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Vier Kreuzbandrisse: Gehen die Ski-Stars zu viel Risiko ein?

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Vier Kreuzbandrisse  

Gehen die Ski-Stars zu viel Risiko ein?

Von Luis Reiß

22.12.2017, 07:00 Uhr
Vier Kreuzbandrisse: Gehen die Ski-Stars zu viel Risiko ein?. Felix Neureuther: Die Zukunft von Deutschlands bestem Skifahrer ist nach seinem Kreuzbandriss noch offen. (Quelle: imago/Sven Simon)

Felix Neureuther: Die Zukunft von Deutschlands bestem Skifahrer ist nach seinem Kreuzbandriss noch offen. (Quelle: Sven Simon/imago)

Gleich vier deutsche Medaillen-Hoffnungen fallen mit einem Kreuzbandriss für Olympia 2018 aus. Einer der führenden Knie-Spezialisten warnt vor einer besorgniserregenden Entwicklung.

Felix Neureuther und Stefan Luitz (beide Ski Alpin), Severin Freund und Svenja Würth (beide Skispringen): Vier deutsche Medaillen-Hoffnungen zogen sich in den vergangenen Wochen einen Kreuzbandriss zu. Ein Start bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) – ausgeschlossen.

Ausgerechnet vor dem größten Wintersport-Ereignis häufen sich die schweren Verletzungen. Ist das nur Zufall?

Schnellere Ski, aber mehr Risiko

Mathias Berthold, Cheftrainer der deutschen Alpin-Herren, gab nach dem Ausfall seines Superstars Neureuther dem neuen Material der Alpinen eine Mitschuld. Er sagte der Sportschau: „Wir haben im Riesenslalom einen Schritt zurück gemacht auf sehr aggressives Material. Ich habe das immer sehr kritisch gesehen. Es scheint nicht in eine so gute Richtung zu laufen.“

Hintergrund: Vor der Saison hatte der Skiverband Fis seine Regeln gelockert und im Riesenslalom wieder kürzere und schmalere Ski zugelassen. Sie sollen dadurch mit weniger Kraftaufwand zu fahren und schneller sein, die Belastung auf die Knie bei den Schwüngen nimmt aber zu.

Das Prinzip lautet: immer schneller, schneller

Dr. Andree Ellermann von der Arcus Sportklinik in Pforzheim, einer der führenden deutschen Knie-Spezialisten, hat eine andere Meinung. Er sieht die Schuld nicht beim Material. Ellermann sagt t-online.de: „Es sind schließlich die Athleten, die ihr Material immer auf Maximalleistung einstellen. Sie gehen weit, weit ans Limit." Das gilt besonders für die wichtige Saison vor den Olympischen Spielen, schließlich wollen sich alle Sportler so schnell wie möglich qualifizieren – teils auch zu Lasten ihrer eigenen Sicherheit.

Dazu nennt Arzt Ellermann ein Beispiel: "Im Ski Alpin sind die Bindungen knallhart eingestellt, weil sie auf der maximal vereisten Piste eigentlich nicht aufgehen sollen. Dafür bedarf es schon eines riesigen Drucks. Das Prinzip lautet: schneller, schneller – und noch schneller. Wenn sich die Ski aber dann verschneiden und es zum Sturz kommt, ist die Schwachstelle das Knie-Gelenk. Dieses Risiko wird von den Top-Fahrern in Kauf genommen.“

Sportler riskieren ihre Gesundheit

Auch deshalb gebe es in der Weltspitze kaum noch Athleten, die nicht schon eine schwere Knieverletzung erlitten hätten, erklärt der Experte. Während der aktiven Karriere lassen sich die Folgen durch die starke Muskulatur noch kompensieren. Doch langfristig spielen die Athleten mit ihrer Gesundheit. Ellermann: „Ein Riss des Vorderen Kreuzbandes oder eine Meniskusverletzung führen häufig zu einer früheren Arthrose im Kniegelenk.“

Ähnlich verhält es sich auch in anderen Winter-Sportarten wie dem Skispringen. Auch dort wird beispielsweise bei der Größe des Anzugs oder der Einstellung der Ski um jeden Zentimeter gekämpft. Dafür wird häufig ein geringerer Schutz von den Sportlern akzeptiert. Ellermann, der zahlreiche Profi-Sportler betreut, sagt: „Ich kenne viele Athleten und weiß, zu welchen Risiken sie für ihren Traum von Olympia bereit sind. Für viele ist es eine einmalige Chance.“ Dafür riskieren einige sogar ihre Gesundheit.

Quellen

- eigene Recherche
- Interview mit Alpin-Bundestrainer Berthold in der Sportschau

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