieger hielt seinen vorderen rechten Schlittschuh in der Luft und nicht auf dem Eis, auf dem die erste Schlittschuhspitze die Zeitmessung auslösen soll.

Drahtlose Zeitmesssysteme sind sehr ungenau

Besonders empfindlich und daher sehr ungenau sind drahtlose Zeitmesssysteme, wie sie in Calgary benutzt werden. Darum werden sie bei der Sprint-WM in Heerenveen (19./20 Januar) und der Mehrkampf-WM in Berlin (9./10. Februar) nicht eingesetzt. Erik van den Boogert, verantwortlich für die Zeitmessung bei der Sprint-WM in Heerenveen, warnt vor drahtlosen Systeme. "In einer menschenleeren Halle arbeiten sie perfekt. Doch von dem Moment an, indem die TV-Sender ihre elektronischen Apparaturen einschalten und das Publikum auf den Tribünen mobil telefoniert, spielt das drahtlose System verrückt", sagte van den Boogert. "Die Akkus müssen auch immer gleich gut geladen sein", ergänzte Inzells Stadionleiter Hubert Graf. "Das ist eine unsichere Angelegenheit", fügte er hinzu.

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