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Fall Pechstein: Sachenbacher-Stehle und Werth könnten die nächsten sein

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Nach Pechstein-Urteil  

Sachenbacher-Stehle und Werth: Das könnten die nächsten Fälle sein

27.02.2014, 17:17 Uhr | sid, dpa

Fall Pechstein: Sachenbacher-Stehle und Werth könnten die nächsten sein. Die Doping-Affäre um Evi Sachenbacher-Stehle wird zum Justizfall. (Quelle: dpa)

Die Doping-Affäre um Evi Sachenbacher-Stehle wird zum Justizfall. (Quelle: dpa)

Nach dem spektakulären Urteil im Fall Claudia Pechstein erwarten Experten ein Aufbegehren der Sportler. Das Gros werde sich künftig nicht mehr ausschließlich dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshof CAS unterwerfen. "Die Schwelle, zu einem staatlichen Gericht zu gehen, ist nicht mehr so hoch. Das hat das Urteil im Pechstein-Fall gezeigt. Und deshalb ist es ein Meilenstein", sagte der Heidelberger Sportrechtler Michael Lehner.

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Den millionenschweren Schadenersatzprozess wegen ihrer Dopingsperre hatte Pechstein zwar verloren. Doch das Langericht München I hatte die Schiedsklausel innerhalb der Athletenvereinbarung gekippt und damit die Autorität des CAS stark angekratzt.

"Sie kann den CAS ablehnen"

Nach Einschätzung von Pechsteins Anwalt Thomas Summerer könnte sich der Trend schon bald im jüngsten deutschen Dopingfall der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle zeigen. Diese war bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi positiv auf das verbotene Stimulans Methylhexanamin getestet und anschließend umgehend aus der Olympiamannschaft ausgeschlossen worden.

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"Sie muss jetzt erst einmal die Sanktionen abwarten. Doch dann wird sie sich überlegen, wie sie weiter vorgehen wird. Sie kann den CAS ablehnen und vor ein staatliches Gericht ziehen, um den Fall klären zu lassen", sagte Summerer: "Das war genau das, was wir gefordert haben, eine freie Wahl der Gerichte."

Werth will vor staatliches Gericht ziehen

Ähnlich verfährt die Dressurreiterin Isabell Werth. Die fünfmalige Olympiasiegerin war im vergangenen November wegen einer verbotenen Medikation bei ihrem Pferd vom deutschen Verband für sechs Monate gesperrt worden. Die sechsmalige Weltmeisterin beteuerte bislang stets ihre Unschuld und kündigte den Gang vor ein staatliches Gericht an.

Eine Prozessflut erwartet Summerer nach dem Pechstein-Urteil durch das Münchner Landgericht allerdings nicht, so viele Fälle gebe es schließlich gar nicht. Dennoch geht der Anwalt davon aus, dass weitere Sportler vor staatliche Gerichte ziehen, zumal diese nicht immer zwangsläufig mehr Zeit in Anspruch nehmen würden als die Sportgerichte.

Hängepartie im Fall Sinkewitz

"Dass Schiedsgerichte schneller urteilen, ist Wunschdenken", entgegnete Summerer und widersprach damit der Argumentation der Verbände. Man brauche nur den Fall des Radsportlers Patrik Sinkewitz zu nehmen. Der sei erstmals im März 2011 gesperrt, im Juni 2012 freigesprochen und schließlich erst vor wenigen Tagen vom CAS wegen Dopings zu einer Sperre von acht Jahren verdonnert worden. "Das ist alles andere als eine rasche Urteilsfindung", sagte Summerer.

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