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Evi Sachenbacher-Stehle: "Das Hauptziel ist die WM"

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Sachenbacher-Stehle: "Das Hauptziel ist die WM"

13.12.2010, 11:20 Uhr | t-online.de, t-online.de

Evi Sachenbacher-Stehle: "Das Hauptziel ist die WM". Doppel-Olympiasiegerin im Langlauf: Evi Sachenbacher-Stehle (Foto: imago)

Doppel-Olympiasiegerin im Langlauf: Evi Sachenbacher-Stehle (Foto: imago)

Das Interview führte Nils Tittizer

Evi Sachenbacher-Stehle gehört seit Jahren zu den herausragenden Langläuferinnen in Deutschland. Bei Olympischen Spielen gewann sie insgesamt fünf Medaillen, darunter zweimal Gold. Sechs weitere Medaillen von Weltmeisterschaften und drei Weltcupsiege komplettieren die erfolgreiche Karriere der 30-jährigen Traunsteinerin. Unvergessen sind die Bilder aus Vancouver Anfang des Jahres: Evi Sachenbacher-Stehle gewinnt im Team-Sprint Olympisches Gold.

Im Interview mit t-online.de spricht die Olympiasiegerin über die Schwierigkeiten eine neue Partnerin zu finden, Unstimmigkeiten mit Bundestrainer Jochen Behle und ihren Strickzirkel.

t-online.de: Frau Sachenbacher-Stehle, Sie haben mit anderen deutschen Athletinnen einen Strickzirkel gegründet. Stammt die Idee von Ihnen?

Sachenbacher-Stehle: Das ist so über die Jahre entstanden. Irgendjemand hat mal damit angefangen und dann kamen immer mehr dazu – heute strickt oder häkelt das ganze Team, ohne Ausnahme.

Wann haben Sie Zeit dafür?

Zeit dafür hatten wir vor allem abends in den Trainingslagern. In Muonio zum Beispiel saßen wir oft in gemütlicher Runde in unserer Hütte zusammen und haben gestrickt.

Hilft es zu entspannen?

Ja, das ist ein schöner und entspannender Ausgleich nach einem langen Tag in der Loipe.

Im Wettkampf sind sie Konkurrentinnen, abends stricken Sie zusammen. Heißt das, dass die Konkurrenz abseits der Loipe ruht?

In erster Linie sind wir keine Konkurrenten, sondern ein Team. Klar kämpft auf der Strecke jede für sich, aber wir feiern in der Staffel gemeinsam Erfolge und freuen uns auch immer, wenn jemand aus dem Team gute Leistungen zeigt.

Sie mussten den Weltcup in Düsseldorf aufgrund einer Grippe absagen. Werden Sie in Davos an diesem Wochenende wieder fit sein?

Ja, ich fühle mich sehr viel besser als vor der Pause. Es war natürlich bitter, gerade bei einem Heim-Weltcup in Düsseldorf nicht dabei sein zu können, aber es war die richtige Entscheidung.

Woran liegt es, dass Ihr Motor jedes Jahr erst einmal warm laufen muss?

(Lacht) Tja, keine Ahnung. Das wüsste ich selbst gerne, dann könnte ich mal versuchen etwas dagegen zu tun. Im Ernst: Training und Wettkampf sind einfach sehr verschieden. Damit ich an meine Grenzen gehen kann, brauche ich einfach Wettkampfhärte – und die bekomme ich nur in Wettkämpfen.

Sie haben zwischen zwei Saisons nur einen Monat Pause. Absolvieren in dieser Zeit ein enormes Programm: Konditionstraining, Kraftübungen, Rollerski fahren, Leistungstests, Gletschertraining, etc. Ist das Pensum vielleicht etwas zu viel?

Man muss früh, hart und viel trainieren, um die Grundlagen für die Saison zu legen. Aber das ist für mich auch kein Problem, ich brauche immer Bewegung. Da wird schon der eine Monat Pause ganz schön lange – ich freue mich dann immer, dass ich endlich wieder trainieren darf.

Bundestrainer Jochen Behle betont oft, dass der Fokus ganz klar auf der WM 2011 in Oslo liegt. Könnte das ein Hindernis für gute Ergebnisse im Weltcup werden?

Natürlich ist die WM in Oslo in dieser Saison unser Hauptziel. Darauf ist auch das Training ausgerichtet. Ganz exakt kann man das natürlich nicht planen. Aber Ziel ist es, in Oslo in Topform zu sein.

In der Vergangenheit gab es diverse Unstimmigkeiten zwischen dem Frauenteam und dem Bundestrainer. Wie ist Ihr momentanes Verhältnis?

Es gab Unstimmigkeiten, das ist richtig. Aber die haben wir immer ausgeräumt. Im Moment passt alles wirklich wunderbar.

Ihre langjährige Partnerin Claudia Nystad hat dieses Jahr ihren Rücktritt erklärt. Als neue Partnerin könnte Ihnen Nicole Fessel zur Seite stehen, die zuletzt mit sehr guten Ergebnissen glänzte. Würde mit Ihr ein neues erfolgreiches Duo entstehen?

Das muss man dann mal sehen. Bei der WM läuft, wer die beste Form hat – ich muss mich auch erst einmal qualifizieren. Insgesamt sind wir aber ein sehr starkes Team. Bisher konnte es vor allem Nicole zeigen, aber ich habe schon in der Vorbereitung gesehen, dass alle Mädels richtig gut drauf und hochmotiviert sind. Wir werden eine starke Mannschaft stellen, egal wer läuft.

Spüren Sie nun einen größeren Druck, weil Sie mehr Verantwortung übernehmen müssen?

Nein, ich war noch nie so locker wie in dieser Saison. Ich spüre eigentlich überhaupt keinen Druck. Ich habe einfach wahnsinnig Spaß am Laufen.

Nachdem Ihnen 2006, bei den Winterspielen in Turin, ein erhöhter Hämoglobinwert nachgewiesen wurde, bekamen Sie eine Schutzsperre von fünf Tagen ausgesprochen. Sind Ihnen heute, vier Jahre später, die Gründe für die erhöhten Werte bekannt?

Mein Hämoglobinwert ist generell etwas höher. Das ist kein Geheimnis, ich habe nach den schmerzhaften Verdächtigungen 2006 ja all meine Blutwerte offengelegt. Im Höhentraining steigt bei jedem der Hämoglobinwert, aber mein Körper reagiert darauf besonders empfindlich. Und vor den Wettkämpfen in Turin, die in der Höhe stattfanden, musste ich eben auch intensiv in der Höhe trainieren. Das ging nicht anders.

Sie haben angekündigt noch bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi weiterzumachen. Wäre 2018, so denn München den Zuschlag bekommen würde, vor heimischer Kulisse der idealere Zeitpunkt sich zu verabschieden?

Das ist noch so weit weg – acht Jahre im Voraus kann man als Sportler nicht planen. Jetzt schaue ich erst einmal, wie es bis 2014 läuft.

Vor knapp zwei Wochen sind Sie 30 Jahre alt geworden. Hat sich seitdem irgendetwas für Sie geändert?

Mit dem einen Tag hat sich nichts geändert. Wenn ich aber insgesamt auf die letzten Jahre zurückblicke, stelle ich schon fest, dass ich mich ein klein wenig verändert habe. Ich bin reifer und ruhiger geworden.

Kurz vor dem Jahreswechsel. Was sind Ihre Ziele und Wünsche für 2011?

Ganz unabhängig vom Sport wünsche ich mir vor allem Gesundheit für meine Familie und mich. Wenn ich dann noch eine gute WM bestreiten kann - umso besser.


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