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Spanier Fernandez brilliert bei EM - Deutsche feiern

27.01.2013, 18:02 Uhr | dpa

Spanier Fernandez brilliert bei EM - Deutsche feiern. Der Spanier Javier Fernandez sitzt bei seiner Darbietung in Zagreb auf dem Eis.

Der Spanier Javier Fernandez sitzt bei seiner Darbietung in Zagreb auf dem Eis. (Quelle: dpa)

Zagreb (dpa) - Der erste EM-Titel im Eiskunstlauf für den Spanier Javier Fernandez ist ein Ausrufezeichen vor der WM im März. Bei den Damen triumphierte zum fünften Mal Carolina Kostner. Der Berliner Liebers und Nathalie Weinzierl aus Mannheim holten zwei deutsche EM-Startplätze.

Eine spanische Party hatte es bei Eiskunstlauf-Europameisterschaften noch nie gegeben. Als der 21 Jahre alte Ausnahmekünstler Fernandez in Zagreb das erste Gold für sein Land gewann, fielen sich Sportler, Funktionäre und der einzige nach Zagreb gereiste Journalist in die Arme und küssten sich.

Als Fernandez gefragt wurde, ob er einmal so berühmt die Fußballasse Lionel Messi und Cristiano Ronaldo werden würde, musste der bescheidene Schüler des Olympia-Zweiten Kanadiers Brian Orser nur lachen. In Spanien gibt es kaum Eishallen und er trainiert in Toronto.

Auf dem Eis brannte der kleine Fernandez als Charlie Chaplin ein Sprungfeuerwerk mit drei vierfachen Sprüngen ab und erklärte später ziemlich zielstrebig seine Ziele: "Brian Orser hat Kim Yu-Na zur Olympiasiegerin gemacht. Ich möchte auch einer werden." Europameister wurde er allerdings nur mit ein wenig deutscher Hilfe: Als sein Koffer beim Zwischenstopp in München verloren ging, konnte er ohne Schlittschuhe nicht trainieren. Eine bayerische Eislauf-Funktionärin ließ sich den Koffer beschreiben und suchte ihn am Flughafen im Fundbüro. So kamen seine Arbeitsgeräte noch rechtzeitig.

Nun will der technisch saubere und ausdrucksstarke Athlet bei der WM im März in Kanada der Konkurrenz aus Japan und Nordamerika zeigen, dass die europäischen Läufer auf dem Weg nach Sotschi 2014 angreifen wollen. "Um ihn zu schlagen, müsste man schon vier Vierfache springen", meinte der unterlegene Franzose Florent Amodio. Das ist noch niemandem gelungen. Und angesichts der Klasse des sympathischen Spaniers war von dem neun Jahre älteren Jewgeni Pluschenko, der verletzt vor der Kür aufgegeben hatte, schon lange keine Rede mehr.

Zum Abschluss der Damen-Konkurrenz ging es weniger um Sprünge als vielmehr um die künstlerische Klasse der grazilen Südtirolerin Carolina Kostner, die sich dank ihres einmaligen Laufstils vor den 16 Jahre alten Russinnen Adelina Sotnikowia und Elisaweta Tuktamischewa knapp durchsetzte. Die in Oberstdorf von Michael Huth betreute Kostner versuchte sich am legendären "Bolero" und heimste gute Noten für ihren Auftritt ein.

Davon sind die 18-jährige Nathalie Weinzierl aus Mannheim als Neunte und Peter Liebers (23/Berlin) als Zehnter weit entfernt. Und dennoch sind ihre Plätze für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) enorm wichtig: sie sicherten je zwei Startplätze für die EM im kommenden Jahr in Budapest. "Wir haben das Maximum erreicht", sagte Trainer Peter Sczypa über seine Schülerin, die sich nach zwei Stürzen konditionsstark zurückkämpfte. Im kommenden Jahr will er mit der zuletzt durch Verletzungen zurückgeworfenen Sarah Hecken und Weinzierl international starten.

"Alle Deutschen sind in allen Disziplinen in die Top Ten gelaufen, das gab es Ewigkeiten nicht und ist ein toller Erfolg für den Verband", bilanzierte DEU-Präsidentin Elke Treitz und lud Samstagnacht spontan zu einem Sektumtrunk im Hotel ein. "Es gab schon Jahre, in denen wir mehr als eine Medaille hatten, aber wir sind auf dem richtigen Weg", ergänzte sie. Vielversprechend für die Zukunft sind vor allem die Tänzer.

Und Aljona Savchenko/Robin Szolkowy werden nach EM-Silber bei der WM erfahren, ob die Preisrichter erneut ihre russischen Konkurrenten klar bevorzugen. "Sie haben gemerkt, dass ihnen der Wind aus dem Osten entgegen bläst. Das muss aber für Sotschi kein Manko sein", behauptete Sportdirektor Udo Dönsdorf.

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