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Rodeln: Rodel-Damen retten deutsche Winterberg-Bilanz

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Nur die Rodel-Frauen wissen mit "Daisy" umzugehen

12.02.2010, 23:04 Uhr | dpa, sid

Natalie Geisenberger freut sich über ihren Sieg in Winterberg. (Foto: Reuters)Natalie Geisenberger freut sich über ihren Sieg in Winterberg. (Foto: Reuters) Die deutschen Rodel-Männer schwächelten inmitten von Wintersturm "Daisy" fast ausnahmslos. Verlass war beim Heim-Wochenende in Winterberg hingegen wieder einmal auf die "Power- Frauen". Fünf Wochen vor Olympia untermauerten die von Natalie Geisenberger angeführten deutschen Rodlerinnen erneut ihre Vormachtstellung und machten in der Eisrinne im Hochsauerland den 96. Weltcup-Sieg in Serie perfekt.

Weniger gut lief es in der Endphase auf die Winterspiele dagegen bei den Männern und Doppelsitzern: Lediglich David Möller sowie Patric Leitner und Alexander Resch überzeugten mit ihren dritten Plätzen.

Ergebnisse Rodel-Weltcup

Geisenberger fährt sich die ungeliebte Bahn schön

"Meine Lieblingsbahn wird das hier nicht mehr", hatte Geisenberger nach ihrem durchwachsenen Training noch gehadert. Doch wie schon vor 13 Monaten bei ihrem ersten Weltcup-Sieg kam die Olympia-Hoffnung im Rennen mit der Bahn am besten zurecht und beendete dank des minimalen Vorsprungs von zehn Tausendstelsekunden die Siegesserie von Tatjana Hüfner. "Ausschlaggebend war der gute Start. Der erste Lauf war gigantisch", erklärte die 21-Jährige ihren fünften Weltcup-Sieg. Hüfner musste sich nach zuletzt drei Siegen in Serie zwar mit Platz zwei begnügen, war nach Tagesbestzeit im zweiten Lauf dennoch zufrieden. "Nach den schlechten Fahrten im Training bin ich von Platz zwei überrascht", sagte die 26-Jährige.

Tagesbestzeit durch Möller

Bei den Männern konnte allein der vor Olympia immer besser in Fahrt kommende zweimalige Weltmeister Möller mit der Weltspitze mithalten. Vier Tage vor seinem 28. Geburtstag fuhr der Thüringer im zweiten Lauf sogar Tagesbestzeit im 1324 Meter langen Eiskanal und schloss noch zum Italiener Armin Zöggeler, der seinen 48. Weltcup-Sieg einfuhr, und zum Russen Albert Demtschenko auf. "In der Vorbereitung auf die Winterspiele bin ich auf dem richtigen Weg", bilanzierte Möller - und hofft angesichts weiterer Trainingsschichten auf eine Steigerung. "Drei Hundertstel am Start können unten schon eine Zehntelsekunde ausmachen."

Großer Ärger bei Weltmeister Loch

Restlos bedient war nach seinem verpatzten Auftritt der zweimalige Weltmeister Felix Loch. Durch einen schweren Fahrfehler stürzte der 20-Jährige im ersten Lauf auf den 30. Rang ab. Mit Wut im Bauch startete Loch im zweiten Durchgang zur Aufholjagd, mehr als Rang 17 kam aber nicht mehr heraus. "Es wäre vielleicht besser gewesen, das Rennen zu verschieben", stellte Loch fest. Auch Andi Langenhan - neben Möller und Loch dritter Olympia-Starter - blieb mit Rang zwölf unter den Erwartungen. Zöggeler baute durch seinen dritten Saisonerfolg und 48. Weltcupsieg seiner Karriere auch die Führung im Gesamtweltcup mit 555 Punkten vor Demtschenko (464) und Möller (381) aus. Die nicht für Olympia nominierten Johannes Ludwig und Jan Eichhorn landeten auf den Plätzen vier und acht.

Zeitplan Bob- und Rodel-Weltcup-Termine im Überblick

Resch erfolgreich fit gespritzt

Nur mit Spritzen wegen einer Entzündung im Hüftbereich konnte Doppelsitzer-Olympiasieger Resch an den Start gehen, für den "Bayern- Express" reichte es aber dennoch zum dritten Podestrang im Olympia-Winter. "Wirklich bezaubernd gefahren sind wir nicht. Wir haben die zwei schlechtesten Läufe der ganzen Woche abgeliefert und sind sehr froh, dass es noch fürs Stockerl gereicht hat. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagte Leitner, der beim Sieg der Italiener Christian Oberstolz und Patrick Gruber noch von Rang sechs auf das Podest fuhr.

Freiluftsport bleibt Freiluftsport

Total sauer waren André Florschütz und Torsten Wustlich. Die Olympia-Zweiten von 2006 fielen im zweiten Lauf von Platz vier auf Rang zwölf zurück und verteidigten nur hauchdünn ihre Führung in der Gesamtwertung. "Ich hatte eine Windböe nach der anderen. Ich weiß nicht, wie man so einen Lauf starten kann. Das ist irregulär. Ich frage mich, wofür es eine Jury gibt", schimpfte Florschütz. Widerspruch kam von Resch: "Man darf nicht vergessen, dass wir nach wie vor eine Freiluftsportart sind." Tobias Wendl und Tobias Arlt wurden Fünfte. Florschütz und Wustlich behaupteten mit 442 Punkten immerhin knapp die Führung im Gesamtweltcup vor Oberstolz und Gruber (440) und Leitner und Resch (430).

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Teamstaffel gewinnt vor Österreich und den USA

Wie schon in der Vorwoche überzuckerte die deutsche Teamstaffel das Wochenendergebnis. Hüfner, Johannes Ludwig und die Doppelsitzer Wendl und Arlt verwiesen in 2:25,827 Minuten Österreich mit einem Vorsprung von 0,565 Sekunden auf Platz zwei. Den dritten Rang belegten die USA (0,836 Sekunden zurück).

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