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Daniel Albrecht nach Sturz im Koma

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Daniel Albrecht nach Sturz im Koma

22.01.2009, 13:56 Uhr | dpa

Daniel Albrecht stürzte beim Zielsprung schwer. (Foto: dpa)Daniel Albrecht stürzte beim Zielsprung schwer. (Foto: dpa) Wieder ein Horror-Unglück auf der berühmt-berüchtigten Streif: Der Schweizer Daniel Albrecht stürzte am Donnerstag beim Abschlusstraining für die Weltcup-Abfahrt in Kitzbühel bei seinem über 70 Meter weiten Zielsprung so heftig, dass er mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma in ein künstliches Koma versetzt werden musste.

Im Falle einer komplikationslosen Nacht soll der 25-Jährige am Freitagvormittag aus dem Tiefschlaf zurückgeholt werden. "Nach unserer Terminologie ist Daniel Albrecht stabil", sagte Chirurg Wolfgang Koller von der behandelnden Intensivstation der Uni-Klinik Innsbruck. "Das ist eigentlich für die Stunden nach so einer schweren Verletzung ein sehr guter Ausdruck." Es bestehe keine "unmittelbare Lebensgefahr". Laut einem Kommuniqué des Rennarztes in Kitzbühel war bei Albrecht ein Schädel-Hirn-Trauma mit Gehirnblutung und eine Lungenquetschung diagnostiziert worden.

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Geschwindigkeit von knapp 140 km/h

Für das Publikum an der Strecke und die Zuschauer der Live- Übertragung im österreichischen Fernsehen war Albrechts Unfall ein schreckliches Déjà-vu. Genau wie vor einem Jahr der Amerikaner Scott Macartney verlor der 25 Jahre alte Kombinations-Weltmeister beim Zielsprung die Kontrolle. Bei einer Geschwindigkeit von 138,1 km/h geriet er in Rücklage und schlug aus gut vier Metern Höhe ungebremst mit dem Rücken auf die Piste. Der mit Startnummer fünf in den letzten Test für das Rennen am Samstag gegangene Schweizer überschlug sich auf der nach den Unfällen der Vorjahre entschärften Strecke und blieb regungslos im Zielraum liegen.

Per Helikopter ins Krankenhaus

Nach gut 20 Minuten notärztlicher Versorgung durch den Rennarzt sowie Bergrettung und Rotes Kreuz wurde Albrecht per Helikopter ins Krankenhaus im nahen St. Johann geflogen. Bei seiner Ankunft sei er noch bewusstlos gewesen, vor der Einleitung des künstlichen Tiefschlafs aber kurz aufgewacht, teilten die behandelnden Ärzte mit. Zweieinhalb Stunden nach seinem Unfall erreichte Albrecht die Innsbrucker Uni-Klinik. Dort wird mithilfe einer Sonde Albrechts Gehirndruck überwacht. Weitere Tests sollen nach der Erweckung aus dem künstlichen Koma erfolgen.

Grund: Ein "katastrophalen Fahrfehler"

Nach dem Unfall von Macartney im Vorjahr hatte die Rennleitung auf die Kritik reagiert und den Zielsprung in diesem Jahr wieder deutlich gekennzeichnet. Die Stelle hat einen schanzenartigen Absprung und ist durch ein Richtungstor klar markiert. "Wir haben alles Mögliche getan. Wir können nicht alles rausnehmen und ändern", sagte der Renndirektor des Internationalen Skiverbandes (FIS), Günter Hujara. Der frühere deutsche Weltklassefahrer Armin Bittner sah als Ursache für den Sturz Albrechts einen "katastrophalen Fahrfehler".

Schranz: Zielsprung "nicht notwendig"

Der zweifache österreichische Gesamt-Weltcupsieger Karl Schranz sprach sich hingegen für eine völlige Entschärfung des Zielsprungs aus. "Es ist nicht notwendig, dass am Ende einer so anstrengenden Abfahrt auch noch ein schwieriger Sprung zu bewältigen ist", sagte der 70-Jährige.

Fahrer loben Zielsprung

In den Tagen zuvor hatten Fahrer und Trainer die berüchtigte Streif noch einhellig gelobt. Albrechts Landsmann Didier Defago meinte: "Jeder Sprung ist mit einem Tisch gebaut, so dass wir genau wissen, wo wir in die Luft gehen."

Miller mit der besten Zeit

Zur Nebensache geriet das Ergebnis des Abschlusstrainings. Die beste Zeit fuhr Gesamt-Weltcupsieger Bode Miller. In 1:55,95 Minuten war der Amerikaner um 0,26 Sekunden schneller als Vorjahressieger Didier Cuche aus der Schweiz. Stephan Keppler aus Ebingen belegte Rang 29.

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