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Doch Asthmaanfall: Eskau muss um Starts bangen

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Paralympics 2014  

Doch Asthmaanfall: Eskau muss um Starts bangen

09.03.2014, 17:30 Uhr | dpa

Doch Asthmaanfall: Eskau muss um Starts bangen. Andrea Eskau (M.

Andrea Eskau (M.) hatte mit Atemproblemen zu kämpfen. Foto: Ralf Kuckuck. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Die erste Sorge um Gold-Biathletin Andrea Eskau wich der Erleichterung: Wenige Stunden nach ihrem Ausstieg wegen eines Asthmaanfalls beim Langlauf-Rennen über 12 Kilometer im Ski-Schlitten kündigte die 42-Jährige weitere Starts bei den Winter-Paralympics in Sotschi an.

"Ich kann den nächsten Rennen positiv entgegen sehen. Der Ausstieg war die bessere Alternative gegenüber dem Durchquälen", sagte die querschnittsgelähmte Athletin vom USC Magdeburg.

Doch von ärztlicher Seite gab es noch kein Grünes Licht. Nachdem Mannschaftsarzt Dr. Lars Meiworm am Abend den Asthmaanfall bestätigt hatte, wollte er keine Prognose abgeben, ob Andrea Eskau wie geplant noch fünf Starts absolvieren kann. "Wir haben den Asthmaanfall gut in den Griff gekriegt. Es ist nicht sicher, wie es verläuft. Wir gucken von Tag zu Tag", sagte der Mediziner. Sie müsse nicht stationär behandelt werden, sei aber unter ärztlicher Beobachtung. "Sie wird behandelt und kann auf dem Zimmer inhalieren."

Ihn habe die Attacke nicht überrascht. Denn bei den Paralympics 2008 in Peking hatte sie bereits einen Asthmaanfall erlitten. "Seither ist das Problem der empfindlichen Atemwege bekannt", erklärte der Arzt. Chef de Mission Karl Quade stellte klar: "Ohne ärztliches Go startet keiner unserer Athleten."

Weil sie keine Luft mehr bekommen hatte, musste Andrea Eskau einen Tag nach ihrem Biathlon-Gold in der ersten Langlauf-Entscheidung aufgeben. Vor der drei Kilometer langen Schlussrunde ging die Diplom-Psychologin von der Strecke und wurde medizinisch versorgt. Nachdem zunächst ein Asthmaanfall als Grund genannt wurde, hieß es später, sie habe nur Atemwegsprobleme gehabt.

"Sie hat sich noch bis dahin gerettet, wo der Arzt war", berichtete Langlauf-Bundestrainer Ralf Rombach. Schon nach der ersten Runde habe sie gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. "Sie hat angedeutet, dass sie Schwierigkeiten hat", sagte er. Offenbar hat der Ausdauer-Spezialistin die hohe Temperatur von offiziell 12,7 Grad Celsius in der Höhe von mehr als 1400 Metern zu schaffen gemacht. "Das ist schon eine Überraschung. Sie hat sonst eher Probleme, wenn es sehr kalt ist", sagte Rombach und ergänzte: "Wir haben keine Erfahrung mit 13 Grad und Schnee. Ich kann mir gut vorstellen, dass es die warme Luft war. Es ist heute extrem warm."

Andrea Eskau, die bereits dreimal Paralympics-Gold im Sommer mit dem Handbike gewonnen hatte, fuhr anfangs in den Medaillenrängen. Nach und nach aber fiel sie immer weiter zurück. Zwischen Kilometer sechs und acht verlor die gebürtige Thüringerin fast eine Minute auf die spätere Siegerin Ljudmilla Pawlenko aus der Ukraine. "Sie hat einfach keine Luft mehr bekommen", sagte Rombach. Am Vortag hatte Eskau Gold im Biathlon über 6 Kilometer gewonnen.

Beste Deutsche war Anja Wicker. Die Paralympics-Debütantin aus Stuttgart kam als Achte ins Ziel. "Ich bin sehr zufrieden mit ihr", lobte der Bundestrainer. Siegerin wurde Ljudmilla Pawlenko aus der Ukraine in 38:53,3 Minuten vor Oksana Masters aus den USA und der Russin Swetlana Konowalowa. Im Männer-Rennen der sitzenden Klasse über 15 Kilometer feierte Gastgeber Russland durch Roman Petuschkow, Irek Scharipow und Alexander Dawidowitsch einen Dreifacherfolg. Ein Deutscher war nicht am Start.

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