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Anja Wickers Paralympics-Wintermärchen: Zweite Medaille

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Paralympics  

Anja Wickers Paralympics-Wintermärchen: Zweite Medaille

14.03.2014, 18:38 Uhr | dpa

Anja Wickers Paralympics-Wintermärchen: Zweite Medaille. Biathletin Anja Wicker holt in Sotschi ihre zweite Medaille.

Biathletin Anja Wicker holt in Sotschi ihre zweite Medaille. Foto: Valdrin Xhemaj. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Anja Wicker erlebt bei den Paralympics in Sotschi ihr persönliches Wintermärchen: Die 22-jährige Stuttgarterin gewann ihre zweite Biathlon-Medaille.

Drei Tage nach Gold über 10 Kilometer blieb sie erneut ohne Schießfehler und holte sich im Wettbewerb mit dem Ski-Schlitten über 12,5 Kilometer Silber. Dank einer fabelhaften Schlussrunde verdrängte die Sportmanagement-Studentin Olena Jurkowska aus der Ukraine noch um 3,7 Sekunden auf Platz drei. Souveräne Siegerin wurde Swetlana Konowaljewa aus Russland.

"Das Märchen geht weiter. Für mich war auch das jetzt eine Sensationsmedaille. Auch nach meiner Goldmedaille rechne ich nicht mit Medaillen. Ich habe heute nochmal alles gegeben und am Schießstand wieder Null geschossen, was auch der Schlüssel zum Erfolg war", erzählte sie im Zielraum. Nicht einmal eine verstopfte Nase hatte sie aufhalten können. "Seit drei Tagen ist meine Nase dicht. Aber am Laufen hat es mich jetzt nicht gehindert, da habe ich es gar nicht gemerkt, da kann man sowas verdrängen", beteuerte sie.

Nach dem letzten Schießen hatte Anja Wicker noch auf dem dritten Rang gelegen. Doch dann legte sie sich im Windschatten der Russin Nadjeschda Andrejewa noch mal voll ins Zeug. "Das war eine furiose Schlussrunde von mir. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es schaffe, aber ich hatte ein gutes Zugpferd vor mir", berichtete sie.

Den wettkampffreien Donnerstag hatte Anja Wicker für einen Ausflug genutzt. Raus aus dem Athletendorf und runter in den Bergsportort Rosa Chutor. "Mal ein bisschen Shopping, mal den Gedanken freien Lauf lassen, mal was anderes sehen. Das hat mir wohl ganz gut getan", befand sie. Und ein außergewöhnliches Mitbringsel hat sie auch gefunden - einen riesigen Teddybären. "Der ist fast so groß wie ich", sagte die Athletin, die von Geburt an durch eine Fehlbildung des unteren Rumpfes und dabei insbesondere der Wirbelsäule beeinträchtigt ist. Wegen extrem verkürzter Beine kann sie sich nicht ohne Rollstuhl oder Ski-Schlitten fortbewegen.

In jedem Biathlon-Rennen der sitzenden Klasse haben damit die deutschen Frauen eine Medaille gewonnen. Sprint-Siegerin Andrea Eskau vom USC Magdeburg wurde nach zwei Schießfehlern Siebte. Vivian Hösch gab im Rennen der blinden Frauen über 12,5 Kilometer auf. In der gleichen Klasse bei den Männern über 15 Kilometer leistete sich Willi Brem, der zuletzt wegen Rückenbeschwerden nicht starten konnte, drei Schießfehler und belegte Rang neun. Im Rennen der sitzenden Klasse bei den Männern über 15 Kilometer kam Martin Fleig nach einem Schießfehler als Achter ins Ziel. Sieger wurde der Russe Roman Petuschkow, der sein fünftes Gold gewann.

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