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WM-Debakel für deutsche Skeletonpilotinnen

03.02.2013, 10:34 Uhr | dpa

WM-Debakel für deutsche Skeletonpilotinnen. Shelley Rudman hat der Konkurrenz die Zähne gezeigt.

Shelley Rudman hat der Konkurrenz die Zähne gezeigt. (Quelle: dpa)

St. Moritz (dpa) - Die deutschen Skeleton-Frauen haben bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz ihr zweitschlechtestes Resultat in der WM-Geschichte eingefahren.

Die zweifache Weltmeisterin Marion Thees aus Friedrichroda kam auf der Natureisbahn mit 3,39 Sekunden Rückstand auf Siegerin Shelley Rudman aus Großbritannien abgeschlagen auf Rang acht. Anja Huber aus Berchtesgaden, 2008 Titelträgerin, landete mit 5,19 Sekunden Rückstand auf Platz 17. Katharina Heinz von der RSG Hochsauerland wurde 19. Den zweiten Platz hinter Rudman sicherte sich Noelle Picus-Pace aus den USA vor der Kanadierin Sarah Reid.

Noch schlechter hatten die deutschen Frauen nur 2007 bei der WM in St. Moritz abgeschnitten, als Monique Riekewald als beste 14. geworden war. Nach einer bisher recht erfolgreichen Weltcup-Saison hatte sich der Abwärtstrend schon vor zwei Wochen bei der medaillenlosen EM in Innsbruck angedeutet. "Im Endeffekt ist es Rennsport, man versucht alles bis ins letzte Detail zu planen, doch manchmal vergreift man sich auch. Hinzu kommt, dass St. Moritz eine Bahn ist, wo alle Gesetze von anderen Bahnen keine Rolle spielen", bilanzierte Cheftrainer Jens Müller, der auf der Natureisbahn 2000 Rodel-Weltmeister wurde.

An der Geburtsstätte des Skeleton-Sports - 1884 erbaute eine Gruppe von Briten um Major W. H. Bulpett eine Eisrennbahn zwischen St. Moritz und Celerina - holte Rudman den Titel. "Es ist so fantastisch, 2009 hier der EM-Titel und nun WM-Gold, ich liebe diese Bahn", meinte die Britin, die erst nach der Geburt ihrer Tochter 2007 richtig durchstartete und wenige Monate später ihren ersten Weltcup gewann. Auch die zweitplatzierte Picus-Pace nahm nach Olympia 2010 in Vancouver eine Baby-Auszeit und meldete sich eindrucksvoll in diesem Winter zurück.

Große Enttäuschung herrschte im deutschen Lager schon nach dem ersten von vier Läufen. "Wir haben das Material genommen, was wir nach bestem Wissen und Gewissen gemeinsam verantworten konnten. Es hieß friss oder stirb. Es ist nun mal eine Rennsportart, wo wir auf Messers Schneide liegen. Wir haben diesmal leider die falsche Entscheidung getroffen, ich kann mich deswegen aber auch nicht umbringen", sprach Huber wie immer Klartext. Dennoch schaffte sie am Start im letzten Lauf die zweitbeste Zeit und war die Lauf-Siebte. "Wir sind ja keine Deppen. Und wenn wir im Weltcup auf eins und zwei liegen, dann müssen wir ja irgendwie etwas draufhaben."

Marion Thees, 2011 bei ihrem WM-Titelgewinn in Königssee sogar im Topspeed schneller als Männer-Sieger Martins Dukurs, hakte die Titelkämpfe einfach ab. "Jetzt konzentrieren wir uns noch einmal auf das Weltcup-Finale in Sotschi. Die Kristallkugel hat jetzt Priorität", meinte Thees.

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