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Ski-WM: Neureuther ist heiß auf sein Heimrennen

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Fünf Jahre für ein Rennen - Neureuther ist heiß

19.02.2011, 10:17 Uhr | sid, sid

Ski-WM: Neureuther ist heiß auf sein Heimrennen. Felix Neureuther fährt auf seinem Hausberg. (Foto: dapd)

Felix Neureuther fährt auf seinem Hausberg. (Foto: dapd)

Es ist sein Berg, es ist sein Rennen: Felix Neureuther hat dem WM-Slalom fünf Jahre lang entgegengefiebert, am Sonntag (ab 9.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker) ist es endlich so weit. Sein Vater hat dort gewonnen. Sein Vorbild Alberto Tomba ist Rekordsieger. Und Felix Neureuther wartet seit fünf Jahren ungeduldig auf diesen einen Moment, wenn er oben auf dem Gudiberg steht, quer über den Ort hinweg das Haus seiner Eltern sieht, diesen Hang vor sich hat, den er so oft hinuntergefahren ist wie sonst kein anderer.

Neureuther sieht 30 Medaillenkandidaten

Seit die alpine Ski-WM vor knapp fünf Jahren nach Garmisch-Partenkirchen vergeben wurde, ist Felix Neureuther "heiß" auf dieses eine Rennen: Auf den WM-Slalom auf seinem Berg, in seinem Heimatort. Jetzt muss Felix Neureuther nur noch gewinnen, wenigstens eine Medaille. Doch das wollen andere auch, und es sind so viele, dass sie nicht an einer Hand abzuzählen sind. "Es gibt viele Favoriten. Meiner Meinung nach können 30 Jungs da eine Medaille gewinnen. Das ist extrem von der Tagesform abhängig", sagt der Gastgeber auf dem Gudiberg.

Sieger im letzten Jahr

Zu den 30 Jungs zählt er auch sich. "Ich gehöre sicher zu den Favoriten auf eine Medaille, ich habe dort letztes Jahr gewonnen. Aber da muss man auch sehr aufpassen, dass man nicht zu sehr rausposaunt: Ich will Gold. Das werde ich mit Sicherheit nicht machen." Mit Sicherheit ist kein Teilnehmer emotional so mit diesem Rennen verbunden wie Neureuther. Die Nerven zu behalten, nicht übermotiviert zu sein, wird wohl seine schwierigste Aufgabe sein vor dem Start.

Mischung zwischen Sicherheit und Risiko finden

"Die Gefahr, dass man überdreht, die besteht eigentlich immer. Speziell beim Slalom. Man muss genau die richtige Mischung zwischen Sicherheit und Risiko finden. Und genau diese Mischung probiere ich zu finden." Am Gudiberg ist dies Neureuther immer ganz gut gelungen, zuletzt eben im vergangenen Jahr beim Weltcup-Finale, als er auf seinem Hausberg sein zweites Weltcup-Rennen gewann.

Bei Großveranstaltungen lief es für Neureuther allerdings nicht immer nach Wunsch. WM 2003: Debütant Neureuther, noch ohne Weltcup-Start, fährt Bestzeit im zweiten Lauf. WM 2005: Neureuther wird immerhin Team-Weltmeister. Olympia 2006: zum Vergessen. WM 2007: Zweiter nach dem ersten Lauf, Zwischenbestzeit im zweiten, dann der Ausfall. WM 2009: Ein miserabler erster Lauf, ein fulminanter zweiter, am Ende als Vierter um 0,19 Sekunden an Bronze vorbei. Olympia 2010: Achter im Riesenslalom, eine riesige Übrraschung - doch im Slalom ist nach nicht mal einer halben Minute Schluss.

Startnummer kann entscheidend sein

Viel wird auch davon abhängen, wie gut die Piste am Gudiberg hält. Eisig, wie es Neureuther gerne hätte, wird es nicht sein. Der Lokalmatador hat eine durchwachsene Saison im Slalom hinter sich, er ist ganz gut gefahren bislang, aber nicht überragend. Deshalb hängt er in der zweiten Startgruppe fest, wird also frühestens mit der Nummer acht kommen, und da kann der Kurs schon nichts mehr hergeben, wie die Läufer sagen.

In der ersten Gruppe fahren die großen Favoriten. Jean-Baptiste Grange etwa, der Franzose, oder Ivica Kostelic, der Kroate, der außerdem erfahrungsgemäß gut auf schlechten Pisten fährt. Immerhin: Neureuther kennt den Berg wie kein Zweiter. Im Alter von drei Jahren ist er dort zum ersten Mal runtergefahren, "der Berg", sagt er, "hat sich in den letzten Jahren aber schon etwas verändert. Es sind heute weniger Geländeübergänge drin, wenige versteckte Schlüsselstellen. Der Start ist weiter oben und dann geht es gleich mit einem Rechtsknick in einen richtigen Steilhang rein." Der Steilhang ist es, der den Gudiberg ausmacht, "ab da lässt der Hang keine Sekunde aus, es ist kein einziges Flachstück dabei, an dem man vom Kopf her einmal kurze Zeit zurückschalten kann."

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