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Die angezeigten Zeiten bei der Ski-WM sind nicht immer richtig

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Die angezeigten Zeiten sind nicht immer richtig

11.02.2011, 20:12 Uhr | t-online.de, t-online.de

Die angezeigten Zeiten bei der Ski-WM sind nicht immer richtig. Der Anzeigetafel in Garmisch Partenkirchen ist nicht immer zu trauen (Foto: imago)

Der Anzeigetafel in Garmisch Partenkirchen ist nicht immer zu trauen (Foto: imago)

aus Garmisch-Partenkirchen berichtet Jörg Hausmann

Die Vergabe der Medaillen bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen ist eine Frage von Zehntel- und Hundertstelsekunden. Dumm wird es dann für die Rennläuferinnen und Rennläufer, wenn die Zeit völlig falsch angezeigt wird. Die Verwirrung begann im Super-G-Rennen der Damen und setzte sich auch in deren Kombinations-Abfahrt fort.

Im Super-G hatte die mit der Nummer 14 gestartete Slowenin Tina Maze schon etwa 2,5 Sekunden auf dem Konto, als sie losfuhr – wegen eines voll aufgedrehten Lautsprechers.

Soundanlagentest während des Wettkampfs

"Wir waren erstaunt", schilderte Francesco Cattaneo den bizarren Moment, als die Zeitmessung zu spinnen begann. Der Schweizer ist der Herr der Zeiten an den Pisten, nennt sich "IT-Chef Timing" der WM. Cattaneo ist ein Profi. Da das aber bei der WM – aus Kostengründen – nicht für jeden gilt, passieren Dinge wie ein Test der Tonanlage mitten im Auftaktrennen der WM.

Cattaneo unterstellt keinem der zahlreichen WM-Volontäre – meist Studenten – Absicht. Sie seien alle mit Fleiß und Eifer bei der Sache. Aber einem Profi wäre es nicht passiert, einen Lautsprecher in einem unpassenderen Moment als dem eines Medaillenrennens testweise an seine Leistungsgrenzen zu bringen - noch dazu unangekündigt. Die Konsequenz war eine unerwartet und ungewollt ausgelöste Zeitmessung. Startrichter Seppo Haikala riss sich den Kopfhörer herunter, weil auf dem Jury-Kanal nur noch "komische, schmerzende Geräusche" zu vernehmen waren.

Angeblicher Riesenvorsprung

Dicht beieinander verlaufenden Frequenzlinien sorgten so im Super-G bereits bei der letzten Zwischenzeit der Französin Ingrid Jacquemod – direkt vor Maze gestartet - für eine fehlerhafte Ausspielung. Anders jedoch als im Weltcup waren Cattaneo und seine Kollegen nicht in der Lage, die Zeitnahme daraufhin zu stoppen und auszublenden. Also war auch Maze noch Leidtragende. Dieser Fehler wurde nun, vor der Abfahrt der Herren, endlich korrigiert.

Trotzdem "ist die Geschichte noch nicht zu Ende", erklärte Cattaneo. Denn immerhin sorgte drei Tage später ein ähnlich gelagertes Problem auch in der Kombi-Abfahrt der Damen für "abenteuerliche Zeiten auf der Tafel", wie sie nicht nur WM-Mediendirektor Gerd Rubenbauer bemerkte. Schuld waren sich auf der Piste überlappende Frequenzen zur Zeitmessung. Für mehrere Minuten leuchtete die Zeit der Schweizerin Lara Gut mit 1:35,77 Minuten auf. Damit hätte sie die schnellste Abfahrerin, Super-G-Weltmeisterin Elisabeth Görgl, um genau 13,50 Sekunden abgehängt. Tatsächlich aber hatte Gut 1:49,27 Minuten benötigt.

Zeitstreifen helfen bei der Ermittlung der richtigen Zeit

Auch Mazes Laufzeit im Super-G hatte im Nachhinein korrigiert werden müssen. Ihre Trainer standen schon in Cattaneos Zeitnahmebüro, um zu protestieren. Dafür haben sie laut Reglement ohnehin nur 15 Minuten. Dank der unabhängigen Startuhr war Cattaneo durch Abgleich mit der Uhr im Ziel in der Lage, vor den Augen der ungläubigen Slowenen aus drei aufgezeichneten Zeitstreifen die beiden schadhaften auszusondern und den korrekten zu präsentieren.

Trotzdem sagte Maze auch noch drei Tage nach dem Super-G, als sie sich vor der Weltpresse eigentlich zu ihrem Silber in der Super-Kombination äußern sollte, enttäuscht: "Ich bin immer noch nicht sicher, ob das meine richtige Zeit war. Solche Dinge dürfen nicht passieren. Ich war sehr traurig, denn ich wollte mehr haben als den elften Platz." Die slowenische Videoanalyse habe ergeben, dass sie wahrscheinlich Sechste geworden wäre. Genau wisse sie das nicht.

Ein fader Beigeschmack bleibt

Und genau diese Zweifel bleiben dann auch bei den Zuschauern an der Piste und vor dem Fernseher, Zeitstreifen hin oder her. Sie vertrauen seit Jahren den eingeblendeten Zeiten. Denn von deren Genauig- und Belegbarkeit der Zeiten lebt eine Ski-WM – wenn keiner dazwischenfunkt.

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