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Eis-Königinnen lassen noch Wünsche offen

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Eisschnelllauf  

Eis-Königinnen lassen noch Wünsche offen

10.02.2010, 04:54 Uhr | dpa

Das deutsche Damen-Team musste sich den Niederlanden geschlagen geben. (Foto: dpa)Das deutsche Damen-Team musste sich den Niederlanden geschlagen geben. (Foto: dpa) Die Golden Girls laufen als Zweite auf das Treppchen, Daniela Anschütz-Thoms stiehlt Claudia Pechstein die Schau und Jenny Wolfs Traumserie reißt ausgerechnet in Berlin.

Beim Weltcup-Auftakt der Eisschnellläufer verließen die deutschen Power-Damen das heimische Eis in Berlin durchaus mit gemischten Gefühlen, doch die deutschen Herren strahlten nach ihrem Paukenschlag über Platz zwei in der Team-Verfolgung.

Anni Friesinger Neuer Anzug passt nicht

Damen-Team unterliegt Niederlande

Ohne Anni Friesinger mussten sich die Olympiasiegerinnen beim Team-Wettkampf gegen Weltmeister Niederlande (3:04,34) geschlagen geben. Claudia Pechstein, Daniela Anschütz-Thoms und Lucille Opitz verfehlten in 3:04,51 den fünften deutschen Sieg im Team-Weltcup nur um 0,17 Sekunden. Die Herren sorgten mit dem zweiten Rang hinter Kanada (3:47,30) für ein kaum erwartetes, versöhnliches Resultat, nachdem sie in den Einzelrennen keine Bäume ausgerissen hatten. Zuletzt hatten sie im Herbst 2005 einmal Platz 2 im Weltcup belegt.

Wolf: "Habe die Nerven verloren"

Nicht ganz zufrieden ging Seriensiegerin Jenny Wolf vom Eis. Gegen die Chinesin Wang Beixing (37,91) musste sie in 37,95 Sekunden über 500 Meter ihre erste Niederlage seit elf Monaten einstecken. Tags zuvor hatte sie im ersten Rennen in 37,75 noch um 6/1000 Sekunden gegen die Dauerrivalin triumphiert. Mit 47,66 Stunden-Kilometern war sie so schnell wie nie eine Sprinterin in Berlin und auch der Mini-Vorsprung von umgerechnet 7,9 Zentimetern stellte ein Novum in der Weltcup-Geschichte dar. "Ich habe ich mich geärgert, dass ich auf der Zielgeraden die Nerven verloren habe. Dadurch bin ich technisch schlecht gelaufen", resümierte sie. "Aus dem Fehler werde ich lernen", sagte die 29-Jährige. "Das wird eine spannende Saison."

Pechstein verpasst das Treppchen

Mit insgesamt 27 Erfolgen ist Jenny Wolf mittlerweile im Weltcup erfolgreicher als Claudia Pechstein, die vor dem 3000-m-Rennen lange zögerte, ob sie starten soll. "Eine Muskelverhärtung hat mir arge Schmerzen bereitet, aber ich wollte vor eigenem Publikum unbedingt dabei sein", gab sie sich kämpferisch, verpasste aber als Fünfte knapp das Treppchen. Die WM-Dritte Daniela Anschütz-Thoms drehte im Duell mit Siegerin Martina Sablikova (Tschechien/4:03,70) richtig auf und landete zum insgesamt fünften Mal auf dem zweiten Platz. "Ich bin happy, dass es schon zum Auftakt so gut läuft. Jetzt kann das Ziel auch in den nächsten Rennen nur das Treppchen sein", sagte die 33 Jahre alte Erfurterin.

Kanadier vom Sturzpech gebeutelt

Ärger für die Organisatoren beim 19. Berliner Weltcup gab es nach den Sprints, bei denen fünf Herren stürzten und sich teils schwere Verletzungen zuzogen. Besonders hart getroffen wurden die Kanadier: Erst musste sich Mike Ireland im Krankenhaus die Schulter wieder einrenken lassen, dann brach sich Weltmeister Jeremy Wotherspoon beim Sturz in die Bande den Oberarm und fällt nun acht Wochen aus. "Wir haben reklamiert, dass es nach den 500 m der Damen keine Eis-Erneuerung gab. Zu tief waren die Rillen im Eis. Aber das Kampfgericht hat nicht auf uns gehört", schimpfte Kanadas Sprint- Coach Michael Crowe.

Schwarz: "Wir sind zu blöde"

Die deutschen Herren, die mit Jörg Dallmann, Robert Lehmann und Marco Weber im Team-Rennen überzeugten, hatten zuvor nicht viel zu bestellen. Tobias Schneider war sowohl über 1500 m (17.) als auch 5000 m (12.) bester Deutscher. "Die 1500 m waren Mist. Wir sind zu blöde, das umzusetzen, was uns Coach Bart Schouten lehrt", sagte Samuel Schwarz, der über 1000 m auf Rang 14 kam. Beide lange Strecken gewann der achtmalige Weltmeister Sven Kramer aus den Niederlanden, über 1000 m sein Landsmann Stefan Groothuis.

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