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Olympia-Debakel 2014 fordert erste Opfer bei den Bobfahrern

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Dramatische Situation bei den Bobfahrern!  

Historisches Olympia-Debakel fordert erste Opfer

06.11.2014, 16:00 Uhr | sid

Olympia-Debakel 2014 fordert erste Opfer bei den Bobfahrern. Cathleen Martini in der Eisrinne von Sotchi. (Quelle: imago/Sven Simon)

Cathleen Martini in der Eisrinne von Sotchi. (Quelle: Sven Simon/imago)

Cathleen Martini findet es "ärgerlich", Thomas Florschütz spricht von einer "dramatischen" Situation - die ersten Opfer des historischen Olympia-Debakels tragen große Namen. Knapp neun Monate nach der "Nullrunde" in Sotschi versucht sich der deutsche Bobsport an einem Neubeginn, verschärfte Normen sollen dabei zurück zum Erfolg führen. Für Ex-Europameister Florschütz und die frühere Weltmeisterin Martini bedeuten sie aber schon vor der bevorstehenden Weltcup-Qualifikation in Winterberg das vorläufige Aus.

"Ich habe viele Federn und Nerven gelassen in den vergangenen Wochen", sagt Martini und schnauft hörbar durch. Wie Routinier Florschütz ist die 32-Jährige an den neuen Startzeit-Vorgaben des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) gescheitert.

Teilnahme am Selektionsrennen gestrichen

Beide dürfen in den Selektionsrennen damit gar nicht erst um die Weltcup-Teilnahme kämpfen. Erst Ende Dezember sollen sie die Chance erhalten, sich im Rahmen der deutschen Meisterschaft doch noch für die zweite Saisonhälfte und damit auch für die Heim-WM 2015 in Winterberg zu qualifizieren.

Besonders schwierig ist die Situation für Florschütz, der nach der vergangenen Saison vier seiner Anschieber verlor. "Ich habe kein funktionierendes Team, das ist das größte Problem", sagte der 36-Jährige der "Sächsischen Zeitung": "Und trotzdem verstehe ich nicht, warum mich der Verband nicht bei der Selektion starten lässt."

BSD zeigt sich knallhart

Doch die schwachen Startzeiten bei Olympia erforderten eine Reaktion, und der BSD möchte die starke Gewichtung der Normen nun durchziehen. Schon vor den insgesamt drei Selektionsrennen mussten sich Piloten und Pilotinnen in einem Anschub-Wettkampf beweisen - einer Qualifikation zur Qualifikation also, um den Start nachhaltig zu verbessern. Auch auf die Gefahr, einige der stärksten Fahrer damit kurzfristig auszuschließen.

Rücksicht könne aber nicht genommen werden, sagte Bundestrainer Christoph Langen: "Die Norm gilt für alle, das ist ganz klar." Der 52-Jährige war selbst heftig kritisiert worden für die ersten Winterspiele ohne deutsche Bob-Medaille seit 50 Jahren. "Nach Olympia hat jeder gesehen, was abgelaufen ist", sagt Langen, "auch ich habe gelernt, dass alles, was vorher war, nicht zählt. Da ist es ganz legitim für den Verband, nicht mehr von Saison zu Saison zu schauen - sondern alles auf 2018 auszurichten." In dreieinhalb Jahren steigen die nächsten Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang.

Etwas Grundsätzliches muss geändert werden

Für Florschütz und Martini, sagt Langen, "tut es mir natürlich leid. Sie sind immer noch weltklasse, was das Fahrerische betrifft. Aber wenn man langfristig denkt, müssen wir auch den Jungen die Chance geben." Dass grundsätzlich etwas geändert werden musste, sieht auch Martini. "Keine Frage, athletisch geht es international mittlerweile in eine Richtung, da müssen wir uns alle drehen und wenden. Aber durch die Neuausrichtung wurden die fahrerischen Qualitäten ein bisschen in den Hintergrund gedrängt", gibt die Sächsin zu bedenken.

"Bobfahren ist nun mal nicht nur die Startzeit", sagt auch Florschütz und vermutet: "Ich glaube, der Verband will jeglichen Diskussionen vorbauen. Es weiß ja keiner, was bei der Selektion passiert. Könnte schließlich sein, dass ich am Ende doch unter die besten Drei fahre und damit ins Weltcup-Team." Das reist im Dezember (13./14.) nun aller Voraussicht nach jedoch ohne die beiden Routiniers zum Saisonauftakt nach Lake Placid.

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