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Paralympics 2014  

Barrierefreie Paralympics dank russischem Pragmatismus

10.03.2014, 12:30 Uhr | dpa

Barrierefreie Paralympics dank russischem Pragmatismus. Provisorische lange Rampen sorgen bei den Paralympics für Barrierefreiheit.

Provisorische lange Rampen sorgen bei den Paralympics für Barrierefreiheit. Foto: Jan Woitas. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Die Russen haben bei ihren Paralympics in Sachen Barrierefreiheit auf den letzten Drücker pragmatische, aber zweckmäßige Lösungen gefunden.

Unzählige kleine Rampen aus Holz mit Gummibezügen machen in Sotschi und Krasnaja Poljana viel davon wett, was die Gastgeber einst beim Bau von Wohn- und Sportanlagen versäumt oder vergessen haben. "Man kommt überall hin. Wir wollen uns nicht beschweren", sagt die querschnittsgelähmte Biathletin Andrea Eskau, die aus ihrem Rollstuhl heraus wie viele der rund 550 Athleten auf behindertengerechte Wege angewiesen ist.

"Russland lernt sehr schnell", lobt auch Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC). Der Brite, selbst Rollstuhlfahrer, hat die Behindertengerechtigkeit bei seinen letzten Winter-Paralympics an der IPC-Spitze zur Chefsache erklärt. Ihm geht es nicht nur ums ganz praktische Ausmerzen der vielen Hindernisse, sondern um die generelle Stellung von Behinderten in der Gesellschaft. Craven will Vorurteile abschaffen - und hofft, dass die Paralympics auch der russischen Bevölkerung einen Schub geben.

"Ich glaube fest daran, dass Russlands erste Paralympics die größte Wirkung auf das Ausrichterland haben können. Die Spiele können helfen, das Leben von 13 Millionen Russen mit einer Beeinträchtigung zu verändern", sagt Craven. Die Menschen müssten verstehen, "dass es nicht nur um physische Barrieren geht, sondern vielmehr darum, Sichtweisen zu verändern. Das gilt für alle Länder auf der Welt."

Allerdings stehen die Russen gerade besonders im Fokus. In Krasnaja Poljana ist das Mountain Village, in dem die meisten Paralympioniken während der bis zum 16. März dauernden Spiele wohnen, erster Treffpunkt. Hier gibt es neben den Wohnungen auch einen Floristen, eine Art Gallery, Clubs, Restaurants und ein Kleinkino. Karl Quade, Chef de Mission des deutschen Teams, berichtet von den "kürzesten Wegen, die wir je bei Paralympics hatten: Von der Haustür bis zum Shuttle sind es acht Meter, von der Haustür zum Mittagessen nur 25 Meter". Es gebe in allen Bereichen für Rollstuhlfahrer Alternativen für Treppen - und seien es Straßen mit langgezogenen Kurven.

"Auf Barrierefreiheit hätte man vielleicht noch einen Ticken mehr schon bei der Konstruktion der Gebäude achten können", moniert Eskau, die bereits eine Goldmedaille im Biathlon gewonnen hat. "Es ist letztlich nicht ganz so überlegt, dass man gleich einen ebenerdigen Eingang hat, sondern im Nachhinein Rampen angebracht wurden", sagt die 42-Jährige, die bereits bei den Paralympics von Peking, Vancouver und London am Start war.

Craven weist die vor den Spielen aufgekommene Kritik inzwischen dennoch als "völlig unbegründet" zurück, "viele Teamleader sind schon vor einem Jahr überrascht nach Hause gefahren mit dem Gefühl: Alles ist gut. Seither ist viel Arbeit weitergegangen." Auch Quade erkennt: "Die Russen haben sich wirklich alle Mühe gegeben." Obwohl natürlich noch lange nicht alles perfekt ist. "Man weiß ja nicht, wie die Nachnutzung aussieht. Letztlich sind wir ja nur Gäste für eine sehr kurze Zeit", kommentiert Eskau.

Selbst genügend behindertengerechte Toiletten mit Warmwasser gibt es - ein traditionelles Problemfeld bei Großveranstaltungen. "Wir haben sonst oft nur solche Dixie-Klos stehen, die sind total unhygienisch und für Rollstuhlfahrer überhaupt nicht geeignet. Aber hier ist alles gut, so wie es bei Paralympics auch Standard ist", meint Eskau.

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