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Hans Grugger nach Streif-Sturz in stabilem Zustand

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Ski alpin  

Gruggers Zustand "absolut stabil"

21.01.2011, 11:35 Uhr | dpa, dpa

Hans Grugger nach Streif-Sturz in stabilem Zustand. Nach dem Sturz kümmern sich die Helfer um Hans Grugger. (Foto: dpa)

Nach dem Sturz kümmern sich die Helfer um Hans Grugger. (Foto: dpa)

Der schwer gestürzte österreichische Skirennfahrer Hans Grugger ist nach Angaben der Ärzte auch nach der zweiten Nacht im Krankenhaus "in absolut stabilem Zustand". Das teilte der Österreichische Skiverband mit. Der Gehirndruck des am Freitag am Kopf operierten Sportlers sei nicht gestiegen. Das seien in der "aktuellen Phase" die wichtigsten Nachrichten, hieß es in der Pressemeldung.

Am Samstag sollten weitere Untersuchungen über die nächsten Behandlungsschritte entscheiden. "Etwaige Prognosen sind derzeit nicht möglich, Hans Grugger bleibt weiterhin im künstlichen Tiefschlaf", schrieb der Verband. Weitere Informationen wurden für den Sonntagnachmittag angekündigt (Die schlimmsten Stürze im Wintersport).

Fünfstündige Not-Operation

Grugger hatte sich am Freitag einer über fünfstündigen Not-Operation unterziehen müssen. Der 29-Jährige hatte am Donnerstag bei dem Sturz im Training in Kitzbühel schwere Kopfverletzungen, Rippenbrüche und eine Lungenverletzung erlitten.

Wasmeier: "Jeder ist sich des Risikos bewusst"

Der Sturz Gruggers hatte einmal mehr die Gefährlichkeit speziell von Abfahrtsrennen verdeutlicht. Jeder Rennläufer "ist sich des Risikos bewusst", sagte Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier in der ARD. "Die Abfahrt ist die schnellste Disziplin auf Ski und die brutalste, die Formel 1 im Winter". Zwar sei die Sicherheit in den vergangenen Jahren immer mehr gestiegen und die Standards in Kitzbühel seien vorbildlich, aber hundertprozentig verhindern könne man Unfälle nicht. Fangnetze, Sturzräume, Rückenprotektoren oder Helme - vieles werde schon getan. "Mehr haben wir halt nicht und dann ist da nur noch dieser dünne Rennanzug", erklärte Wasmeier.

Ähnlich äußerte sich im österreichischen Fernsehsender ORF der frühere Skirennfahrer und jetzige TV-Experte Armin Assinger. "Schlussendlich weiß jeder, auf was er sich einlässt, wenn er am Start einer Strecke steht, auch an der Streif", sagte Assinger. "Solche Stürze werden sich nie verhindern lassen, und man darf jetzt auch nicht mit der Analyse übers Knie brechen. Wir müssen festhalten, dass es für den Sport ausgebildete und trainierte Athleten sind. Sie arbeiten acht Monate darauf hin und sind auf alle Eventualitäten geschult. Aber keiner ist vor Fehlern gefeit."

FIS-Renndirektor: "Kein Grund für Modifikationen"

Am Samstag soll die Abfahrt auf der vielleicht gefährlichsten Strecke der Welt gestartet werden. Eine Änderung des Kurses wird es nicht geben, auch nicht beim Sprung in die Mausefalle wenige Sekunden nach dem Start, der Grugger im ersten und einzigen Trainingslauf zum Verhängnis wurde. Es gebe keinen Grund für etwaige Modifikationen, sagte Günter Hujara, deutscher Renndirektor des Ski-Weltverbandes FIS. "Es sind 59 Starter gestartet, einer ist gestürzt. Ich möchte das bei Leibe nicht bagatellisieren, es ist schlimm genug, was passiert ist. Wir sind alle noch ziemlich mitgenommen."

Dennoch fuhren die Rennläufer einen Tag nach Gruggers Sturz im Super-G schon wieder die Strecke herunter, und auch am Samstag werden die Abfahrer selbstverständlich die Streif herausfordern. "Wenn du so etwas siehst, denkst dir schon: Soll ich mir das antun. Aber im selben Moment musst du das bei Seite schieben, sonst brauchst gar nicht runterfahren", sagte Michael Walchhofer aus Österreich, derzeit Führender im Abfahrtsweltcup.

Kritik vom Super-G-Sieger

Ivica Kostelic hat derweil heftige Kritik an den Verantwortlichen des Ski-Weltverbandes FIS und des Rennens in Kitzbühel geübt. "Fast jedes zweite Jahr gibt es hier einen beinahe tödlichen Unfall", sagte der 30-Jährige nach seinem Sieg im Super-G am Freitag auf der Streif. Kostelic sagte, der Automobil-Weltverband FIA habe nach dem tödlichen Unfall des Brasilianers Ayrton Senna 1994 die Regeln geändert und die Sicherheit verbessert - in Kitzbühel sei man jetzt nicht in der Lage, den Sprung in die Mausefalle, bei dem Grugger gestürzt war, zu entschärfen. "Das geht nicht", sagte Kostelic, "ich sehe darin keinen Sinn."

Zeitung: "Die neuzeitliche Nachfolge der Gladiatorenkämpfe"

Unterdessen haben mehrere österreichische Zeitungen den Drang zu immer spektakuläreren Abfahrten kritisiert. "Unfälle gehören zum Leistungssport, zum Autofahren, zum Leben. Aber was die Streif zuletzt lieferte, ist zu viel, sogar fürs Geschäft", schrieb die Tageszeitung "Der Standard" und erinnerte daran, dass es in den vergangenen vier Jahren drei folgenschwere Unfälle gab. "Jener von Hans Grugger wird, wenn nichts passiert, nicht der letzte gewesen sein." Das Blatt räumte allerdings ein: "Gestandene Abfahrer freilich haben sich auch schon beschwert, wenn die Strecken zu leicht sind, die Sprünge zu kurz ausfallen. Spektakuläre TV-Bilder erhöhen die Einschaltquoten."

Auch die "Salzburger Nachrichten" wägten ab. "Natürlich ist der Profisport eine Art neuzeitliche Nachfolge der Gladiatorenkämpfe, befeuert von Sponsoren und Medien, die in Wechselwirkung davon leben", kommentierte die Zeitung. Und natürlich kokettiere jeder Rennsport mit einem gewissen Nervenkitzel. Doch der Drang nach immer schneller, höher, weiter werde pervertiert. "Die Show wird weitergehen, ob das richtig oder falsch sein mag. Und sie wird weiter ihre Protagonisten gefährden. So wie Grugger."

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