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Mit 33 Jahren die erste WM-Medaille

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Eisschnelllauf  

Mit 33 Jahren die erste WM-Medaille

10.02.2010, 04:35 Uhr | dpa

Daniela Anschütz-Thoms (Foto: Reuters)Daniela Anschütz-Thoms (Foto: Reuters) Erst griff sie sich fassungslos an den Kopf, dann hüpfte sie freudig durch die gähnend leere Halle und ließ ihren Physiotherapeuten kaum noch aus der Umklammerung. Daniela Anschütz-Thoms hat bei ihrer siebten Einzelstrecken-Weltmeisterschaft mit Bronze über 3000 Meter endlich die langersehnte erste Einzel-Medaille erkämpft. "Das wurde echt Zeit. Diese Medaille bekommt einen Ehrenplatz gleich neben dem Olympia-Gold im Schlafzimmer. Dort, wo ich sie jeden Tag sehen kann", erklärte sie strahlend.

Goldener Auftakt Friesinger mit Bahnrekord zum 14. Titel

Friesinger verzichtet auf Team-Start

In 4:05,76 Minuten verfehlte sie Gold nur um 0,73 Sekunden und verschaffte dem deutschen Eisschnelllauf-Team in Nagano nach dem Sieg von Anni Friesinger über 1500 Meter weiteren Rückenwind. Da schlugen auch die Wellen nicht allzu hoch, als Friesinger ihren Gefährtinnen den Verzicht auf das Team-Rennen erklärte, um sich auf den Gewinn ihres 15. WM-Titels am Sonntag über 1000 Meter zu konzentrieren.

Offensiv-Strategie aufgegangen

"Mein erster Dank gilt meinem Trainer, der daheim beim Frühstück wohl eine Flasche Sekt geköpft hat", meinte Anschütz-Thoms. Stephan Gneupel scherzte am Telefon: "Eine hat nicht gereicht. Ich habe vor Aufregung die ganze Nacht nicht geschlafen und bin nur glücklich, dass unsere am Computer-Telefon abgesprochene Offensiv-Strategie aufgegangen ist." Der Coach sprach die Vermutung aus, dass Anschütz im direkten Duell gegen Kristina Groves der Kanadierin sogar den Titel entrissen hätte.

Anschütz-Thoms: "Endlich hat es geklappt"

Da die Team-Olympiasiegerin ihr Tempo aber ganz allein bestimmen musste, setzte sich Groves in 4:05,03 Minuten vor Allround-Weltmeisterin Paulien van Deutekom (Niederlande/4:05,49) durch. "Auf jeden Fall habe ich bewiesen, dass im hohen Alter noch Top-Leistungen möglich sind", meinte die 33 Jahre alte Thüringerin. "Immer war ich nah dran am Podium, endlich hat es geklappt", sagte sie mit Blick auf ihre Serien vierter und fünfter WM- und Weltcup-Plätze.

Erkältung schwächt Pechstein

Claudia Pechstein, die zuvor als einzige Eisschnellläuferin von allen Einzelstrecken-Weltmeisterschaften mit einer Medaille nach Hause gekommen war, verfehlte - geschwächt durch eine Erkältung - als Fünfte ihr Ziel. "In der Nacht wurden die Lymphknoten dick: Irgendwie habe ich das Pech gepachtet in diesem Jahr", meinte die Berlinerin, die aber ankündigte, für das Team-Rennen zur Verfügung zu stehen. "Hoffentlich geht es mir dann besser", sagte die 36-Jährige.

Friesinger will kein Risiko eingehen

Im Team wird neben Daniela Anschütz-Thoms nun auch die Berlinerin Lucille Opitz laufen. "Ich will für die 1000 Meter kein Risiko eingehen", meinte Friesinger. Angesprochen auf Äußerungen von Bundestrainer Markus Eicher, der gehofft hatte, dass sie nach dem deutlichen Sieg am Vortag noch umschwenkt, konterte Friesinger: "Ich habe den Teamstart nie von den 1500 Metern abhängig gemacht. Markus ist für mich nicht zuständig." Zoff wie im Vorjahr gibt es dennoch nicht. "Ihre Entscheidung war abzusehen. Ich habe keine Lust, jetzt nachzukarten", meinte Verbands-Präsident Gerd Heinze. 2007 hatte es wegen ihrer Absage heftigen Streit zwischen der Inzellerin und dem Verband gegeben. "Da war einiges in den falschen Hals gekommen. In diesem Jahr ist alles lange geklärt, es gibt überhaupt keinen Stress", sagte Friesinger. "Und wenn ich die 1000 Meter gewinne, dann ist es doch auch gut für den Verband."

Wotherspoon läuft der Konkurrenz davon

Der schnellste Mann der Welt auf dem Eis ist wieder Jeremy Wotherspoon. Der 31-jährige erkämpfte zum dritten Mal nach 2003 und 2004 den Titel über 500 Meter. Für den Kanadier, der zuvor schon viermal den Titel im Sprint-Vierkampf und einmal die 1000-Meter-Distanz gewonnen hatte, war es die insgesamt achte WM-Goldmedaille bei Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften. Wotherspoon erzielte in beiden Läufen mit 34,78 und 34,68 Sekunden Bahnrekorde und setzte sich mit 69,46 Punkten vor Sprint-Weltmeister Lee Kyou-Hyuk aus Südkorea (70,01) und dem japanischen Ex-Weltrekordler Joji Kato (70,32) durch. Die beiden deutschen Starter landeten erwartungsgemäß am Ende des Feldes: Anton Hahn (72,84) kam auf Platz 20, Nico Ihle (74,86) belegte Rang 22.

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