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Claudia Pechstein löst mit "Wunderzeiten" Skepsis aus

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Pechsteins "Wunderzeiten" lösen Skepsis aus

21.02.2011, 12:45 Uhr | dpa, dpa

Claudia Pechstein löst mit "Wunderzeiten" Skepsis aus. Umstritten, aber äußerst erfolgreich: Claudia Pechstein. (Foto: Reuters)

Umstritten, aber äußerst erfolgreich: Claudia Pechstein. (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Mit diesen Zeiten hatte Claudia Pechstein nicht einmal selbst gerechnet. Drei Tage vor ihrem 39. Geburtstag schaffte die fünffache Olympiasiegerin in Salt Lake City über 1500 Meter und 5000 Meter unerwartet mühelos die Qualifikation für die Heim-WM in Inzell im März und gilt dort jetzt sogar als Medaillen-Hoffnung. "Das ist der blanke Wahnsinn. Ich habe alle Antworten auf dem Eis gegeben", sagte sie freudestrahlend, nachdem sie im Utah Olympic Oval gleich bei ihrer internationalen Rückkehr nach Ablauf ihrer Zwei-Jahres-Sperre wegen überhöhter Blutwerte die Eisschnelllauf-Welt erneut in zwei Lager gespalten hatte.

Die 6:51,62 Minuten über 5000 Meter waren die viertschnellste Zeit ihrer Karriere, über 1500 Meter gewann sie in 1:55,38 erneut die B-Gruppe, war schnellste Deutsche und qualifizierte sich für die WM sowie das Weltcup-Finale in Heerenveen (4.-6. März). "Das war einer der schönsten Tage meines Lebens. Ich habe mir selbst bewiesen, dass ich noch immer in der Lage bin, in der absoluten Weltspitze mitzumischen. Das war ein riesiges Ausrufezeichen", sagte Pechstein ausgepowert, aber glücklich.

"Wunderzeiten" mit 38 Jahren

Einige Kritiker reagierten wesentlich skeptischer auf Pechsteins "Wunderzeiten". "Ich denke, es wird immer einen gewissen Verdacht geben. Einfach aufgrund der Sachen, die passiert sind", meinte Olympiasiegerin und Sprint-Weltmeisterin Christine Nesbitt aus Kanada. Etwas kleinlauter gab sich Bart Veldkamp, der Pechstein zuvor als "ekelhaftes Geschwür" des Eisschnelllaufs bezeichnet hatte. "Es ist eine große Leistung, dass man nach zwei Jahren mit so viel Stress so laufen kann. Das machen nicht viele", sagte der Coach des niederländischen Teams. Seine vorherigen Äußerungen nahm er aber nicht zurück und legte nach: "Wir sind nicht froh, dass sie läuft. Fakt ist, sie läuft und was sie läuft, ist keine Babyzeit."

Dopingtests auf eigene Kosten

Pechstein behauptete dagegen auf ihrer Homepage, dass ihr ein Großteil der internationalen Eislauf-Familie sogar einen herzlichen Empfang bereitet habe. "Von frostiger Atmosphäre mir gegenüber war nichts zu spüren. Ich habe mehr denn je das Gefühl, dass die meisten wissen, wie übel mir die ISU mitgespielt hat", erklärte Deutschlands erfolgreichste Winteroympionikin, die aus Selbstschutz wie schon bei ihrem ersten Wettkampf in Erfurt auch in Salt Lake City neben den offiziellen Dopingproben auf eigene Kosten private Tests durchführen ließ. Eisschnelllauf-Legende Eric Heiden, fünfmaliger Olympiasieger von 1980, hatte diese für Pechstein organisiert. "Wir kennen uns seit Jahren, ich bin froh, dass er mich unterstützt hat", sagte Pechstein.

Pechstein fast disqualifiziert

Für Zoff hatte zuvor ihr Lebensgefährte Matthias Große gesorgt, der sich wegen der erwogenen Disqualifikation über 5000 Meter aufs Neue mit der ISU anlegte. "Es ist doch klar, dass die ISU alles versucht, uns irgendwie zu schaden", unterstellte er den Referees. Nachdem Pechstein hinter der tschechischen Olympiasiegerin Martina Sablikova, die in 6:42,66 Minuten einen fantastischen Weltrekord lief, und der Erfurterin Stephanie Beckert die drittschnellste Zeit des Tages gelungen war, hatten Kampfrichter erwogen, eine leichte Berührung der Rückkehrerin mit der Amerikanerin Maria Lamb beim Überholvorgang zu bestrafen. "Eine Disqualifikation wäre eine Katastrophe gewesen", sagte Teammanager Helge Jasch.

Nach ihrem 1500-Meter-Rennen fiel Pechstein ihrem Freund noch auf dem Eis in die Arme. Stirn an Stirn schauten sich beide tief in die Augen. Groß war der Jubel auch bei Chefcoach Markus Eicher. "Es ist unglaublich, in welcher Verfassung sie sich hier vorgestellt hat", sagte Eicher. Für Sablikova ist Pechstein in Inzell nun sogar eine Medaillen-Kandidatin, "nur die Farbe ist noch unklar."

Neben Beckert jetzt zweites Ass für die WM

Eicher ist froh, neben Beckert ein weiteres Langstrecken-Ass zu haben. Auch wenn zwischen den Rivalinnen seit Monaten Dauerfrost herrscht, steigen vor allem im Team-Wettbewerb die Chancen auf deutsches Edelmetall. Zudem, so Eicher, sorge der Name Pechstein für öffentliches Interesse. Nach dem Karriere-Ende von Anni Friesinger habe es ein Loch gegeben, Fernsehzeiten seien weniger geworden. "Jetzt hat sich die Schlagkraft wieder erhöht", hofft Eicher.

Deutsche Männer sichern WM-Tickets

Im Schatten von Pechstein und Beckert konnten auch die deutschen Männer überzeugen. Stephanies Bruder Patrick Beckert gelang mit Platz vier über die 10.000 Meter in deutscher Rekordzeit (13:08,54) das beste Ergebnis seiner Karriere. Der Erfurter buchte ebenso das WM-Ticket wie der Münchner Marco Weber und Moritz Geisreiter aus Inzell, die zuvor in der B-Gruppe Dritter sowie Fünfter wurden und ebenfalls unter dem über vier Jahre alten deutschen Rekord von Tobias Schneider blieben.

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