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Wintersport - Doping: Offenbart die Blutbank in Wien einen neuen Skandal?

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Doping  

Neuer Skandal oder alles nur heiße Luft?

16.01.2008, 15:53 Uhr | dpa

Für Doping benutzt? Beutel mit Eigenblut (Foto: dpa)Für Doping benutzt? Beutel mit Eigenblut (Foto: dpa) Die Doping-Verdächtigungen gegen deutsche Wintersportler im Zusammenhang mit der Affäre um eine Blutbank in Wien haben sich bisher nicht erhärtet. Weder dem Deutschen Ski- Verband (DSV) noch dem österreichischen Doping-Chefermittler Arnold Riebenbauer liegen konkrete Informationen über die Verstrickung von deutschen Skilangläufern und Biathleten vor. "Ich kann keine Namen herausgeben. Zu deutschen Wintersportlern kann ich keine Auskunft geben. Nach meinen Informationen sind neben Radsportlern auch Leichtathleten betroffen." Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hat unterdessen das Bundeskriminalamt (BKA) eingeschaltet. Der Deutsche Ski-Verband (DSV) hat im Zusammenhang mit den in der ARD erhobenen Vorwürfen inzwischen rechtliche Schritte gegen die zuständigen Redakteure des Senders eingeleitet. Dies erklärte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach.

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Olympia-Funktionäre fordern Aufklärung

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) haben nach den Anschuldigungen Aufklärung gefordert. "Man kann der Sache nur nachgehen, wenn man Fakten hat", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach. Daher habe er sich mit IOC- Präsident Jacques Rogge abgestimmt, dass DOSB und IOC schriftlich Unterlagen bei den entsprechenden österreichischen Behörden anfordern.

Skiverband fordert: Ross und Reiter nennen

Nach ARD-Informationen sollen mindestens 30 Sportler die Dienste der Wiener Blutbank Humanplasma GmbH in Anspruch genommen haben. Rund zwei Drittel der Athleten kommen dem Bericht des TV-Senders zufolge angeblich aus Deutschland. Dabei handle es sich um Sportler aus den Bereichen Biathlon und Skilanglauf, die zum Teil der Weltspitze angehörten. "Der Deutsche Ski-Verband erwartet im Sinne einer raschen Aufklärung die Nennung von Namen, sofern diese vorliegen sollten", erklärte der Verband in einer Pressemitteilung. "Dem DSV liegen nach wie vor keinerlei konkrete Informationen über eine mögliche Verwicklung von DSV-Athleten in die zuletzt bekanntgewordene Affäre um eine Wiener Blutbank vor."



Fernsehsender klagt an - und überträgt

Die ARD wird nach den eigenen Doping-Vorwürfen gegen deutsche Wintersportler das aktuelle Fernsehprogramm nicht ändern. Von Donnerstag bis Sonntag berichtet das Erste unter anderem über den Biathlon-Weltcup in Antholz. "Derzeit sehen wir keine Veranlassung, bei unseren geplanten Wintersport-Übertragungen Änderungen vorzunehmen. Es gibt zwar neue Dopingvorwürfe, die jedoch bisher nicht für einzelne Sportler belegt sind. Auch bei solchen Vorwürfen gilt zunächst die Unschuldsvermutung", erklärte Programmdirektor Günter Struve. Struve ist in Personalunion auch ARD-Sportkoordinator. ARD und ZDF waren nach dem Doping-Skandal bei der Tour de France 2007 aus der Berichterstattung ausgestiegen.

Radsportler weisen Verdacht zurück

Die vier im Zusammenhang mit der Wiener Blutbank-Affäre von der ARD namentlich genannten Radprofis haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Nach Informationen des TV-Senders sollen Michael Rasmussen (Dänemark), Michael Boogerd (Niederlande), der zweifache Vuelta-Gewinner Denis Mentschow (Russland) und der frühere Gerolsteiner- Profi Georg Totschnig (Österreich) Kunden der Wiener Blutbank gewesen sein. "Ich habe von diesem Institut noch nie gehört", sagte Mentschow der niederländischen Zeitung "de Telegraaf". Auch die drei weiteren beschuldigten Fahrer stritten die Anschuldigungen ab.

Institut: "Bei uns war noch kein Ermittler"

Der medizinische Leiter der ins Doping-Zwielicht geratenen Wiener Blutplasma-Firma hat ebenfalls alle gegen das Institut gerichteten Anschuldigungen zurückgewiesen. "Seit Bekanntwerden der Vorwürfe war noch kein einziger Ermittler bei uns, weder die Kriminalpolizei, noch ein Drogenfahnder", sagte Lothar Baumgartner. Das Institut war angeblich im Zuge der Ermittlungen zum österreichischen Doping-Skandal bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin ins Visier geraten.

Verband empfiehlt rechtliche Schritte

Der Generalsekretär der Internationalen Biathlon-Union IBU, Michael Geistlinger, hat den unter Dopingverdacht geratenen deutschen Skijägern empfohlen, sich "in der Angelegenheit juristisch zu wehren". Der Professor aus Salzburg geht davon aus, dass dies auch geschehen werde. "Das ist keine Kleinigkeit", sagte Geistlinger. "Die Vorwürfe muss ich als pauschal zurückweisen. Nach unseren Unterlagen sind sie nicht haltbar."

Dopingfahnder geben keinen Kommentar ab

Die NADA hat nach Hinweisen auf die Blutbank-Affäre das BKA eingeschaltet. "Wir haben sofort reagiert, dass möglicherweise deutsche Athleten involviert sind und die Ermittlungsbehörden eingeschaltet. Zu den Verdächtigungen geben wir keinen Kommentar", sagte NADA-Vorsitzender Armin Baumert. Zudem habe die NADA um Akteneinsicht bei der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gebeten.

"Aus Gerüchten Fakten machen"

Nach den Verdächtigungen müssten Beweise vorgelegt werden, forderte Peter Danckert, der Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages. "Denn es ist bei aller Skepsis gegenüber bestimmten Sportarten nicht gut, dass jetzt wieder Athleten von uns pauschal in Verdacht geraten und sich gar nicht dagegen wehren können. Von daher plädiere ich sehr stark dafür, dass wir aus Gerüchten Fakten machen", erklärte der SPD-Politiker in einem Gespräch mit dem Fernsehsender N24. Der pauschale Verdacht gegen Spitzen-Biathleten aus Deutschland sei "nicht gerechtfertigt".

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